Der 4D Mann (1959)

Mit Hilfe eines Verstärkers gelingt es dem Wissenschaftler Tony Nelson, die Molekularstrukturen beliebiger Objekte zu verändern, um damit andere Objekte zu durchdringen. Während einem Experiment geht sein Labor in Flammen auf, woraufhin er seine Forschungen bei seinem Bruder Scott fortführt. Als sich eine Romanze zwischen Scotts Freundin Linda und Tony anbahnt, flüchtet sich Scott wütend in die Experimente seines Bruders und testet den Verstärker an seinem eigenen Körper. Mit fatalen Folgen. Scotts eigene Molekularstruktur verändert sich und um zu überleben, muss er die Lebensenergie anderer Menschen in sich aufsaugen. Ein Wettlauf gegen die Zeit und den todbringenden 4D-Mann beginnt …


Kennt Ihr noch den Film Blob – Schrecken ohne Namen (1958)? Ja sicherlich, als Retro-Fan sollte man diesen Film mit Steve McQueen kennen. Und somit sind wir schon beim Regisseurs des Film Der 4D Mann (1959) der ebenfalls unter der Regie von Irvin S. Yeaworth Jr. entstand. Zudem war Yeaworth auch noch ausführender Produzent bei Der 4D Mann. Wieder ein Jahr später drehte er noch Mördersaurier, dies war sein letzter Film. Im Jahr 2004 verstarb Yeaworth durch einen Verkehrsunfall in Jordanien.

In den 50er Jahren waren Science-Fiction Filme hoch im Kurs. Oft sehr kostengünstig entstanden pflegen manche von Ihnen noch heute Ihren Kult-Status und begeistern die Zuschauer. Entweder handelten sie von Besuchen aus dem Weltall, Reisen auf entfernte Planeten oder auch verrückte Wissenschaftler. So wie auch bei Der 4D Mann ein Wissenschaftler durch Zufall eine Entdeckung macht, die die Menschheit beeinflussen kann. Doch gerät sie in die falschen Hände, so ist das Grauen schon vorprogrammiert. Zwar wird hier kein Monster durch zusammenfügen einzelner Körperteile geschaffen, aber allein der Gedanke das sich ein Mensch durch alles hindurch bewegen kann, reicht aus um Grauen und Unbehagen beim Zuschauer auszulösen.

Viele würden gerne mal durch Wände durchgehen wollen, sich etwas nehmen oder beobachten ohne erwischt zu werden. Doch ob das ohne Folgen für andere und vor allem für sich selbst bleibt ist fraglich. Doch die Drehbuchautoren fügten noch einen kleinen Touch Vampir in die Story ein. Um selbst als geschaffenes Monster, im übertragenden Sinne, am Leben bleiben zu können müssen andere Menschen Ihrer Lebenskraft beraubt werden. Moment mal, das wurde auch in den 80er Jahren im Film Lifeforce aufgegriffen.

Auch wenn der Film Der 4D Mann bei vielen ein Kult-Status trägt, so weist er ein paar kleine Schwächen auf. Was mir persönlich gut gefallen hat, war die Einführung aller beteiligten Charaktere. Sie werden einem sehr ausgiebig vorgestellt und man bekommt einen guten Einblick in ihr Leben und Bestreben. Doch leider nimmt diese Vorstellung schon zwei Drittel der Laufzeit des Films ein. Somit verbleibt der restlichen Geschichte nicht mehr viel Zeit, was etwas den Drive aus der Story nimmt.

Natürlich darf eine kleine Romanze in einem Film aus den 50er Jahren nicht fehlen, schließlich sind wir in Hollywood. Doch hier steht der Zuschauer im Ungewissen. Wer ist denn nun genau mit der attraktiven Assistentin zusammen? Wer begehrt sie? Wer umwirbt sie? Eine kleine Dreiecks – Beziehung wurde implementiert. Zwei Brüder umwerben eine Frau.

Auch hat sich hier ein kleines Logik-Problem eingeschlichen. Der Wissenschaftler der durch Wände gehen kann, und durch Dinge hindurch greifen kann, versinkt nicht im Boden? Zugegeben Der 4D Mann benutzt nicht ständig seine Fähigkeiten, doch wenn dann bleibt er konstant auf dem Boden haften. Vielleicht denke ich auch nur zu weit oder versuche für alles eine Erklärung zu bekommen.

Der Score im Film basiert mehr auf Jazz Klängen, die für einen Science-Fiction Film oft unpassend wirken. Zwar stimmig und schwungvoll aber für die Story etwas Fehl am Platze. Wirre, ominöse Klänge wären sicherlich angebrachter gewesen.

Dennoch macht der Film großen Spaß. Bietet einem gute Unterhaltung in 82 Minuten Laufzeit. Bedenkt man das Jahr wo er gedreht wurde, so kann man den Effekten nichts negatives ankreiden. Die damaligen Möglichkeiten waren noch sehr begrenzt und steckten noch in den Kinderschuhen. Somit verdienen sie meinen Respekt.

Respekt gilt auch dem Label Subkultur Entertainment die diesen Streifen in würdiger Qualität und Verpackung für uns Retro-Fans veröffentlicht haben.