Das Phantom Kommando (1985)

John Matrix, ehemailger Elitesoldat, hat sich zurückgezogen und lebt mit seiner Tochter in den Bergen. Doch eines Tages taucht General Kirby, sein ehemaliger Vorgesetzter, bei ihm auf, um ihn zu warnen: Irgendjemand hat es auf Johns ehemalige Einheit abgesehen, viele seiner ehemaligen Kameraden wurden bereits getötet. Wenig später erscheinen wirklich einige Männer, die John samt Tochter entführen, weil ein abgesetzter Diktator eines südamerikanischen Landes wieder an die Macht will, und John soll den aktuellen Präsidenten umbringen. Seine Tochter benutzen die Terroristen hierbei als Druckmittel, denn sollte der Präsident nicht getötet werden, werden sie seine Tochter ermorden.

 

„You scared, motherfucker? Well, you should be, because this Green Beret is going to kick your big ass!“
„I eat Green Berets for breakfast. And right now, I’m very hungry!“

Ach die 80er. Das Jahrzehnt der mit Machismen geschwängerten Action-Filme mit markigen Helden, großen Kanonen und knalligen Sprüchen. Einer gegen alle war damals die Devise, wenn es ordentlich krachen sollte. Die Muskeln waren dick und die Waffen noch dicker, Differenzierung war ein Fremdwort, denn es musste rabiat zu gehen. Wenn man an diese Dinge denkt, gibt es nur einen Film, der den Action-Typus der 80er konsequent in seiner vollen Blüte repräsentiert. Die Rede ist natürlich von dem Kult-Kracher „Das Phantom-Kommando“! In der Hauptrolle: Arnold Schwarzenegger und was soll man sagen. Der Film macht auch heute trotz ein paar Längen ordentlich Dampf und bringt eine Menge Spaß und weckt die gute alte Nostalgie.

Nachdem Schwarzenegger mit „Terminator“ weltweit Erfolge feierte, galt es sein Image als Action-Darsteller weiter auszubauen, also schrieb „Stirb Langsam“-Autor Steven E. De Souza dem gebürtigen Österreicher den passenden Knaller auf dem Leib. Hier musste der „Governator“ nicht groß schauspielern, hier waren vor allem seine Muskeln und sein martialisches Antlitz gefragt. Was auch gut war, denn „Commando“ ist nicht gerade ein sonderlich geistreicher oder ambitionierter Film. Nein, hier will man keine große Story erzählen, hier soll gerockt werden, das betonten Regisseur und Autor immer wieder. Ein Action-Film zum abfeiern wollte man drehen, denn man war sich Schwarzeneggers begrenztes Schauspieltalent bewusst. Und deshalb macht der Film auch alles richtig. Es ist alles so Over-The-Top, dass man einfach 90 Minuten nur Spaß haben kann. Der Streifen selbst will gar nicht ernst genommen werden und gibt ordentlich Vollgas. Auch wenn manche Szenen heute nicht mehr so brachial und spektakulär wirken, bietet „Commando“ viel schönes. Gute Fights, ausufernde Shoot-Outs, die nötige Härte und eine Flut an One-Linern, die heute zum Schwarzenegger’schen Stammrepertoir gehören. Die Story ist so flach wie eine Flunder und ist reines Mittel zum Zweck um Action-Szenen aneinander zu reihen und Arnie als überlebensgroße, muskelbepackte One-Man-Army in Szene zu setzen. Der gibt dem Affen ordentlich Zucker und hat sichtlich Spaß an dem Unsinn. Der Film strotz vor fehlender Logik aber das fällt nicht wirklich ins Gewicht. Arnies Co-Stars sind relativ austauschbar und Rae Dawn Chong als weiblicher Sidekick ist zwar unnötig aber ne Frau braucht man halt. Absolut trashig ist Vernon Wells als Bennett, der aussieht wie Freddie Mercury mit Bondage-Fetisch und durchgehend ein wundervolles Kettenhemd aufträgt. Mark L. Lester serviert uns 80er-Haudrauf-Kino mit dem Dampfhammer und fährt gerade zum Finale einiges auf. Wenn Arnie oben ohne mit schwerer Bewaffnung eine Horde gesichtsloser Schergen niedermäht, dann glüht jedes Herz von Fans jener Dekade.


Da vergisst man doch glatt und gerne, das vieles einfach nur Schwachsinn ist und lässt sich einfach berieseln, denn das ist die große Kunst dieses Werks: Pure Unterhaltung für das männliche Geschlecht. Nicht zu Unrecht verhalf „Commando“ Schwarzenegger endgültig den Aufstieg zu Action-Star.

„Das Phantom-Kommando“ ist pure 80er Nostalgie. Dicke Wummen, große Explosionen, stahlharte Muskeln und coole Sprüche. Ein Partyfilm, den man auch als solchen betrachten sollte und bis heute zu den beliebtesten Filmen des steirischen Exports gilt. Denn hier gibt es 90 Minuten Vollgas mit der ein oder anderen Länge und ein paar austauschbaren Einzelheiten, aber im Kern ist „Commando“ ein Highlight des Action-Genres einer Dekade.

Der Film ist ungekürzt ab 18 Jahren auf DVD und Blu-Ray erhältlich. Der Director’s Cut ist c.a. 2 Minuten länger und bietet ein paar Dialoge und Gewaltspitzen mehr. Er ist ebenfalls ab 18 und kann mittlerweile günstig auf Blu-Ray erworben werden.