Das grüne Blut der Dämonen (1967)

Bei dem Ausbau der Londoner U-Bahn entdecken die Bauarbeiter seltsam deformierte Knochen und Schädel und ein metallisches Objekt, das man zunächst für einen Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg hält. Als Professor Quatermass am Fundort eintrifft hat das Militär bereits die Leitung der Ausgrabung übernommen und ist wenig davon begeistert, dass auch die Wissenschaft mitmischen will. Als man die Knochen und Schädel rekonstruiert, ist man sich sicher, dass es sich dabei um eine noch völlig unbekannte Art des prähistorischen Menschen handelt, doch was das metallische Objekt angeht lag man mit der Annahme, dass es sich um eine Bombe aus dem Krieg handelt daneben. bei den Versuchen das Ding näher zu untersuchen kommt es immer wieder zu unheimlichen Vorfällen und schließlich entdeckt Quatermass zusammen mit Colonel Breen Insekten ähnliche Kreaturen, die jedoch schnell verfallen. Haben sie Außerirdische entdeckt? Kurz nach der Entdeckung gerät aber alles aus den Fugen, denn eine unheimliche Macht wurde entfacht, die London in einen Hexenkessel verwandelt…

 Um ganz ehrlich zu sein, ist dieser letzter Teil der Quatermass-Filme meiner Ansicht nach der Beste von allen und nicht weil Das grüne Blut der Dämonen, der auch den englischen Originaltitel Quatermass and the Pit trägt in Farbe gedreht wurde. Aber meiner Meinung nach ist dieser Film am gruseligsten und fantastischsten zu gleich und besitzt wesentlich mehr Atmosphäre und Unterhaltungswert als seine zwei Vorgänger Schock und Feinde aus dem Nichts, sowohl fehlen auch in Das grüne Blut der Dämonen die versteckten Anspielungen auf derzeit aktuelle politische Geschehen, Das Grüne Blut der Dämonen ist einfach ein spannender und grusliger Unterhaltungsfilm, was man ja eigentlich auch von einem solchen Film erwarten möchte.

 Regisseur Roy Ward Baker, der fünf Jahre später, also 1972 den Hammerfilm Asylum – Irrgarten des Schreckens drehte, beginnt in Das grüne Blut der Dämonen beinahe sofort ohne große Einleitungen mit dem Spannungsaufbau seines Filmes, was ihn dadurch auch weniger langatmig erscheinen lässt, dass man schon kurz nach dem Vorspann in das Geschehen mit einbezogen wird. James Donald, der 1958 zusammen mit Kirk Douglas für Die Wikinger vor der Kamera stand, spielt hier Quatermass’ jüngeren Kollegen Professor Roney, was dem Film eine gewisse Frische verleiht, da die Wissenschaft an sich somit wesentlich jünger und aufgeschlossener wirkt.

Quatermass selbst wird hier brillant und wesentlich sympathischer, beziehungsweise lockerer von Andrew Kier gespielt, der auch in dem Historienfilm Der Untergang des römischen Reiches mit Sophia Loren und Alec Guinness den Historiker Polybius verkörpert und war selbst für Nigel Kneale, der den Quatermass-Charakter und seiner Abenteuer erfand, die beste Darstellung seiner Hauptfigur.

Dessen eher zu Anfangs unfreiwilligen Kollegen Colonel Breen wird von Julian Glover verkörpert, der unter anderem auch in Das Imperium schlägt zurück und Indianer Jones und  der letzte Kreuzzug mitwirkte und eigentlich das Klischee eines britischen Offiziers betätigt, dem man aber als Zuschauer gerne sein Irrtum und Besserwisserei verzeiht, hat der Charakter des Colonel nicht überwiegend schlechte Seiten sondern auch sympathische.

 Ob nun eher unfreiwillig und notgedrungen oder nicht, so ergeben Breen und Quatermass in Das grüne Blut der Dämonen ein gutes Team und versuchen trotz anfänglicher Querelen, wer das Sagen hat, miteinander aus zukommen, was in vielen Filmen des selben Genres eigentlich oft vermieden wird und somit ein ständiger Konkurrenz- und Interessenkonflikt zwischen Wissenschaft und Militär aufrecht gehalten wird, obwohl,in der Realität beide bereiche stets miteinander eng verbunden waren. Dennoch wird hier das Militär als der arrogantere Part hingestellt, der mit den vielen neuartigen wissenschaftlichen Thesen und der dazugehörigen Aufgeschlossenheit seine Schwierigkeiten hat, aber wie es in solchen Filmen nun mal ist diese Ignoranz schnell bereut. 

 Interessant zu dem ist nicht nur der weitere Verlauf und die anfangs nicht vorhersehbare Entwicklung des Filmes, sondern auch viele Erklärungsversuche nach der Frage, ob es jemals leben auf dem Mars gegeben hat. Jetzt darf man natürlich nicht vergessen, dass es sich bei  Das grüne Blut der Dämonen um eine Mischung aus Science Fiction und Gruselfilm handelt, der auch unterhalten soll und mit Sicherheit nicht heutigen wissenschaftlichen Vorstellungen entspricht, aber meiner Ansicht nach gute Ansätze für die ein oder andere Frage hat, die auch heute noch Astronomen und Wissenschaftler beschäftigt. 

 Eine die gruselige und faszinierende Atmosphäre grandios untermauernde Musik stammte von Tristram Cary, der auch die Musik für die 27 Folgen der TV-Serie Dr. Who von 1964 bis 1966 komponierte. Für die gerade zum Ende hin für einen Film aus dem Hause Hammer recht aufwendigen Spezial Effekte wurde erneut Les Bowie engagiert, der ebenfalls dafür verantwortlich war, dass Das grüne Blut der Dämonen meiner Ansicht nach einer der besten Filme der Hammer-Studios darstellt, die ich kenne und immer wieder gerne anschaue, nicht weil es so viele Effekte gibt, sondern weil sie sich so gut, beinahe unaufdringlich in die gruselige Atmosphäre integrieren und trotz der fantastischen Geschichte irgendwie glaubwürdig (in sofern das möglich ist^^) wirken.

 Wie es bei den Hammer-Filmen leider momentan der Fall ist hat wieder einmal Anolis die einzige DVD in der Hammer Edition veröffentlicht und das diese einen realistischen Kaufpreis bei weitem für eine DVD sprengt ist umso ärgerlicher. 

 

Wertung: 10/10 Punkten

 

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