Das Wunder in der 8. Straße (1987)

Inhalt:

Die Bewohner eines Miethauses in der achten Straße sollen ihr Heim verlassen. An Stelle des Hauses soll dort ein monströser Neubau entstehen. Als sie sich weigern bekommen sie Ärger mit einer Gang, die engagiert wurde um sie zu verscheuchen. Die Bewohner bekommen unerwartet Hilfe von einer kleinen Gruppe mechanischer Außerirdischer.

Filmisches Feedback:

Gelungene Fantasy-Komödie

Hollywood funktioniert nach ökonomischen Gesichtspunkten. Vieles ist auf Gewinnoptimierung ausgelegt. Filme sind keine Zufallsprodukte mehr, sondern unterliegen strategischer Planung (wo wir als Zuschauer auch einen Teil zu beitragen, aber das würde jetzt zu weit führen). Zu dieser Planung gehört allerdings auch, Schauspieler zu casten, die der Zielgruppe entweder entsprechen oder so populär sind, dass man mit ihnen Werbung machen kann um eben jenen Erfolg zu gewährleisten. Gerade im Fantasy oder SF-Gewerbe funktioniert das sehr gut. Meist ist es so, dass Schauspieler die optisch nicht der aktuellen Lage zusagen, sich unbeliebt gemacht haben (also ein finanzielles Risiko in den Augen der Produzenten darstellen) oder eben zu alt für bestimmte Rollen sind, einen Film angeblich nicht tragen können.

Weit, weit gefehlt. Wie dieser Film im Fantasy/SF-Genre beweist. Hier spielen ältere Schauspieler (die allesamt ihre Klasse zeigen; von denen könnten noch viele aktuelle Schauspieler was lernen) die Hauptrollen. Sehr ungewöhnlich für solch einen Genrefilm. Und risikobelastend. Aber mitnichten. Ganz im Gegenteil. Ohne diese Schauspieler würde der Film in seiner märchenhaft-romantischen Art gar nicht funktionieren. Man stelle sich vor, man hätte junge, der Norm entstammende Schauspieler der 80er genommen. Ich bin mir sicher, es wäre ein anderer Film draus geworden, z.B. actionlastiger.

Regisseur Matthew Robbins (DER DRACHENTÖTER, 1981) gelingt hier das Kunststück, einen Film, der so seicht daherkommt ohne ins Kitschige abzugleiten wunderbar altmodisch modern zu inszenieren. Die kleinen Außerirdischen sind liebevoll animiert und man bekommt Mitgefühl mit Ihnen. Das muss man erst mal schaffen. Auch ein Verdienst des Drehbuchautoren Brad Bird, der Jahre später es geschafft hat, kindgerechte Erwachsenenfilme zu drehen (DIE UNGLAUBLICHEN, 2004 und RATATOUILLE, 2007, für die er auch zweimal mit dem Oscar als bester animierter Film ausgezeichnet wurde). Der Film hat eine humane Botschaft und ist hinreißend nett gefilmt. Und zwar so, dass man seinen Figuren alles abnimmt.

                                                                  

Und hier kommen (neben der amüsanten Art des Films) zwei weitere tragende Pfeiler ins Spiel: Jessica Tandy (Oscar für MISS DAISY UND IHR CHAUFFEUR, 1989) und Hume Cronyn (COCOON, 1985). Sie spielen nicht nur ein herzerwärmendes Ehepaar, sie waren auch eins im echten Leben. 42 Jahre waren die beiden verheiratet.  Das merkt man ihrem Spiel auch an. Sie sind die Hauptdarsteller und das entgegen dem marktwissenschaftlichen Gesetz. Und der Erfolg gibt ihnen recht: 65 Millionen Dollar Einspielergebnis ist als erfolgreich zu bezeichnen (für die damalige Zeit). Und so bestimmt hier die Ausnahme die Regel. Vielen Dank für dieses kleine Juwel.