Das Letzte Haus links (1972)

Im Jahr 1972 sorgte ein Regisseur mit seinem Werk für Aufsehen und Empörung, was teilweise heute noch anhält. Zum Zeitpunkt des Drehs war eine solche Wirkung Wes Craven nicht bekannt noch bewusst. Wes Craven drehte einige solcher Streifen, die bis dato für Aufsehen sorgen, sei es im positiven oder negativen Sinne. Mit „Scream“ ist ihm 1996 auch der Durchbruch im Mainstreamkino gelungen, und noch mehr Zuschauer sind auf den Regisseur aufmerksam geworden und befassten sich intensiver mit seinen vorherigen Produktionen. 1972 startete der Film „The Last House on the Left“ so wie er im Original heißt, sein deutscher Filmtitel lautet einfach übersetzt „Das Letzte Haus Links“ – ein Vertreter des Slasher und Rape und Revenge Genre. Aber nicht nur Craven ist ein bekannter Name der sich hinter diesem Werk befindet, in der Produktionsebene ist der Sean S. Cunningham zu lesen, Horrorfans sollte dieser Name ein Begriff sein „Freitag der 13.te“ Filmreihe gehen unter anderem auf sein Konto.

Das Letzte Haus Links“ ist ein schonungsloser Vertreter im Horror Genre, dem Zuschauer wird vor Augen geführt, wozu Menschen in der Lage sind, sich an einen anderen Menschen grundlos zu vergehen, und wozu Menschen fähig sind, wenn sie in die Ecke der Selbstjustiz gedrängt werden. Doch Craven verzichtet auf explizite Gewaltdarstellung und vieles wird nur angedeutet oder im Off inszeniert. Untermalt werden diese Gewaltszenarien durch einen stimmigen Score und Geräuschen. Auch was die Spannungskurve angeht wurde nicht gegeizt, die Schraube wird stetig angezogen und unterbreitet dem Zuschauer eine fesselnde Atmosphäre. Doch Craven spielt auch mit den Zuschauern, ein ständiger Wechsel von Brutal und Humor – es gibt Stellen die laden eher zum schmunzeln ein, diese Einsätze solcher Methoden lockert den Film etwas auf, somit wird der Zuschauer nicht überfordert und bekommt ein paar kleine Verschnaufpausen spendiert.

In der Besetzungsliste vom Film sind ein paar bekannte Gesichter vorzufinden, allen voran David Hess, den viele wohl auch aus „Der Schlitzer“ von 1980 kennen dürften, aber auch in Filmen wie „Zwei unter Volldampf“ aus dem Jahr 1986 und „Wenn Du krepierst, dann lebe ich“ von 1977 zählen zu seinen Rollen. Der Schauspieler Fred J. Lincoln, der in „Das Letzte Haus Links“ die Rolle von „Weasel“ verkörpert, wechselte recht schnell ins Pornogeschäft, sei es vor oder auch hinter der Kamera und kann auf einige Erfolge zurückblicken.

Der Film “The Last House on the Left” gilt als brutaler Remake von Ingmar Bergmanns “Die Jungfrauenquelle”. Ansonsten gibt es noch zu sagen, das Wes Cravens Filme auch von seiner Vietnamzeit profitieren, in denen er sich genaues anatomisches Wissen von Schnitt- und Schusswunden, wie auch Wissen über einzelne Körperteile und tote Körper aneignen konnte. Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung sind die Meisten Uncut-Fassungen gekürzt, da der Originalcut laut IMDb eine Länge von 91 Minuten aufweißt. Allein die Kettensägenszene soll um einiges im Originalcut länger und ausführlicher sein.

Für Horrorfans ist dieser Vertreter sicherlich ein Muss – und sollte zumindest einmal gesichtet worden sein. Fans von Wes Craven sollte bewusst sein, das dieser Film sich deutlich von seinen späteren Werken in der Art der Inszenierung abgrenzt.

Das Letzte Haus Links“ ist ungeprüft, indiziert und bundesweit beschlagnahmt.