Der Hund von Baskerville (1959)

 

Auf der britischen Adelsfamilie Baskerville scheint ein Fluch zu liegen, dem offensichtlich auch Sir Charles zum Opfer fiel und von einem legendären Monsterhund, der im Moor um das riesige Anwesen sein Unwesen treiben soll, zerfleischt wurde. Der Sohn des letzten Opfers, Sir Henry glaubt zwar nicht so recht an Flüche, ist sich aber auch seit dem Tod seines Vaters nicht mehr ganz so sicher, was den Aberglauben angeht und will nicht dessen letztes Opfer werden. So lädt er den berühmten Meister-Detektiv Sherlock Holmes ein, der das Geheimnis um die Bestie im Moor aufklären soll. Zusammen mit seinem treuen Assistenten Dr. Watson nimmt Holmes den Auftrag an, gleichwohl er nichts von Flüchen und Höllenhunden wissen will, und begibt sich auf Spurensuche … 

Etliche Male wurden die Abenteuer des Autors Sir Arthur Conan Doyle von und um Sherlock Holmes inzwischen verfilmt und gehören damals wie heute immer noch zu den beliebtesten Charakteren der britischen Kriminalgeschichten. Meiner Ansicht nach ist die Geschichte Der Hund von Baskerville die Beste um den genialen Meister-Detektiv und Peter Cushing bis heute auch der beste Darsteller, der diesen verkörperte.

Der 1980 verstorbene Regisseur Terence Fisher, der einige Klassiker, in den Cushing mitwirkte wie zum Bespiel Die brennenden Augen von Schloss Bartimore oder Insel des Schreckens sowie einige der Dracula-Filme, in der Christopher Lee den Blutsaugerfürsten spielte, verfilmte schickte sich an 1959 seinen bis Datum inzwischen 30. Spielfilm seit 1948 zu drehen und den bis 1959 schon zuvor seit 1914 bereits 14 mal! verfilmten Stoff über den Monsterhund und dem Fluch über die Familie Baskerville aufzugreifen. Langweilig, weil schon zu oft verfilmt und gesehen? Wer sich diesem Vorurteil hingibt, hat meiner Meinung nach etwas verpasst- nämlich einen guten soliden Gruselkrimi der alten Schule.

Peter Cushings Rolle als Englands größter, exzentrischster aber auch genialster Detektiv finde ich zugegeben schon beinahe besser als seine Interpretation von Van Helsing, der ja wie wir alle wissen der Gegner von Graf Dracula war/ist, verleiht der große Schauspieler dieser ohne hin schon sehr schillernden aber auch charismatischen Figur, wie Cushing selbst eine war, einen bis heute unübertroffenen würdevollen, aber auch ironischen und markanten Stil, der Sherlock Holmes so darstellt, wie man ihn sich aus meiner Sicht vorstellt. Ein etwas zu recht arroganten, klugen, der Genialität nahe und gewitzten Brite, der aber gleichzeitig noch sehr menschlich wirkt. Das ist aber meine persönliche Einschätzung – ob die den Tatsachen entspricht, liegt im Auge des Betrachters.

Der Hund von Baskerville mit Peter Cushing als Sherlock Holmes, und seinem treuen und manchmal doch etwas ins einem Schatten stehenden Assistentin Dr. Watson, den man keineswegs unterschätzen sollte und großartig von André Morell, der im selben Jahr auch mit Charlton Heston in dem monumentalen Historienfilm Ben Hur vor der Kamera agierte, gespielt wird, kann noch durch einen Charakter ergänzt werden – nämlich durch den von Christopher Lee gespielten Sir Henry. Und wie viele wissen, hat das Duo Lee und Cushing eigentlich noch nie versagt. So auch nicht im Film Der Hund von Baskerville. Die beiden Ikonen des britischen Horrorfilmes liefern trotz Ihrer Bekanntheit eine äußerst spannende und unterhaltsame Geschichte ab – selbst wenn man auf Grund der Bekanntheit des Buches und der etlichen Verfilmungen vorhersehen kann wie sie ausgeht.

Obwohl in Farbe und man selbstverständlich heute um die Geschichte weiß und somit auch den Ausgang kennt, so verliert der Film nichts an ihrem Gruselflair und Spannung und man bangt jedes Mal auf Neue mit den Protagonisten, dass sie nicht dem Monsterhund zum Opfer fallen und auch sonst alles gut überstehen . Vor allem macht es einfach Spaß zu zuschauen, wie Holmes und Watson aus den noch so kleinsten, fadenscheinigsten (angeblichen) Hinweisen ihre Schlussfolgerung ziehen und letzten Endes den Fall natürlich lösen. Aus meiner persönlichen Sicht geht es, wenn man sich den Film heute anschaut, gar nicht mehr um das Rätsels Lösung, da man sie ja eh schon lange kennt, sondern viel mehr um das ganze Drumherum und das Wie. 

Michael Carreras, dem Regisseur von Bestien lauern vor Caracas, unterstützte Terence Fisher als ausführender Produzent, und Anthony Hinds als Produzent, der allerdings Carreas’ Job in dessen gerade genannten Film übernahm. So gesehen scheint man bei den Hammer-Studios immer wieder aufeinander zu treffen und sich zu unterstützend Hilfe in diversen Bereichen zu leisten, was aber wohl in Hollywood ähnlich verlief und bis heute noch die Regel zu sein scheint. Die Musik, die die Spannung oft bis auf die Spitze treibt, wurde wie vier Jahre zuvor im ersten Quatermass-Film Schock von James Bernhard komponiert und ist ebenfalls ein kleines Highlight des Filmes.

Auf jeden Fall ist diese Verfilmung von Der Hund von Baskerville ein echtes Grusel-Vergnügen, mit viel künstlichen Nebel, dem schaurigen Moor und natürlich dem Hund selbst, den man oft nur gruselig heulen hört sowie dem Charme, der eben für die Filme der Hammer-Studios steht. Ich kann ihn auch nicht genau beschreiben, aber wenn man einen Film dieser Studios sieht ohne es vorher zu wissen, so merkt man es nach kurzer Zeit, weil es so eine Art von Markenzeichen, ein besonderer Stil eben in den Filmen mitschwingt. Ich denke die Leute,die die Hammer-Filme mögen, wissen was ich versuche damit auszudrücken.^^

 Zum Glück ist dieser Der Hund von Baskerville von MGM auf DVD veröffentlicht worden und somit überall zum Normalpreis erhältlich.  Der Film ist wirklich angenehme Gruselunterhaltung, aber eben auch dafür gut, dass man mal Peter Cushing von einer anderen, einer ironisch witzigen Seite kennen lernt. Schon alleine das macht es Wert sich den Film anzuschauen. 

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