Das Haus auf dem Geisterhügel (1959)

Frederick Loren ist reich und ein Exzentriker wie er im Buche steht. Zusammen mit seiner Frau Annabelle lädt er scheinbar fünf willkürlich ausgewählte ihnen selbst völlig fremde Leute ein, denen er 10,000 Dollar verspricht, sollten sie mit ihnen eine Nacht in dem berühmt berüchtigten Haus auf dem Geisterhügel verbringen und überleben. Da die Gäste alle unter Geldnot leiden, willigen sie ein, doch sie haben nicht mit dem unbeschreiblichen Grauen gerechnet, dass sie in dem alten Gemäuer erwartet und nach ihrem Leben trachtet…

Wer Vincent Price-Filme kennt und mag, der weiß, wo Price drauf steht, der bekommt auch einen Vincent Price. Und das ist in Das Haus auf dem Geisterhügel, oder im Original House of Haunted Hill nicht anderes.

Nach der Geschichte des philippinischen Writers Robb White erzählt Regisseur William Castle, der auch im selben Jahr “Schrei, wenn der Tingler kommt” ebenfalls mit Vincent Price machte, dem Zuschauer eine gruselige und unglaublich spannende Geschichte über ein verfluchtes Haus, die 1999 mit Geoffrey Rush in Vincent Price’  Rolle von William Malone neu verfilmt wurde (siehe Haunted Hill – Evil loves to Party). Im Vergleich zu dem Remake ist das Original von 1959  anders, setzte William Castler nicht nur auf Gruselstimmung, sondern auch auf eine Brise schwarzen Humors, der in vielen kleinen Nebendetails zur Geltung kommt. Allerdings sollte man Remake und Original nie mit einander vergleichen, da beide völlig unterschiedlich verfilmt wurden … 

Trotz des gerade genannten Humors ist Das Haus auf dem Geisterhügel ein toller unheimlicher Gruselfilm, der alle Elemente eines solchen bietet, wie unheimliche Schatten, gruselige Geräusche und der den ein oder anderen Schockmoment bereithält, wenn man am wenigsten damit rechnet. Da der Film zudem noch in schwarzweiß ist, ergibt sich ein tollen unheimliches und schauriges Spiel aus Licht und Schatten und lässt vieles in einem unwirklichen Flair erscheinen, dass wie aus einem Alptraum wirkt. Vieles Vertraute wird somit beängstigend entfremdet und der Zuschauer glaubt langsam, das hinter jeder Ecke etwas entsetzliches lauert.

Die ohnehin schon gruselige Atmosphäre wird durch die schaurige Musik von dem 1996 verstorbenen Komponist  LaVon Hawley Urbanski gekonnt untermalt und bereitet Gänsehaut, was aber auch den  bizarren Toneffekten von Charles Shelling, der auch die Sounds zu Russ Meyers Die Satansweiber von Tittfield kreierte , zu verdanken ist. Das Haus auf dem Geisterhügel ist wirklich gruselig, lässt Gänsehaut entstehen und besticht ebenso durch eine hervorragende Kameraführung und durch seine Schnitte. Vieles wirkt sehr sureal, auch wenn die Spezial Effekte heute nicht mehr so beeindrucken wie damals, da man heute im  CGI-Zeitalter natürlich etwas ganz anderes gewohnt ist, allerdings gefallen sie mir dennoch gut und werden meiner Ansicht nach auch nicht übertrieben oder aufdringlich eingesetzt.

 Natürlich ist der Star des Filmes Vincent Price, dennoch kommen die anderen Schauspieler, wie Carol Ohmart (Spider Baby) als Mr. Lorens Ehefrau Annabelle gut und authentisch herüber und wirken keineswegs wie bei dem Remake zu dick aufgetragen. Auch die restlichen Darsteller wie zum Beispiel Carolyn Craig (Giganten mit James Dean) oder Richard Long (77-Sunset Strip) gehen nicht völlig im Schatten des großen Schauspielers Vincent Price unter. Meiner Ansicht nach gibt jeder der Akteure in Das Haus auf dem Geisterhügel sein Bestes und das sieht man auch. Wenn man den Film sich das erste Mal anschaut, ist er natürlich unglaublich gruslig und spannend. Nichts ist wie es scheint, alles ist möglich. Eine Achterbahnfahrt des Grauens! erwartet den unwissenden Zuschauer, der nicht weiß, was als nächstes passiert und immer wieder mit neuen Überraschungen und Wendungen konfrontiert wird.  

Das Haus auf dem Geisterhügel ist ein Gruselfilm der alten Schule, wie sie heute leider nicht mehr produziert werden. Aber man kann ihn sich auf DVD von MIB, VZ-Handels GmbH, X-Gabu Film und X-Rated kaufen und sich herrlich entweder abends oder im abgedunkelten Wohnzimmer mit einer Schale Popcorn gruseln und erschrecken lassen – auch wenn in heimischen Wohnzimmer wohl kein an Fäden aufgehängtes Skelett über den Kopf schwebt so wie man es angeblich bei der Kinoaufführung tat und die Zuschauer erschreckte…^^ Ich möchte aber nochmals drauf hinweisen, dass es nicht ratsam wäre diesen Film mit der Erwartung anzuschauen, dass man eine genaue Kopie des Remakes zu Gesicht bekommt !!!

Wertung: 9,5/10 Punkten

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