Death in Brunswick

1990 drehte der Regisseur John Ruane die schwarz-humorige Komödie „Death in Brunswick“ mit dem Zusatztitel „In jedem Sarg ist Platz für Zwei“. Wieso diese Liebes-Komödie den Zusatztitel trägt bekommt der Zuschauer im späteren Verlauf des Films eindeutig gezeigt. Die Karriere vom Regisseur ist recht kurz und überschaubar, lediglich aus vier Titeln besteht sie und Death in Brunswick gehört zu den besten und bekanntesten. Das die Komödie nicht aus Hollywood stammt, merkt man vor allem am makabren Humor und der respektlosigkeit die man zu genüge auf dem Silbertablett serviert bekommt.

Der arbeitslose Koch Carl glaubt nicht mehr tiefer sinken zu können. Da findet er eine Anstellung in einer Diskothek. Die Küche entpuppt sich als Dreckloch. Das Barmädchen Sophie erweist sich als Lichtblick in der Trostlosigkeit, und Carl verbringt eine tolle Liebesnacht mit ihr. Aber Sophie ist Disco-Chef Yanni versprochen. Als Küchengehilfe Mustafa Carl versehentlich ins Messer rennt, ist das Chaos perfekt. Carl vergräbt die Leiche im aufgeweichten Grab einer Mrs. DiMarco, hat aber folglich die türkische Mafia, seinen Ex-Chef Yanni und dessen Türsteher am Hals. Endlich ist er bereit, für seine Liebe Sophie zu kämpfen.

Death in Brunswick ist eine Mischung aus Komödie, Romanze und einem Hauch Thriller, wobei der Hauptaugenmerk auf den makabren Humor gelegt wird. Durch viele Situationen in denen der Humor gelegentlich über die Strenge des Guten Geschmacks legt bekommt der Film seinen Biss. Dazu noch einen Sam Neill der hier sein Talent außerhalb von Hollywood unter Beweis stellt. In der Rolle des Kochs Karl, den alle irgendwie nur Cookie nennen. Karl hat zur Zeit Besuch von seiner Mutter die in andauernd in sein Leben hinein redet und ihn oft an Erfolgen hindert. Seine Bude ist wie er selbst recht abgewrackt und wirkt desorientiert, allein schon eine Szene in seinem Badezimmer zeigt dem Zuschauer in welche Richtung sich der Humor entwickeln wird.

Zum Humor gesellt sich noch eine Romanze mit den üblichen Handlungen, man lernt sich kennen, verbringt Zeit zusammen und durch andere Mitstreiter bekommt man zahlreiche Probleme in den Weg gestellt, die man fortan gemeinsam bewältigen muss und sollte. Ein Happy End ala Hollywood können wir auch in Death in Brunswick vorfinden, kann ja auch in Australien klappen.

Death in Brunswick hängt sich leider an manchen Stellen an seiner Story auf und verursacht dadurch einige Längen und Logikfehler. Doch durch den Einsatz des Humors und einem hervorragenden Sam Neill werden diese Defizite gekonnt beseitigt und vermindert. Neill verkörpert die Rolle des Kochs in einem realitischen Gewand und kann sehr überzeugen. Er spielt anderen vor er sei jünger als er ausschaut und trägt auch so manche Geheimnisse mit sich rum, die erst durch Mißstände im weiteren Verlauf der Geschichte ans Tageslicht kommen.Vor allem sein bester Freund, der auch noch zufällig Totengräber von Beruf ist, ist für ihn und den Film eine echte Bereicherung – mehr wird hier nicht verraten.

In Deutschland ist Death in Brunswick auf VHS und DVD erschienen. Wobei die VHS Variante einen anderen Filmtitel hatte. „Abgedreht – Nothing to loose“ hieß er vom Label CANNON GROUP. Was einem noch sehr verwundert ist die Freigabe von 18 Jahren, denn die Gewalt und auch der schwarze Humor sind noch in einem gesunden Rahmen und verursachen eigentlich keine Hohe Freigabe. Und wenn es so manche Busenblitzer und knappen Outfits der jungen Mädels im Film der Grund sein sollte, dann dürften andere Produktionen hier nie verkauft oder gezeigt werden.

Wer eine amüsante und leicht verdauliche schwarze Komödie sucht und Filmen mit Sam Neill sich gerne anschaut, sollte sich Death in Brunswick mal anschauen. Für Zwischendurch durchaus geeignet, aber für einen richtigen Klassiker oder sogar Geheimtipp reicht es leider nicht aus.