Der Geisterjäger (1986)

Der 14-jährige Cody Walpole und seine Freundin Wendy entdecken im australischen Outback eine nicht verzeichneten verwunschenden See. Schon bald stellt sich heraus, dass dies ein verbotener Ort für die Aborigines ist, da dort ein Monster namens Donkegin leben soll. Kurz darauf entdecken die Teens die offenbar erfrorene Leiche des alten Neville…


In den 80er kamen zahlreiche Kinder – Abenteuer Filme in die Kinos und Videotheken. Man denke da nur an DIE GOONIES oder STAND BY ME, die bis heute nichts von ihrem Charme und Status eingebüßt haben. Doch 1986 kam ein ganz anderer in die Regale. Auch mit einem kleinen Jungen, der sich auf eine abenteuerliche Reise begibt. Man könnte meinen eine Art Mythologie wie man es vom Loch Ness Monster kennt. Regisseur Brian Trenchard Smith inszenierte DER GEISTERJÄGER. Im Original lautet der Titel FROG DREAMING, so wird wieder schnell klar wie der deutsche Titel was mit dem Original zu tun hat, nämlich nichts mehr.

Brian Trenchard Smith ist kein Unbekannter Mann hinter der Kamera. In seiner Laufbahn als Regisseur bescherte er uns zahlreiche interessante Filme. Man denke da nur an INSEL DER VERDAMMTEN (1982), BMX BANDITS (1983) oder auch SAHARA – WÜSTE DES TODES (1995) mit James Belushi in der Hauptrolle. Schaut man sich DER GEISTERJÄGER an so merkt man recht schnell das Smith wahrlich Lust und Laune an diesem Projekt hatte.

Der Zuschauer begleitet den Jungen Cody Walpole, gespielt von Henry Thomas. Ihn kennt man auch aus E.T. in der Rolle des Elliott. In DER GEISTERJÄGER begibt er sich mit seiner Freundin Wendy auf die Reise zu einem verwunschenen See in Australien. Dort soll ein Monster namens Donkegin leben, und von den Einheimischen Aborigines verehrt werden. Doch der Fund einer Leiche bringt beide in ungeahnte Situationen.

Schnell sind die Sympathiepunkte beim Jungen Cody. Mit einer sehr aufwendigen und interessanten Eröffnungssequenz startet die recht fade Story des Abenteuers. Allein die Aufnahme der Fahrt mit dem Fahrrad auf den Schienen ist kameratechnisch sehr gut eingefangen worden. Die Entdeckung des Sees ist ebenfalls sehr interessant in Szene gesetzt worden.

Doch leider gibt es auch etwas zu bemängeln. Henry Thomas in der Rolle des Cody wirkt sehr zurückhaltend und demotiviert. Hinzu kommt das die deutsche Synchronstimme eher unpassend gewählt wurde und sie sich sehr piepsig, zu hoch anhört. Die Schauspielerische Leistung von Henry Thomas und die deutsche Stimme wirken zusammen wie dahin geklatscht. Völlig emotionslos agiert Cody durch das Abenteuer der Story.

Doch verspricht DER GEISTERJÄGER ein typisches 80er Jugendkino. Mit Mutproben, Mythologie, Abenteuer, Geheimnissen und vielem mehr. Verglichen mit anderen Vertretern aus dem Genre, steht dieses Werk leider weit hinten an. zumal die Story sehr flach und ab Mitte des Films recht einfallslos dahin gleitet. Auch das Finale des Films kann da nichts mehr retten. Im Gegenteil, es unterstreicht das zuvor gesehene. Die Aborigines werden nur oberflächlich behandelt und dienen mehr als Aufhänger der Story. Hier wäre deutlich mehr Potenzial drin gewesen.

Mit Witz, Charme kann DER GEISTERJÄGER beim Publikum punkten. Wer sich gerne dem Abenteuer Genre widmet, gepaart mit Jugendlichen Aspekten wird hier seine Unterhaltung stillen können. Ein paar atmosphärische Momente besitzt der Film und spielt sie auch aus.

Wer in die Welt der Aborigines eintauchen möchte und einen lange ONLY VHS Kandidaten in Deutschland auf DVD im Heimkino erleben möchte, dem kann geholfen werden. Die VHS war schwer zu einem günstigen Preis zu bekommen. Ab dem 08. Februar 2018 gibt es DER GEISTERJÄGER im Vertrieb von SchröderMedia im Handel. Die DVD kann bereits auf Amazon vorbestellt werden.