Das Dorf der Verdammten (1960)

Nachdem urplötzlich und ohne ersichtlichen Grund alle Bewohner eines Dorfes irgendwo in England in einen komatösen Schlaf fielen, ist nichts mehr wie zu vor. Entsetzen macht sich breit, denn irgendetwas oder irgendjemand hat nahezu alle Frauen geschwängert. Die Schwangerschaft ist genauso unheimlich kurz, wie die Tatsache, dass aller Frauen zu selben zeit entbinden und seltsame blonde Kinder zur Welt bringen, die rasant wachsen. Doch das ist nicht alles. Emotionen scheint für diese unheimlichen Kinder ein Fremdwort zu sein und allem Anschein nach verfügen diese Kinder auch über die ungewöhnliche Fähigkeit untereinander per Telepathie kommunizieren.  Wer diesen Kindern nicht wohl gesonnen ist, stirbt, da sie auch über die Macht verfügen anderen Menschen ihren Willen aufzuzwingen…  Angst und Schrecken beherrscht das Dorf…. 

Das Dorf der Verdammten ist ein ungewöhnlicher Klassiker, der nach einer Geschichte des Autors John Wyndham, der auch die Vorlage zu dem Film Blumen des Schreckens lieferte, und vom ebenfalls britischen Regisseur Wolf Rilla spannend und mit viel Gruselfeeling erzählt wird. Da Das Dorf der Verdammten von 1960 in schwarzweiß gedreht wurde, so unheimlicher und auch surrealer wirkt der ganze Film, wenn man von der eigentlich allein schon beängstigenden Story absieht, die wohl kein Elternpaar damals, die den Film im Kino sahen, nicht eine Gänsehaut bereitet hätte. 

Gruselig ist es schon, wenn ein Dorf einfach so in Tiefschlaf fällt. Man rätselt was der Grund für dieses Phänomen ist, und wenn es keine eindeutige Erklärung gibt, mal man es sich als Zuschauer selber aus, was für das Geschehen verantwortlich sein könnte. Noch grusliger aber ist es, wenn die Kinder, die auch nicht normal gezeugt wurden und deren Erzeuger unbekannt sind, ebenso unheimlich sind, wie Tatsache,dass sie überhaupt da sind.

Dazu noch ihre kalten emotionslosen Augen, ihre selbst im Kleinkindalter erschreckende Selbstständigkeit und die Gabe Gedanken ihrer Mitmenschen lesen zu können und sie durch ihren eigenen Gedanken kontrollieren zu können. Monster in Körpern von Kindern, das lässt niemanden kalt, was auch den Erfolg für spätere Horrorfilme wie Der Exorzist oder Das Omen erklärt, in dem man das Böse in Gestalt der unschuldigen Kinder darstellt. 

Wenn man Das Dorf der Verdammten sich so anschaut, bemerkt man natürlich recht schnell, dass der Film nicht besonders viele Spezial Effekte aufweist, aber dafür von seiner schaurigen und unheimlichen Atmosphäre lebt und teilweise auch von dem recht simplen Trick, den Zuschauer die ganze Zeit über in Unwissenheit zu lassen, aus welchem Grunde alles geschieht und wer dafür verantwortlich ist.

So wie auch die großartige Leistung der Kinderdarsteller, die ihre Rollen perfekt und professionell und überzeugend verkörpern, dass man sich sehr schnell von dem Geschehen auf der leinwand oder dem Bildschirm in den Bann ziehen lässt. Die wenigen Effekte wirken oft vielleicht ein wenig.billig und unfreiwillig komisch, dafür ist der Rest des Filmes durch und durch düster und beklemmend.

Die dramatische und Furcht einflößende Musik stammt von  Ronald Alfred Goodwin, der auch die grandiose Musik für Alfred Hitchcocks Frenzy komponierte und auch eine gewisse Atmosphäre erschafft, die ich eigentlich nur mit dem Wort bizarr näher beschrieben kann, denn irgendwie wirkt der Film wie ein böser Alptraum, auch dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Anders wie bei sonstigen Horrorfilmen reicht es in Das Dorf der Verdammten einfach nur die Kinder in einer Gruppe zielstrebig irgendwo hin gehen zu sehen und man fühlt diese unheimliche und beklemmende Gefühl, dass entweder gleich etwas passiert oder selbst wenn dem nicht so ist einfach die Tatsache dass es Kinder ohne Seele sind, die irgendein teuflisches Ziel verfolgen einem Gänsehaut bereitet. 

Wenn das gewohnte plötzlich fremd wird, vertrautes auf schreckliche Weise deformiert dann hat man den perfekten Stoff für einen Horrorfilm, denn es müssen nicht immer Psychopathen- und Maskenkiller sein oder sonstige Höllenkreaturen, manchmal reicht es aus das Bild von etwas so zu verzerren, dass es bedrohlich und grausig wirkt,  Kinder, die man sonst eher als Schutzbedürftig und auch Unverdorben ansieht, in dieser Art und Weise zu zeigen, dass sie bedrohlich für Eltern und Erwachsene an sich sind, war bis Datum eigentlich nicht weit verbreitet und auch mir fällt kein vergleichbarer Film von vor 1960 ein, der dieses Szenario schon einmal auf der Leinwand thematisiert hätte.

Die Kritiker und wie auch das Publikum waren damals von das Dorf der Verdammten überzeugt und so wurde der Film gleich 1961 und 1962 zwei mal für den Hugo Award nominiert. Und auch ich halte den Film für einen der großen sehenswerten Klassiker, der selbst heute nichts an seiner Unheimlichkeit verloren hat. 1995 wagte sich John Carpenter an eine Neuverfilmung mit Christopher Reeves (Superman 1-4), Kristie Alley (Kuck mal, wer da spricht) sowie Michael Paré (Strassen in Flammen) und Mark Hamill (Star Wars Episode IV – VI) in den Hauptrollen, der meiner Ansicht nach die Story gut rüber bringt und tolle Effekte aufweist, doch trotz allen Lobes nicht an den Klassiker von 1960 heran reicht. Auch aus dem Grund, weil das Thema Kinder als Das Böse darzustellen 1995 nicht mehr so neu war und auch in gewisser Hinsicht die Spezial Effekte über die gruselige Atmosphäre gestellt wurden – was nicht heißt, dass das Remake nicht sehenswert ist.

Eigentlich kann ich gar nicht so viel zu den originalen Das Dorf der Verdammten schreiben, ohne mich ständig zu wiederholen, dass es ein Gruselfilm ist, der zu überzeugen und zu fesseln weiß und wie so viele Klassiker auch nach mehrmaligem Anschauen nicht langweilig wird. Warner Home Video hat Das Dorf der Verdammten auf DVD mit einer Freigabe ab 16 veröffentlicht, doch leider ist dieser Film recht kostspielig geworden, aber dennoch lohnenswert.

Wertung: 9/19 Punkten