Death Train (1993)

Das Fernsehfilme oft kein großes Budget zur Verfügung haben, ist allseits bekannt. Man muss auch keine Millionen an US-Dollar im Hinterhalt haben um einen anständigen Film zu produzieren, doch man sollte schauen wohin man das Geld steckt. Die meisten stopfen es in die Effektabteilung oder in die Schauspieler, aber was ist mit dem Drehbuch, das muss ja auch wer schreiben und sich Gedanken für eine ansehnliche Story machen.

Ein gutes Beispiel für so eine Art Misere ist der TV Actioner Death Train aus dem Jahr 1993, der unter der Regie von David Jackson entstand. Ein B-Movie der auch gut eher in die C-Movie Kategorie passt, aber nicht wegen Setting oder Schauspieler, nein, die Story drückt ihn eher in diese Schublade, woraus er sich nur schwer befreien kann. Jackson ist eigentlich kein Untalentierter Regisseur, er wirkte an sehr vielen TV-Serien mit, aber vielleicht war auch das ein Manko. Denn eine oder mehrere Episoden drehen, scheint etwas leichter und flüssiger von der Hand zu gehen, als einen Abendfüllenden Spielfilm. Jackson wirkte bei „Miami Vice“, „21 Jump Street“, „Booker“ und „Das Ding aus dem Sumpf“ mit. Und „Death Train“ war sein erster richtiger Spielfilm.

Die Besetzungsliste verschlang wahrscheinlich einen großen Teil des Budgets, hier sind allerlei bekannte Namen zu sehen, sei es Pierce Brosnan, den man auch als coolen, smarten James Bond kennt, oder als sein Widersacher Christopher Lee, der hier mal wieder in die Rolle eines sowjetischen Generals schlüpfen darf, oder auch Captain Picard alias Patrick Stewart. Zu erwähnen sei noch Alexandra Paul, die man auch aus „Christine“ oder „Schlappe Bullen beißen nicht“ kennen dürfte. Alle Schauspieler liefern gute Leistungen ab und passen gut zu ihren jeweiligen Charakteren, allen voran ist Christopher Lee eine Augenweide als Bösewicht durch und durch! Wobei man sagen muss, die deutsche Synchronisation ist eher gewöhnungsbedürftig, kaum eine bekannte Synchronstimme ist zu vernehmen.

Die Story ist holprig und besitzt so einige Logikfehler, was den Unterhaltungswert doch sehr mindert, auch wenn man versucht ihn aus der Action Ansicht zu beurteilen, ist er kaum zu ertragen, passieren tut nicht sonderlich viel im Film. Hier und da mal ein paar Schüsse oder eine kleine Explosion, aber mehr sollte man nicht erwarten. Manche Ideen sind etwas aus der Luft gegriffen und wirken etwas lächerlich, wie zum Beispiel die Forderung vom sowjetischen General, das die Sowjetunion sich wieder zusammensetzt, allenfalls zündet er eine Atombombe.

Welcher Fehler mir noch aufgefallen ist, am Anfang des Films bekommt man eine Karte zu sehen, mit ein paar Städten und Flüssen drauf, da ich aus der Nähe komme, erkannte ich den Fehler in dieser Szene an den Polizeiwagen die ins Bild zum Zug rücken, sie haben das Kennzeichen von München, aber abspielen tut sich die Szene gerade in Niedersachsen bei Hannover (Kennzeichen: H) – die waren aber schnell!

Death Train ist ein netter Streifen für zwischendurch, wenn mal nichts anderes in der Kiste läuft, aber zu einem guten Geheimtipp aus dem B-Movie Bereich reicht es leider nicht ganz. Hätte man ein wenig mehr an der Story gefeilt, und den Härtegrad der Action verstärkt, würde das Urteil wahrscheinlich anders ausfallen.