Der Einzelgänger

Mit seinem zweiten Film bescherte uns Regisseur Michael Mann schon mal einen Einblick in einen seiner späteren Filme mit dem Titel „Heat“. Doch hier geht es um Der Einzelgänger aus dem Jahr 1981 mit James Caan in der Hauptrolle. Michael Mann ist ein Garant für bewegende und tiefgründige Filme, ein Fanatiker der 70er Jahre was in zahlreichen Filmen deutlich zu spüren ist. Anstatt sich wie gewohnt in den 80er Jahren der blanken Action hinzugeben, verleit er seinen Charakteren deutlich mehr Zeit und Gefühl. Eine Charakterzeichnung ist somit allen Hauptcharakteren gegeben und wird vollends ausgeschöpft. Welche Titel von Michael Mann noch deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, sind „Die Unheimliche Macht“ von 1983, der bis heute noch nicht auf DVD erschienen ist, und selbst die VHS nur ein Bruchstück des ursprünglichen Werkes zeigt. Dazu gesellt sich noch „Der letzte Mohikaner“ aus dem Jahr 1992, ebenfalls eine beeindruckende Geschichte, die sich sehr mit der Charakterzeichnung befasst und aus den vollen schöpft.

Für die Rolle des Einzelgängers wurde James Caan gecastet. Ihn kennt man vor allem aus dem Action-SciFi Mix „Rollerball“ von 1975 oder auch als Detectiv Sgt Matthew Sykes von „Alien Nation – Spacecop L.A. 1991“ von 1988 – wovon es auch insgesamt 4 weitere Spielfilme gibt. Caan überzeugt den Zuschauer mit seiner Inszenierung des Einzelgängers der sich nach Geborgenheit und Sicherheit sehnt. Ein verkorkstes Leben hat er hinter sich. Ein Teil seines Lebens im Knast verbracht, worin er der Gesellschaft die Schuld zuweist. Er nimmt sich vor sein Leben in den Griff zu bekommen und seiner Leidenschaft des Diamantendiebstahls zu entfliehen um endlich ein geregeltes Leben zu führen. Doch da ist noch Leo, ein Gangsterboss der Frank (Caan) ordentlich zusetzt und ihn nur Mittel zum Zweck benutzt. Leo gaukelt ihm ein sorgenfreies Leben mit viel Geld, jedoch heimst er selber den meisten Lohn aus den krummen Dingern ein. Er unterstützt den Wunsch von Frank nach einer Familie indem er ihm hilft ein Haus und ein Adoptivkind zu bekommen. Doch nachdem Frank der Kragen platzt, zeigt Leo sein wahres Gesicht. Zeit einen reinen Tisch zu machen. Und Frank erkennt das seine im Knast angefertigte Kollage die eine heile Welt mit Frau, Kind, Haus, Geld nur ein Wunschdenken und eine Illusion sei.

Regisseur Mann dosiert in der Einzelgänger die Action sehr bedacht, der Hauptaugenmerk liegt auf der Story und die Charakterinszenierung mit deutlicher Tiefe. Als Hingucker fungieren der große Safe Bruch mit einer riesigen Elektrode und vor allem das Finale indem Frank mit allen Dingen reinen Tisch macht. Ab diesem Zeitpunkt ist die Freigabe ab 18 Jahren auch berechtigt, hier fliesst der rote Saft ordentlich durchs Bild und Menschenkörper werden durch die Wucht der Waffen förmlich zerfetzt und durch die Gegend geworfen.

Der Einzelgänger ist eine Filmempfehlung für alle die einem harten Thriller-Drama nicht abgeneigt sind und Manns ersten Kinofilm erleben möchten. Wer sich schon für HEAT mit Al Pacino und Robert De Niro begeistern konnte, wird mit Manns frühen Werke definitiv auf einer Ebene schweben. James Caan brilliert in der Rolle des Einzelgängers und zeigt hohes Talent an Schauspielkunst. In weiteren Rollen sind unter anderem noch Tuesday Weld, Willie Nelson, Robert Prosky und James Belushi zu sehen.

Der Einzelgänger spielt größtenteils Nachts, was ihm zusätzlich eine dichte Atmosphäre bereitet. Dazu noch wohlklingende Klänge der Gruppe „Tangerine Dream“, die schon so manchen Filmen den Soundtrack spendierten. Nicht zu übertrieben und nicht zu dezent, die Mischung ist hier allen Beteiligten sehr gut gelungen. Realismus pur, dosierte Action, und einem knallharten Finale – das ist der Einzelgänger.

Das Label OFDB Filmworks hat nun diesen Geheimtipp als 5-Disc Ultimate Edition in den Handel gebracht. Sie beinhaltet verschiedene Fassungen des Films. Ein Directors Cut, die Kinofassung und die Special Edition Fassung.