Der Koloss (1957)

Für den US-Offizier Manning ist am nächsten Tag nach einem Test mit der neusten Waffe der USA, die selbst die Atombombe wie eine Sylvesterrakete erscheinen lässt, nichts mehr wie zuvor. Auf einem abgelegenen Testgelände zündete das Militär eine Plutoniumbombe und Manning ist nicht nur der Hitze ausgestzt sondern auch einer beinahe tödlichen Dosis Strahlung. Doch der Offizier überlebt wie durch ein Wunder udn im Krankenhaus, in dem er erwacht verheilen seine Verbrennungen beinahe völlig. Doch Manning hat keinen Grund zur Freude, denn die Strahlung verändert ihn, lässt ihn zu einem Riesen wachsen und langsam den Verstand verlieren, was ihn zur Gefahr für die Menschen werden lässt…

 Ein Jahr bevor die 20 Meter-Frau die Amerikaner in Angst und Schrecken versetzt, zaubert der heute eher als B-Movie-Regisseur von In der Gewalt der Riesenameisen und dem ersten Teil von Die Stunde der Ratte, Die Insel der Ungeheuer, Bert I. Gordon, einen Klassiker des Science Fiction-Filmes über riesenhafte Ungetüme. Der Koloss von 1957 ist Gordons vierter Spielfilm seit 1955, wo er mit King Dinosaurier auf den Zug der Gigantonomie-Filme der 1950er aufsprang, zu den auch Filme wie Tarantula von 1955 von Jack Arnold gehören. 

 Der Koloss ist einer der Filme über Riesen, die im Kalten krieg der 1950er gedreht wurden und wieder einmal Auswirkungen von Kräften zeigt, die der Mensch vergebens versucht zu beherrschen. Da die Atombombe derzeit eigentlich als die stärkste Vernichtungswaffe der Welt galt, wollte Bert I. Gordon noch einend rauf setzen, was wohl auch unterschwellig als Kritik gegen das Wettrüsten zwischen den beiden Supermächte USA und Sowjetunion zu verstehen sein könnte. Das aber alles nicht nur Erfolgreich verlaufen kann und jede neue Waffe auch ungeahnte Folgen nach sich ziehen kann, also außer der Zerstörungskraft, stellt Gordon hier in seinem vielleicht aus heutiger Sicht suspekten Spielfilm über den riesigen US Offizier Manning dar, der der Strahlung dieser neuartigen Superbombe ausgesetzt war. Natürlich ist das Wachsen zu einem Riesen unmöglich, aber im übertragenden Sinne verkörpert eben diese abstruse Geschichte auch den Wahnsinn der damaligen Zeit, in der ein dritter Weltkrieg bzw, ein Atomkrieg gar nicht so unwahrscheinlich war, wie wir es heute nicht einmal vorstellen können. 

 Heute belächeln wir solche Filme und auch Filme über riesige hochhaushohe Kreaturen, vielleicht bis auf Cloverfield, werden heute auch nicht wirklich mehr gedreht und wenn, werden diese schnell in die Schublade und Kategorie des B-Movies verbannt, da uns die Auswirkung radioaktiver Strahlung heute bekannt sind und wir auch von dem anatomischen Wissen her die Unglaubwürdigkeit solcher Riesen belegen können, auch wenn ich mich persönlich dabei immer wieder ertappe, dass mich die Idee heute noch fasziniert.

 Das mit dieser gigantischen Größe auch der Wahnsinn Einzug erhält ist wohl aus heutiger Sicht verständlich, nicht weil man im wahrsten Sinne größenwahnsinnig werden könnte, sondern weil es gleichzeitig auch negative Aspekte (und ich meine nicht nur körperliche wie Blutdruck) geben könnte, nämlich das die normalen menschen wohl weniger begeistert davon sind, dass ein Riese umher stapft. Und was wird in solchen Fällen in Filmen wie diesem mit Riesen gemacht? Man schießt auf sie, weil sie eine Bedrohung darstellen, vor allem wenn sie aggressiv und frustriert über die nicht rückgängig zumachende Situation werden. Aber nun gut, es ist Science Fiction und ich denke nicht, das wir hier die eventuellen psychologischen Auswirkungen, die so eine Situation auf Riesen ausüben könnte, erläutern müssen.- obwohl die eigentlich gar nicht so uninteressant sind bzw. wären….

 Da der Koloss ein typischer B-Movie darstellt, ergab es sich, dass Bert I. Gordon für diesen Film aus Kostengründen auch für die Spezial Effekte zuständig war, die mehr oder weniger mit der Technik der Rückprojektion bestanden, also wo der Schauspieler vor einem schon bereits gefilmten Hintergrund aufgenommen wird. Auch in dem Film In der Gewalt der Riesenameisen  wurde diese Technik übernommen, was mitunter diesen Filmen auch gleichzeitig ihren Charme verleiht. 

Nicht jedes B-Movie muss auch gleichzeitig schlecht sein. :-) . Aber trotz dessen finde ich, ist das Ergebnis gar nicht mal so übel geworden, wie hätte man sonst den Koloss kostengünstig in solche gigantische Größe visualisieren sollen? Also ich finde es zwar aus heutiger Sicht trashig, aber dennoch unterhaltend und gut gemacht – ich finde jedenfalls nicht, dass es dem Film geschadet hat,.und da der Film in schwarzweiß ist, sieht man vieles eh nicht so deutlich, als in Farbe^^ Zudem wurde diese Technik auch noch in den 1970ern bei Filmen wie Food for the Gods oder teilweise auch in dem  schon Anfang genannten genannten  

 Die Schauspieler, insbesondere den Koloss darstellenden Glenn Langen, der auch in Die Welt des Frauenplaneten von 1966 mitspielte, fand ich recht akzeptabel, wenn man so etwas von Darstellern in einem B-Movie behaupten kann. Ich fand sie oki… nicht überragend grandios, aber auch nicht so untalentiert, dass es so einem Film wie Der Koloss in irgendeiner Weise geschadet hätte^^ Die Dialoge, sind eines B-Movies angeglichen, der sich selbst auch nicht ernst nimmt und manche wirken schon gerade zu banal und manchmal etwas amüsant naiv. Der Koloss ist eben ein B-Movie durch und durch und ich habe das Gefühl, dass er auch nie als etwas anderes angesehen werden wollte, Beziehungsweise auch nicht die Absicht bestand, ihn als etwas anderes hinzustellen. ist das schlecht? Mit Sicherheit nicht. Nicht umsonst gilt Bert I. Gorson wie auch Roger Coman heute zu den beliebtesten B-Movie-Regisseuren, deren Filme heute einen regelrechten Kultstatus besitzen und eine unglaublich große Fan-Gemeinde vorweisen können. Fazit: Nicht jeder B-Movie ist auch ein Film für den Mülleimer^^

 Ein Jahr später nach Der Koloss drehte Bert I. Gorson eine Fortsetzung; War of the Colossal Beast, zu deutsch: Gigant des Grauens, der den Streifzug der Zerstörung des ehemaligen Offiziers Mannung beschreibt, der allerdings in dieser Fortsetzung entstellt und aus mir nicht bekannten Gründen nicht mehr von Glenn Langing sondern von Dean Parkin (verkörpert wird und noch mehr Miniaturmodelle kaputt machen darf. 

Leider wurde Der Koloss im Gegensatz zu seinem zweiten Teil Gigant des Grauens hier zu Lande nach seiner Kinopremiere 1962 keine Veröffentlichung auf einem käuflich zu erwerbenden Medium zu Teil, wurde aber zumindest früher hin und wieder im Fernsehen ausgestrahlt, wo her ich ihn kenne und er mir bestens in Erinnerung geblieben ist.. Aber wie auch immer, in Zeiten von Internet ist es kein Problem, diesen Film jedenfalls in englischer Originalsprache sehen zu können… was völlig reicht, denn in diesem Film Der Koloss zählt wirklich nur die Bildersprache anstatt das Gequatsche der Leute^^.

 

Wertung: 8,5/10 Punkten