Der Koloß

Es geht hier in erste Linie um ein primitives, einfach gestricktes Stück 50er Jahre Autokinostück aus der guten alten Samuel Z. Arkoff-Ära: “Der Koloß” von Bert I. Gordon. Gordon, der im Übrigen immer noch lebt, ist ein Meister der billigen, aber dennoch effektiven SF/-Gruselfilme aus einer Zeit, als dieses Genre noch belächelt wurde und es nur so hagelte von schlechten Tricks, abstrusen Szenen, idiotischen Geschichten und herrlich naiven Intentionen. So ist er der Regisseur solcher Filme wie “Die Rache der schwarzen Spinne”, “In der Gewalt der Riesenameisen” oder “Die Insel der Ungeheuer”. ABER, diese Filme hatten Bestand! Die billigen Trashwerke, waren Trash noch bevor es den Begriff gab. Sie nahmen sich alle ernst und genau das macht sie so besonders. Es gibt viele Filme die ich hier aufzählen könnte, aber eines bleibt stets dasselbe: Die Filme waren und sind nach wie vor ehrlich gemeinte B-Movies, die unterhalten wollen und zudem auch noch meistens versteckt was transportieren. So auch “Der Koloß”. Wenn auch auf putzige Weise. Auch hier wird das beliebte Thema der 50er Jahre; die Angst vor dem Atomzeitalter (oder hier wird noch weiter gegangen; dem Plutonium) genommen und eine Geschichte über einen nach einen Plutoniumunfall verstrahlten Mann der zum 20-Meter-Riesen mutiert entwickelt. Das Interressante daran; es ist ein Soldat. Und das will für die zeit schon was heißen. Gordon versteckt hier Kritik am Militarismus indem die Militärobrigkeit ihre Fehler vertuschen will indem sie ihren eigenen Mann töten. Und somit die Befürchtungen der Gefahr von Verstrahlungen herunterspielen. Ist das wirklich das was hier passiert? Ja, das tut es. Und zwar auf typische B-Film-Manier. Und das eben besonders gut. “Der Koloß” ist ein einfaches Märchen mit versteckten Untertönen. Seine wahre Größe wird er nie gerecht werden. Dafür gab es bessere Filme die das transportieren. Aber er hat seine Daseinsberechtigung, wenn man auf diese Ära steht. So ganz nebenbei wirkten hier spätere Oscarpreisträger mit wie Joseph Biroc (Kamera; Oscar für “Flammendes Inferno”) oder Jack Solomon (Ton, Oscar für “Hello Dolly” und immerhin noch 5 Mal nominiert). Also alles in allem ist “Der Koloß” ein “Drive-In-Film” vom Feinsten und leicht konsumierbar.