Der Flug zur Hölle (1957)

Für den Abenteuerfilm „Der Flug zur Hölle“ aus dem Jahr 1957 war ursprünglich die Legende Jack Arnold für den Regiestuhl vorgesehen, doch er winkte ab, doch das Filmstudio wollte unbedingt das Skript verfilmen – der Cutter Virgil W. Vogel nahm den Platz ein und versuchte das Beste aus dem Drehbuch herauszubekommen, was ihm durchaus ansprechend gelang. Bedenkt man die Budgetkürzungen die so manche Dinge anders vorgesehen hatten, kann man von einem unterhaltsamen Endprodukt sprechen. Virgil W. Vogel sammelte bereits ein Jahr zuvor mit „In den Klauen der Tiefe“ erste Erfahrungen auf dem Regiestuhl.

Die Story von Der Flug zur Hölle ist einfach gestrickt und schnell erzählt. Ein Forscherteam macht sich auf den Weg vom Schiff aus mit dem Hubschrauber um die Antarktis zu erforschen, aufgrund diverse Berichte vorheriger Expeditionen. Ein Team bestehend aus vier Personen, einen Hubschrauber Piloten, der den Charme eines James Dean verkörpert, eine Reporterin – die später dazu dient eine Romanze einzugehen, ein Mechaniker der immer anders denkt und handelt als die restlichen Mitglieder der Gruppe und ein Offizier der Armee, der viel Sachverstand und Wissen was die Evolution der Menschheit angeht besitzt. Die Gruppe geht auf einer Entdeckungstour durch eine Notlandung verloren, die Suchtrupps sind bereits unterwegs, doch wo stecken verlorenen? Sie kollidierten mit einem Flugwesen und mussten auf unbekannten Terrain eine Notlandung begehen. Doch sie sind nicht nur den Gefahren der Tiere und Pflanzen ausgesetzt, auch eine mysteriöse Begegnung mit einem verschollen geglaubten Expediteur nimmt seinen Lauf.

Der Flug zur Hölle fängt wunderbar den Charme und das Flair der Filme aus den 50er Jahren ein. Ein Studio wollte mit einem großen Budget einen Kinoknüller bestreiten, doch Kürzungen waren zufolge und manche Dinge mussten anders inszeniert werden als ursprünglich geplant. Allen voran sollte das Setting in der Prähistorischen Welt nach draußen verlegt werden, und im Urwald in Sümpfen stattfinden, doch stattdessen wurde es in ein Studio verlegt, die Hintergründe der Sets wurden mithilfe von MATTE PAINTING umgesetzt. Doch auch bei den Effekten wurde eingespart, betrachtet man die Detailverliebtheit bei den Pflanzen, dem Wasser und dem Hineinkopieren von Echsen die sich bekämpfen, so wurden beim T-Rex ordentliche Abstriche vollzogen. Ein Mann im Gummikostüm, was keinerlei Problem darstellt, denn auch hier gab es in den 50er und 60er Jahren durchaus erfolgreiche Ideen und Umsetzungen, man denke nur an Godzilla. Doch hier wirkt der Herrscher der Urzeit eher plump, billig und einfallslos.

Die Geschichte des Films nimmt sich zu Anfang etwas Zeit, und verhilft dem Zuschauer zum Kennenlernen der einzelnen Charaktere. Zwar bedient man sich auch hier diversen Klischees, doch mindern sie den Unterhaltungswert nicht im geringsten. Auf die damalige strickte Geschlechterrollen wurde acht gelegt, und man bekommt ein paar spitzzüngige Dialoge serviert. Schauspielerisch betrachtet kann man bei allen Darstellern von sehr guten und ausdrucksstarken Leistungen sprechen. Regisseur Virgil W. Vogel erzielte das Maximum des Möglichen aus dem geringen Budget. Der Flug zur Hölle funktioniert als Fantasystreifen, mit der Thematik „Mensch und Dinosaurier“, ein wenig mehr SciFi Anleihen hätten dem Skript sicher gut gestanden, was aber wohl auch dem Budgetkürzungen zum Opfer gefallen wäre.

Die Umsetzung auf Blu-ray durch das Label „Anolis Entertainment“ ist sehr gut gelungen. Zwar ist gelegentlich etwas rauschen zu vernehmen, doch Anolis konnte auf das Master von UNIVERSAL zurückgreifen, was man auch sichtlich an vielerlei Szenen deutlich merkt. Der Ton ist klar und deutlich und kommt kristallklar aus den Lautsprechern. Alles in allem eine sehr gute Veröffentlichung eines Monsterfilms aus den 50er Jahren.