Der Kuss vor dem Tode (1991)

 

Der Kuss vor dem Tode basiert auf der Romanvorlage von Ira Levin, und wurde bereits 1956 verfilmt. Regisseur James Dearden nahm sich den Roman 1991 noch einmal vor und verpasste ihm ein Remake, trotz der brisanten Geschichte, und einer erstklassigen Besetzungsliste, ging der Film an den Kinokassen sang – und klanglos unter.

In dem Film von 1956 stand die Beziehung von Jonathan zur Schwester Dorothy noch im Vordergrund, die ungewollte Schwangerschaft und der ausgeklügelte Mordplan standen in nichts nach. Im Remake von 1991 schloss Regisseur Dearden alles geschehene innerhalb von nur 10 Minuten ab und benutzt es nur als Storyaufhänger.

Matt Dillons Inszenierung in DER KUSS VOR DEM TODE ist ausgezeichnet und hat nichts zu beanstanden, er ist sexy, charmant und zugleich finster, und angsterregend. In diesem Film beweist er sein schauspielerisches Können und zeigt das er nicht als nur auf eine bestimmte Rollenbesetzung fixiert ist. Seine Filmpartnerin Sean Young wirkt dagegen leicht austauschbar und ihre Doppelrolle als Dorothy und Ellen wirkt stets verklemmt. Sean Young mag nicht die beste Schauspielerin in Hollywood sein, dennoch ist es in meinen Augen dreist Ihr aufgrund des Films sogar zwei “Goldene Himbeeren” zu verleihen!

Regisseur Dearden erzählt die Mordgeschichte in schicken Bildern, allen voran der Vorspann in der Stahlfabrik lässt einem einen Glanz in den Augen zu. Ihm sind sehr spannende Sequenzen gelungen, ein nervenaufreibendes Finale, mit leichten Anspielungen auf Hitchcock. Untermalt werden die Szenen mit düsteren Klängen aus der Feder von Howard Shores.

Für viele dürfte DER KUSS VOR DEM TODE zu altmodisch und altbacken wirken, was vermutlich ein Hauptgrund gewesen sein dürfte, wieso dieser spannende Streifen an den Kassen floppte. Er steht anderen Produktionen aus dem Psycho – Thriller Genre in nichts nach und kann sich qualitativ ruhig mit ihnen messen. Somit bleibt nur noch zu sagen das dieser Film eine Art “Geheimtip” für Psycho – Thriller Fans ist und bleibt. Eine Sichtung ist er wert, jedoch sollte dem Zuschauer die ruhige Erzählweise bewusst sein und nicht stören!