Der Mann aus San Fernando (1978)

Philo Beddoe ist LKW-Fahrer und Amateurboxer. Bei einem Kampf gewinnt er einen anhänglichen Orang-Utan. Philo verliebt sich in die Country-Sängerin Lynn. Als sie ihn verläßt, verfolgt er sie und halst sich dabei jede Menge Ärger auf…

Es gibt Filme, die würden manche Schauspieler bestimmt verdrängen wollen, oder bereuen es das sie sie gemacht haben. Der Mann aus San Fernando ist vielleicht einer von den Filmen vom Großmeister Clint Eastwood. Denn in meinen Augen ist dieser Film einer seiner miesesten aus seiner endlos langen Filmographie. Der Mann aus San Fernando ist eine Mischung aus Action, Drama, Komödie und Road Movie. Die Story klingt ganz interessant und abwechslungsreich, jedoch ist die filmische Umsetzung nicht so gut gelungen.

Die Boxkämpfe wurden zwar mithilfe eines bekannten Box-Choreographen namens Al Sivani in Szene gesetzt, sie wirken aber plump und gestellt, dies mag daran liegen das sie ja im Film Amateurhaft wirken sollen, wegen den illegalen Kämpfen, aber ein wenig mehr Power wäre bestimmt drin gewesen. Der Humor in der Mann aus San Fernando ist sehr flach und einfalltslos, viele Sprüche zünden einfach nicht, und bewirken noch nicht mal ein breites Grinsen.

Für die Action sollten die Boxkämpfe dienen, damit dies aber nicht zu eintönig wirkt, wurden die Rocker noch mit ins Boot genommen, diese nerven aber ohne Ende, denn sie werden als dermaßen dumm und naiv dahingestellt, und agieren eher wie ein Haufen wilder Hühner als wie harte Rocker.

Die Liebesgeschichte wurde sehr in die Länge gezogen, aber es wird zu wenig drauf eingegangen, zu wenig Tiefgang, vieles wird nur oberflächlich angekratzt, was der Story immens schadet. Auch wurde die Liebesgeschichte ohne ein Happy End versehen, was in Hollywood fast gar nicht geht. Was einem sehr gut unterhält sind zwei unterschiedliche Charaktere im Film, die Mutter von Clint und der Affe. Die beiden sorgen für Abwechslung und bringen ein wenig Schwung in die Story, können diese leider aber nicht retten.

Die Story schleppt sich von Szene zu Szene, es herscht viel Leerlauf. Schauspielerisch kann Eastwood aber wieder voll überzeugen, seine mürrische, mißmutige Art ist wieder kraftvoll in Szene gesetzt worden. Obwohl der erwartete Erfolg damals ausblieb, wurde zwei Jahre später eine Art Fortsetzung gedreht, mit dem Titel: “Mit Vollgas nach San Fernando”.

Der Mann aus San Fernando gibt es auf VHS und DVD, und ist nur was für wahre Eastwood Fans, andere dürften sich an der mageren Umsetzung, der flachen Story und der urigen Liebesszenen ein wenig langweilen. Gelegentlich wird der Film im Free TV ausgestrahlt, ist aber in meinen Augen kein Film den man mehr als einmal gesehen haben muss.

Ich gebe dem Mann aus San Fernando 5 / 10 Punkten

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