Das Grab der blutigen Mumie

Schon in den 70er Jahren zeichnete sich bei den HAMMER STUDIOS eine Tendenz nach unten ab. An ihre großen Erfolge mit Christopher Lee und Peter Cushing konnten sie kaum noch anknüpfen. 1979 wurde HAMMER STUDIOS beendet, sie meldeten nach ihrem letzten Film “Tödliche Botschaft” Konkurs an.

Die HAMMER STUDIOS befassten sich hauptsächlich mit dem Genre Horror und SciFi, und drehten viele klassische Horrorfilme, die es viele Jahre zuvor nur in s/w gab. So drehte das Studio auch 1971 den Film DAS GRAB DER BLUTIGEN MUMIE und schlug damit ein ganz anderes Thema ein. Sie ergriffen die Thematik von Mumien, Pharaonen und deren Götter. Genug Potenzial für einen spannenden und grusel erregenden Film vorhanden, doch leider gelang die filmische Umsetzung den HAMMER STUDIOS nicht. Für die Regie von DAS GRAB DER BLUTIGEN MUMIE wurde Seth Holt engagiert, doch in den letzten Drehtagen des Films verstarb er an einem Herzleiden und Michael Carreras vollendete den Film. Die Studios wollten erst ihre großen Stars Lee und Cushing für den Film gewinnen, doch Lee war nicht verfügbar und Cushing schmiss den Dreh aufgrund familärer Angelegenheiten.

Schon zu Beginn von DAS GRAB DER BLUTIGEN MUMIE bekommt man einen typischen, gruseligen und atmosphärischen Eindruck vermittelt. Den Start ins alte Ägypten zu verlegen ist spannend und sehr stimmig mit aufwendigen Bauten ins Szene gesetzt worden. Doch schon nach Weiterführung der Story in die neuere Ära, mindert den erstgewonnenen Eindruck sehr. Viele Sets, Schauplätze, Drehorte wirken kaum ansprechend und aufwendig wie gewohnt hergerichtet. Zudem zieht sich die Geschichte durch sehr viele dialoglastige Ebenen die es dem Zuschauer nur schwer machen, die Aufmerksamkeit wach zu halten.

Als kleines Trostpflaster ist Valerie Leon ein Fest für die Sinne. Die attraktive junge Schauspielerin ist keine Unbekannte und zählt zu den wichtigsten und bekanntesten Schauspielern im HAMMER Boot. In DAS GRAB DER BLUTIGEN MUMIE besetzt sie eine Hauptrolle und hat eine Verbindung zur Pharaonin, die man schon in der ersten Einstellung des Films bemerkt. Auch wird hier wieder mit einem leichten erotischen Touch gewerkelt. Sei es im knappen schwarzen Nachthemd, mit zwei großen Argumenten im Inneren oder auch im sexy Pharaoinen Outfit. Horrorfilme und ganz besonders aus den HAMMER STUDIOS leben von Atmosphäre und Schauspielerischen Talent, und selbst eine Valerie Leon wirkt hier sehr gekünstelt und inszeniert. Auch die übrigen Darsteller die sich unter anderem aus Andrew Keir, James Villiers, Hugh Burdon und Mark Edwards zusammen setzen, sind nicht gerade überzeugend in ihren Rollen.

Spannung und Atmosphäre wird dem Film auch durch die kaum passenden musikalischen Elementen verringert. Punkten kann der Film durch seine Darstellung der Gewalt, zwar geschehen viele Morde im Off, aber das präsentierte Resultat kann sich durchaus sehen lassen. Verglichen mit dem Entstehungsjahr des Films bekommen wir harte Szenen gezeigt, aufgeschnittene Hälse, eine abgetrennte Hand und ein paar Dinge mehr. Das Kunstblut fliest reichlich im Verhältnis zu vorherigen Werken des Studios. Doch stützen oder sogar tragen können sie die fade Inszenierung nicht.

Doch die lahme Inszenierung und die schon schnell durchschaubare Story liegen dem Film schwer im Magen. Das Geheimnis um wen es eigentlich geht und wer betroffen ist, wird zu schnell gelüftet. Der Ausflug in die Ära der Pharaonen und die fehlenden Schauspielgrößen vermindern doch sehr den Gesamteindruck und hinterlassen einen faden Nachgeschmack. Für Komplettisten der HAMMER STUDIOS Filmen sicherlich eine Empfehlung.

Schreibe einen Kommentar