Death Tower

Ein Irrer will sich an einem Chemiekonzern rächen und dringt nachts ins dessen Bürogebäude ein. Dort dezimiert er das Wachpersonal und riegelt den Laden hermetisch ab. Dabei übersieht er jedoch die Managerin Mary-Anne (Kathleen Quinlan).

DEATH TOWER ist ein Thriller der ursprünglich nur für das amerikanische Fernsehen 1989 produziert wurde. Für die Regie wurde Fred Walton engagiert, der uns auch schon 1979 mit dem Film “Das Grauen kommt um 10” versorgte. Dazu noch Filme wie “Die Horror Party” von 1986 und “Stimme der Dunkelheit” aus dem Jahr 1993. DEATH TOWER ist ein minimalistischer Thriller, der durch seine wenigen Elemente dennoch sehr fesselnd und beklemmend rüberkommt. Der Schauplatz ist ein Wolkenkratzer aus Stahl, Glas und Beton, wo sich nicht nur Appartments und Büros befinden, sondern auch mehrere Forschungslabore. 

Doch das friedliche Beisammensein und Arbeiten im DEATH TOWER wird empfindlich durch einen unbekannten Mann der mit Messer und Baseballschläger bewaffnet ist gestört. Sein Motiv ist Rache an dem Chemiekonzern im Haus, den er für den Tod seiner Frau und Kind verantwortlich macht. Zu Beginn des Films bekommt man bereits etwas Informationsmaterial diesbezüglich mit einer schaurigen Einstellung serviert. Alle elektronischen Eingänge sind blockiert und verhindern ein Verlassen des Komplexes. Doch im Hause befindet sich nur die Verwaltungsmanagerin Mary Ann Marschall (gespielt von Kathleen Quinlan), ihre junge Kollegin wurde bereits ermordet. Kann sich Mary Ann bis zum nächsten Morgen verstecken oder muss sie sich dem Wahnsinnigen stellen? Ein tödliches Katz und Mausspiel beginnt. Doch da ist noch jemand im Gebäude, wer ist es?

DEATH TOWER ist sicherlich kein Meilenstein im Thriller Fach, überzeugt aber mit dem düsteren Schauplatz und dem Punkt das man in einem riesigen Art Käfig gefangen ist, und dem Wahnsinnigen gegenüberstehen muss. Eine Flucht scheint unmöglich zu sein. Zudem kommt noch das viele Einstellungen mit einer unheimlichen Stille inszeniert wurden, das sorgt für Aufmerksamkeit des Zuschauers. Der Schauplatz des Wolkenkratzers beherbergt auch viele Szenen in Fahrstühlen, Treppenhäusern und den Tiefgaragen, verwaiste Geschäfte, Abwechslung ist garantiert. Dadurch wird die Atmosphäre sehr gut gestärkt und die einfache Story getragen. Auch kommt der Film DEATH TOWER mit wenigen Charakteren aus.

In die Rolle der Mary Ann schlüpfte die Schauspielerin Kathleen Quinlan. Sie mimt hier nicht ein schreiendes und verzweifeltes Opfer, sondern eine reife Heldin, die sich zu verteidigen weiß und sich auch der Gefahr gegenüberstellt. Auch beweist sie selbst in brenzligen Situation die Ruhe und zeigt Humor. Quinlan kennt man auch aus vielen anderen Filmen sei es “Breakdown” von 1997 mit Kurt Russell, “Strays – Blutiuge Krallen” von 1991 und “Verschollen im Bermuda-Dreieck” aus dem Jahr 1977. In die Rolle des Industriespions der im späteren Verlauf der Story zu Mary Ann hinzustösst ist Bruce Abbott zu sehen. Sein Gesicht sieht man auch in “Bride of Re-Animator” von 1989 und “Vision der Dunkelheit” aus dem Jahr 1988, um nur zwei seiner Werke zu nennen.  

DEATH TOWER gelingt es aus der Grundstory sehr viel Suspense zu schöpfen, Fred Walton hat ein Händchen dafür. Wer allerdings lieber auf fette Action und aufwendige Special Effects steht, wird sich hier sehr schnell langweilen. Doch der Film funktioniert. Durch die verwinkelten Gänge, den verschiedenen Schauplätzen im Wolkenkratzer, weiß man nie genau hinter welcher Ecke der Geheimnisvolle Killer steckt. Auch der Zuschauer wird wie unsere Charaktere im Dunkeln der Identität des Killers gelassen. Man bekommt nur Schatten auf den Überwachungsmonitoren zu sehen, oder hört Schritte aber kann sie nicht einordnen woher sie genau kommen. Betrachtet man den Umstand das es sich bei diesem Film um eine Fernsehproduktion handelt, so ist er sehr effektiv und spannend. Viele Szenen kommen gänzlich ohne Dialoge aus und auch die Musik im Hintergrund verhält sich bedeckt und wurde nur minimal eingesetzt um etwas die Dramatik zu erhöhen.

Doch beherbergt die Story auch ein paar Schwächen. So werden die genauen Beweggründe und Informationen über den Killer nicht vertieft. Sie dienen nur als Gerüst zum Aufbau der Story. Aber Regisseur Fred Walton zeigt eindrucksvoll das wenn Menschen sich der Technik komplett hingeben, nur eine gespielte Sicherheit darstellt. Versagt die Technik, egal ob Zufall oder Mutwillig, so ist der Mensch wieder auf seine eigentlichen Instinkte und Gefühle gestellt. 

DEATH TOWER ist ein Thriller ohne großen Aufwand aber mit viel Atmosphäre und Suspense. Die Grundstory ist nicht neu, aber durch den Schauplatz im Wolkenkratzer und im Bezug auf die Abhängigkeit des Menschen durch die Technik sehr interessant. Bislang gibt es diesen Film in Deutschland nur auf VHS vom Label “CIC” mit einer FSK 16 Freigabe komplett ungekürzt.