Der Prinz aus Zamunda (1988)

Inhalt:

Der Prinz aus Zamunda, Akeem (Eddie Murphy) will endlich ein normales Leben führen bevor er verheiratet wird. Um dieses Leben kennen zulernen reist er zusammen mit seinen Diener Semmi (Arsenio Hall) in das New York der 80er Jahre. Und fängt, da er unerkannt bleiben möchte, in einen Restaurant als eine Art Tellerwäscher an. Nur dann verliebt er sich in die Tochter des Chefs.

Filmisches Feedback:

“Der kleine Prinz ist wieder sauber…”

Aus einer Zeit, wo der Juppie-Kapitalismus nur so sprudelte, kommt dieser Film daher. John Landis drehte hier eine kleine , aber feine Komödie, die nicht nur die adelig-monarchischen Strukturen und Rituale einer feinen Gesellschaft karikiert und auseinandernimmt, sondern auch eine satirische Auseinandersetzung mit dem Kapitalismus und seinen perfiden Auswirkungen auf die Soziokultur des Amerikas der 80er Jahre. Nur ist dieser Film kein Paradeschild der 80er.

Im Grunde kann der auch heute noch spielen und hat umso mehr seine parodistische Berechtigung in der heutigen Zeit. Zwei reiche Buben kommen ins Ghetto und werden mit der Realität konfrontiert. Dies wird in einer herrlich bunten Schar verrückter Charaktere und Situationen komödiantisch plattgewalzt, das es eine wahre Freude ist. Da wird MacDonalds und seine Funktion veräppelt, da wird der Schönheitskult der 80er dermaßen aufs Korn genommen, das man es nicht ernst nehmen kann (“Soul-Glo”), da tauchen Gesichter aus anderen Landisfilmen wieder auf (Stichwort DIE GLÜCKSRITTER (1983) ironischerweise auch mit Eddie Murphy als Bettler der ungewollt Karriere macht). So zitiert sich Landis selbst (was er gerne tut) und nimmt somit sein eigen geschaffenes Universum ebenfalls nichts ernst. Landis ist ein genauer Beobachter der Zeit und fügt dies auch stets in seine Filme ein.

Höhepuntk sind unverkennbar die Szenen im Friseursalon, wo Eddie Murphy und der Stand Up Comedian Arsenio Hall eine Show allererster Güte bieten. Auch eine maskentechnische Meisterleistung von Rick Baker (zu Recht oscarnominiert, genauso wie die Köstumbildernerin Daborah Nadoolman, die die Ehefrau von John Landis ist). Landis ist ein satirischer Kommentator und lässt keine noch so abwegige Situation aus um seinen Frust humoristischen Dampf abzulassen. Auch ist es sehr nett zu sehen, dass hier mit die ersten Auftritte waren von z.B. Samuel L. Jackson, Cuba Gooding jr. oder Frankie Faison. Einzig das schmalzige Ende und die teilweise klischeebelastende Liebesgeschichte trüben das Ganze ein wenig. Aber na gut, Kompromisse muss man eingehen um einen erfolgreichen Film zu drehen. Aber so bleibt nur zu sagen:


“Hey, verpiss dich!” – “Ja, verpiss du dich auch!”