Der Blob

Arborville liegt mitten in der amerikanischen Provinz, in der normalerweise überhaupt nichts los ist. Deswegen können sich die Jugendlich ganz auf ihre Vorlieben konzentrieren. Kevin und Eddie schleichen sich gerne heimlich ins Kino, während die älteren Paul und Scott schon einen Schritt weiter und vor allem hinter Mädchen her sind. Brian liebt sein Motorrad über alles, mit dem er gerne auf den Straßen der ländlichen Gegend unterwegs ist. Aber dann ändert sich das beschauliche Leben in dem kleinen Kaff, denn in der Nacht kommt eine Lebensform aus dem All unvermitelt in der Nähe von Arborville auf die Erde. Das schleimige Etwas aus dem Raumschiff erweist sich als Bedrohung für die Bewohner des kleinen Städtchens, denn es verschlingt alles, was sich ihm in den Weg stellt. Das erste Opfer des “Blobs” ist ein Landstreicher, den Paul, Meg und Brian ins Krankenhaus bringen, bevor der Kampf gegen den Blob richtig beginnt.

 

Neben dem, in den 80ern, boomenden „Slasher-Film“ und der Überflutung durch günstige Sequels zu „Nightmare“, „Friday the 13th“ oder „Halloween“, erblickte doch so mancher eigenständiger Horror-Film das Licht der Welt. „Der Blob“ ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen ist es ein Remake des 50er Jahre Sci-Fi-Films „Blob – Schrecken ohne Namen“ mit Steve McQueen in einer seiner ersten Hauptrollen, auch der einzige Grund, sich an diesen zu erinnern, zum anderen hebt er sich durch seine Prämisse wunderbar vom Einheitsbrei der meisten Horror-Filme, dieser Zeit, ab. Denn „Der Blob“ ist ein wirklich unterhaltsamer Schocker, der zu Unrecht gerne vergessen wird, wenn es um diese Phase des Horror-Kinos geht.

Der Film kommt sehr rasant daher. Nachdem es zu Beginn die obligatorische Einführung unserer Charaktere und deren Umgebung gibt, geht der Streifen direkt in die Vollen und sobald „Der Blob“ freigesetzt ist beginnt eine atemlose Achterbahnfahrt mit der wabbeligen Masse. Frank Darabont, Regisseur von „The Green Mile“ und „Die Verurteilten“ und Chuck Russell haben hier den seichten 50er Schocker zu einem wirklich unterhaltsam, gruseligen Horror-Stück gemacht. Die Figuren handeln nachvollziehbar und sind nicht nur bloß Klischeefiguren, die als Kanonenfutter dienen, sondern agieren menschlich und sind mit guten Dialogen versehen. Man fiebert als Zuschauer mit und durch die rasante Inszenierung, bleibt man durchgängig bei der Stange. Regisseur Chuck Russell, der unter anderem auch für das Schwarzenegger-Vehikel „Eraser“ oder den dritten Teil der „Nightmare on Elm Street“-Reihe verantwortlich ist versteht durchaus sein Handwerk, denn der Film macht auch heute durchaus was her. Die Effekte sind ziemlich cool und gut gealtert und müssen sich nicht weit hinter John Carpenters „The Thing“ oder David Cronenbergs „Die Fliege“ verstecken. Die Szenen in denen „Der Blob“ seine Opfer verschlingt, sind teilweise relativ graphisch und rechtfertigen durchaus eine Freigabe ab 18 Jahren. Wo das Original seine Opfer einfach aufsaugt, präsentiert sich das Remake auf der Höher der Zeit und zeigt verstümmelte Leichen und graphische Körperzersetzungen, was den „shapeless Terror“ noch bedrohlicher macht. Auch der Twist im Film ist relativ gut konstruiert, denn wenn sich dem Zuschauer eröffnet, was es mit der Masse auf sich hat, tritt durchaus ein „AHA-Effekt“ ein. Das Finale ist indes auch relativ spektakulär geraten und schöpft nochmal aus den Vollen. Zudem bekommt man noch einen netten Cliffhanger. Die Darsteller sind jetzt auch keine galaktischen Überflieger, füllen aber ihre Rollen gut aus und kommen sympathisch genug rüber um durch die Handlung zu führen.

Mit „Der Blob“ entstand ein wirklich kurzweiliger, unterhaltsamer und spannender Horror-Schocker, den so manch einer nicht auf dem Zettel hat und von vielen noch entdeckt werden kann/sollte. Daumen hoch für dieses, nennen wir es mal „Creature-Feature“.
Der Film ist ungeschnitten mit 18er Freigabe auf Blu-Ray von Meteor Film erhältlich, als normale Amaray oder als Limited Edition im Mediabook!