Der Mörder-Alligator (1989)

Was in Hollywood klappt, wird doch wohl auch in Europa klappen? Italien war bekannt dafür, das sie sozusagen Plagiate erfolgreicher Filme günstiger in ihrem Land drehten. Allen voran die Endzeitstreifen und Western hatten es den Italienern sehr angetan, wobei das Western Gerne deutlich mehr Qualität vorweisen kann. Doch auch Horrorstreifen blieben nicht verschont und wurden oft im Schnellverfahren runtergekurbelt, doch auch da gibt es ein paar Vertreter die dem „Original“ in nichts nachstehen, oder sogar einen Tick besser im Rampenlicht stehen.

Im Jahr 1989 drehte Regisseur Fabrizio De Angelis den Tierhorrorfilm Der Mörder-Alligator (Originaltitel: Killer Crocodile). Man sollte nicht den Fehler machen und den Film mit dem amerikanischen „Horror-Alligator“ verwechseln. Zwar erinnert die Story recht deutlich an den Vorgänger, aber das Setting wurde in den Dschungel verlegt, statt in der Kanalisation lebt der Alligator im Sumpf – in seiner Heimat. De Angelis ist kein unbekannter Regisseur, er drehte zahlreiche Actionstreifen, allen voran einige Vertreter der „Karate Warrior“ Filmreihe, sein erster Film in Spielfimlänge ist „Thunder“ von 1983, der ebenfalls hierzulande einen Kultstatus mit sich trägt, auch für den zweiten Teil von „Thunder“ stand er hinter der Kamera.

Wenn man bedenkt das solche Filme früher auch im Free TV über die Mattscheibe flimmerten, bekommt man Sehnsüchte danach. Lange ist es her, und somit bleibt einem nur die Möglichkeit sich diesen Streifen auf DVD ins Hause zu holen, wieso nicht auf VHS? Dazu später mehr!

Das Erzähltempo von Der Mörder-Alligator ist recht flott und birgt kaum bemerkbare Längen und Pausen im Plot. Zwar sind ein paar unlogische Szenen und Handlungen zu bemängeln, die etwas unglaubwürdig wirken, trüben den Unterhaltungswert aber kaum. Der Film lebt von den Effekten, zwar sollte jedem klar sein, das man hier keine Mega Knaller Effekte zu Gesicht bekommt, aber blutig wird es dennoch ausreichend. Der Alligator ist definitiv künstlich mithilfe von Puppen und diversen Konstruktionen in Szene gesetzt worden, wirkt aber dennoch bedrohlich und schaurig, allein schon wegen der Größe.

Schauspielerisch betrachtet liefern alle Darsteller sehr zufrieden stellende Leistungen ab, keiner sticht negativ hervor. Untermalt werden viele Szenen durch einen passenden komponierten Score, der die Bedrohlichkeit des Tieres noch sehr verstärkt.

Wer es etwas blutiger mag, wie ein Steak, der sollte zur DVD Version vom Label „X-Rated“ greifen, sie ist um satte 8 Minuten länger als die vorhandenen VHS Auflagen und bietet den Film komplett ungeschnitten, in all seiner blutigen, splattrigen Pracht. Hier bekommt man zerteilte Körper zu sehen, abgerissene Arme und vieles mehr. Ein wenig erinnert der Film an „Der Weiße Hai“ sei es die Szenen oder auch der Score hat gewisse Ähnlichkeiten – doch kommt er bedrohlicher und brutaler rüber als der Weiße Hai.

Wer auf Tierhorrorfilme steht, wird mit Der Mörder-Alligator aus Italien seine Freude haben, aufgrund des Erfolges des Films gab es bereits ein Jahr später eine Fortsetzung.