Dentist II – Zahnarzt des Schreckens (1998)

Nach dem grausigen Amoklauf von Dr. Alan Feinstone, kann der irre Zahnarzt unerkannt in dem kleinen Städtchen Paradise untertauchen, wo er versucht ein neues Leben zu beginnen. Da es aber schon einen Zahnarzt in diesem idyllischen Kleinstädtchen gibt, beseitigt er ihn kurzer Hand und nimmt dessen Platz an. Alles scheint gut zu verlaufen und Feinstone verliebt sich sogar in die attraktive Jamie mit der er ein Verhältnis beginnt. Vergessen sind die Morde, die Demütigung seiner Ex-Frau, die ihm mit dem Poolreiniger betrogen hatte, weswegen er zu blutrünstigen Bestie wurde. Doch die Kellnerin Bev scheint ihn wiedererkannt zu haben, was Feinstones neues Leben in Gefahr bringt. Als sie sich bei ihm in Behandlung begibt, will der Zahnarzt heraus finden, was die Bedienung des Diners weiß. Er fesselt sie auf dem Zahnarztstuhl und für die Frau beginnt ein grausames Martyrium. Und als wäre das nicht schon genug taucht auch noch seine Ex-Frau auf, die es auch Rache abgesehen hat… der Wahnsinn beginnt von neuem … 

Nach dem großen Horrorthriller-Erfolg The Dentist aus dem Jahre 1996 drehte Horrorfilm-Regisseur Brian Yuzna, dem Filmemacher von Filmen wie Bride of Re-Animator und Dark Society einen zweiten und letzten Film über den psychopathischen Zahnarzt Dr. Feinstone, Dentist II – Zahnarzt des Schreckens,  der zwar in einem kleinen Städtchen in Missouri, dass dort auch real gibt und Paradise heißt, untertauchen kann, aber seine Vergangenheit nicht abschütteln kann und erneut Opfer seiner extremen Eifersucht, seines Misstrauens und seiner Paranoia wird, die ihm erneut zu bestialischen Taten treibt.

Und welcher Berufsstand verübt schon nicht so eine Faszination aber auch ein Unbehagen auf so  manchem Menschen aus, wie der des Zahnarztes. Um so entsetzlicher ist natürlich die Vorstellung an einen wie Feinstone zu gelangen, dem man hilflos ausgeliefert ist und der in seinem Wahn einem mit dem ohnehin für Gänsehaut sorgenden Zahnarzt-Equipment foltert ?! Brian Yuzna greift genau diese Angst vor dem Zahnarzt auf und schafft es mit Dentist II – Zahnarzt des Schreckens den Ruf diesen Berufstand, der ohnehin bei vielen Menschen für ein ungutes Gefühl in der Magengegend sorgt völlig zu ruinieren. Waren es vorerst nur Wissenschaftler den man Wahnsinn und Skrupellosigkeit nachsagte, so verstärkte Yuzna nun auch die Angst vor dem realen Besuch beim Zahnarzt, der vielen Patienten eh schon nicht geheuer war und meist mit einer Art von Folter verbunden war.  

Corbin Bernsen, den wir aus der TV-Serie J.A.G. – Im Auftrag der Ehre oder L.A. Lw – Staatsanwälte, Trick, Prozesse kennen stellt hier wunderbar irre, auch auch überzogen Alan Feinstone, den wahnsinnigen Zahnklempner da, der aber im Grund genommen selbst ein Opfer einer Psychose ist, die ihn in den Wahnsinn treibt. Der von Verlustängsten gepeinigte Mann verfällt einer schweren Psychose als er seine Frau beim Ehebruch erwischt. Die Tatsache hintergangen, ausgenutzt und als Mann nicht mehr ernst genommen zu werden lassen ihn in schwere Depressionen fallen, die soweit gehen, dass er den Verstand verliert und er nicht mehr zwischen Realität und Halluzinationen unterscheiden kann, was ihn dazu befähigt unmenschliche taten zu begehen. 

Was bei Dentist II – Zahnarzt des Schreckens auffällt sind die wirklich widerlichen detaillierten Szenen von Großaufnahmen der Zähne, an denen sich der irre Zahnarzt zu schaffen macht. War es bei einem persönlichen Besucht beim Zahnarzt einem glücklicher Weise erspart geblieben selber zu sehen,  was dieser im eignen Mund tat, so zeigt Yuzna mit Hilfe von Ralis Kahn, der für den Dental Spezial Effekte zuständig war, genau das, was wir vielleicht lieber nie gesehen hätten. In Großaufnahmen sehen wir wie der Bohrer Zähne und Zahnfleisch bearbeitet, wie das Blut spritzt und man kann gut nachempfinden welche höllischen Schmerzen das sein müssen. Im Gegensatz zu anderen Horrorfilmen, in denen man eigentlich eher unbeteiligt beobachtet verhält es sich bei Dentist II – Zahnarzt des Schreckens so, dass genau diese blutigen Szenen einem sehr realistisch vorkommen und man kann sich leider nur all zu gut in die Rolle des Opfers hinein versetzen, war und ist schließlich jeder in zahnärztlicher Behandlung, kennt die Geräusche, die Instrumente und das Gefühl einem Zahnarzt mehr oder weniger in dem Stuhl liegend ausgeliefert zu sein.  Und wer kann schon sagen, was im Kopfe seines Zahnarztes wirklich vorgeht? Was würde ihn daran hindern, wenn er einen schlechten Tag hat oder gar psychische Probleme einem nicht absichtlich weh tun tun? Eine Horror-Vorstellung!

Während in dem eher amüsanten Horror-Musical Der Kleine Horrorladen der sadistische Zahnarzt, gespielt von Komödiant Steve Martin, doch eher übertrieben und völlig absurd wirkte, ist Dr. Feinstone in Dentist II – Zahnarzt des Schreckens schon eine eher vorstellbare Variation. Aussehen tut er wie ein 08/15-Typ, eher unauffällig, so wie man sich einen Zahnarzt vielleicht sogar vorstellt, man sieht ihm seinen Geisteszustand nicht an oder dass er etwas böses tun könnte. Feinstone ist nicht der typische Filmbösewicht, bei dem man auf dem ersten Blick sieht, dass er ein Monster ist. Und genau das ist das, was Dentist II – Zahnarzt des Schreckens auch so furchtbar macht. Es ist kein gesichtsloser Killer hinter einer Maske, kein Killer aus dem Jenseits ein zerlumpter Psychopath mit Kettensäge oder so, er ist der Typ, dem man überall begegnen kann – auch beim Zahnarzt!

Nun könnte man sich fragen, muss man wirklich Dentist II – Zahnarzt des Schreckens sehen oder wäre es nicht vielleicht besser, sich diesen Horrorfilm zu ersparen, wenn man schon ohnehin Zahnärzte nicht besonders viel Vertrauen schenkt. Zugegeben, der Film macht Angst – auch vor dem anstehenden besuch bei einem solchen, weil man genau diese blutigen Bilder aus Dentist II – Zahnarzt des Schreckens einem plötzlich ins Gedächtnis kommen, sobald man auf dem Zahnarztstuhl Platz genommen hat. falls man überhaupt hingeht, weil man vielleicht befürchtet, dass hinter dem eignen Zahnarzt, weil er letztes mal vielleicht nicht so nett war, ebenfalls ein Sadist steckt, der sich für seine privaten Probleme an seinen hilflosen Patienten rächen will. Eigentlich eher unrealistisch, aber ein mulmiges Gefühl bleibt dennoch.  

Jetzt weiß ich  natürlich nicht, wie normale psychisch gesunde Zahnärzte zu diesem Film stehen, wahrscheinlich sind sie nicht all zu sehr erfreut darüber, haben sie es doch schon schwer genug gegen ihren grusligen Ruf anzukämpfen. Beim Film Festival von Katalonien wurde Dentist II – Zahnarzt des Schreckens jedenfalls als Bester Film nominiert, was aber wohl der Ärztekammer eher Unbehagen bereitete. 🙂

 Dentist II – Zahnarzt des Schreckens ist ein Horrorfilm, ganz klar und soll eigentlich auch nichts anderes darstellen, aber dennoch hat er auch Nebenwirkungen, nämlich dass er die Angst vor dem Zahnarzt selbst verstärkt – also bei Leuten, die eh schon Muffensausen davor haben. Es empfiehlt sich somit den Film nicht vor einem unmittelbar anstehenden Termin anzuschauen. E-m-s veröffentlichte Dentist II – Zahnarzt des Schreckens ungekürzt (es gibt eigentlich keine geschnittene Fassung) auf DVD und BGM auf VHS, selbst im TV wurde er ungekürzt gezeigt. Hier gilt: Es ist nur ein Film – oder vielleicht doch nicht!? ^^

Wertung: 8,5/10 Punkten 

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