Der Rasende Charlie (1979)

In den späten 70er Jahren neigten sich die Biker Streifen so langsam dem Ende zu. Man konnte sich Biker in Vietnam ansehen, oder auch in langen Ketten auf einsamen Highway bewundern. Zwar gab es in den 80er und 90er Jahren auch hier und da einen Bikerfilm, jedoch lagen die Wurzeln schon Jahre vorher begraben. Nichts desto trotz nahm sich Regisseur Steve Carver 1979 ein Skript vor und drehte den Film DER RASENDE CHARLIE, bei manchen auch unter dem Titel CHARLIE UND SEIN FEUERSTUHL bekannt, wobei dieser Titel keine offizielle Version ist. Im Original lautet der Titel FAST CHARLIE AND THE MOONBEAM. Carver hat einige bekannte Klassiker und Kultstreifen in seinem Lebenslauf als Regisseur verewigt, dazu zählen Filme wie MCQUADE – DER WOLF (1983) und DER GIGANT (1981) mit Chuck Norris, sowie auch RIVER OF DEATH – FLUSS DES GRAUENS von 1989 mit Michael Dudikoff. Doch bei DER RASENDE CHARLIE wurde die Hauptrolle des Ex-Soldaten an David Carradine vergeben. Auch er ist ein bekanntes und beliebtes Gesicht in den vergangenen Jahrzehnten gewesen und kann mit einer endlos wirkenden Filmographie punkten. Erwähnenswert sind fast alle Titel aus seiner Liste, sei es CANNONBALL von 1976, DIE VERGELTER von 1986 oder auch die bekannte TV – Serie KUNG FU ebenfalls in den 70er Jahren entstanden.

In DER RASENDE CHARLIE mimt Carradine einen Ex – Soldaten des Ersten Weltkrieges, der an einem Motorradrennen quer durch mehrere Staaten teilnehmen möchte. Da dies auch mit Kosten und diversen Tücken nur bestreitbar ist, heckt er einen Plan aus, um an das nötige Kleingeld zu kommen. Er nimmt die Hilfe eines Verbündeten an und verkauft zum Schein sein Motorrad, wobei er nie das gute Stück aus den Händen verliert. Um sich diese Vorgehensweise vor Augen zu führen, sollte man an den Film RENEGADE mit Terence Hill denken, was Hill mit seinem Pferd abzog, dies tat Carradine mit seinem Motorrad. Doch Charlie braucht auch ein Team, das ihn mit Material und Essen auf der Strecke versorgt, auf der Suche nach Menschen die sich an seinem Vorhaben beteiligen, gerät er in die Fänge einer jungen hübschen Frau und ihrem Kind. Zusammen streben sie das Ziel des Rennes an, das dies nicht immer leicht ist, beweisen sie in den verschiedensten Situationen.

DER RASENDE CHARLIE ist ein recht amüsanter, und flotter Film, man kann ihn getrost als Komödie einstufen, denn mehr als einmal wird der Zuschauer mit flotten Sprüchen und Einlagen versorgt, die die Mundwinkel nach oben schellen lassen. Carradine in einer enthemmten und fröhlichen Rolle zu erleben ist ebenso ein Genuss, wie der Charakter dem er hier gekonnt Leben einhaucht. Charlie wirkt realistisch und authentisch, die menschlichen Züge wirken nicht aufgesetzt und falsch. Das Erzähltempo der Story ist recht flott und verschafft dem Zuschauer nur selten Gelegenheit etwas nach Luft zu schnappen. Laufend passieren irgendwelche Dinge im Verlauf der Charaktere. Auch was die Sets und Ortswahlen angeht, muss man ein Lob aussprechen, die Drehorte befanden sich zumeist draussen und das Gefühl von Freiheit und endlose Landschaften wird durch diverse Kameraeinstellungen unterstützt. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier gearbeitet, was optisch sehr gut gelungen ist und mit der Kamera eingefangen wurde. Schauspielerisch betrachtet kann man nichts beanstanden, selbst bis in die kleinen Nebenrollen wirken alle überzeugend und liefern gute Leistungen ab. In weiteren Rollen neben Carrdine sind Brenda Vaccaro, L.Q. Jones und R.G. Armstrong zu sehen, sie kennt man auch aus vielen anderen Produktionen.

Leider gibt es diese kleine Perle der End 70er in Deutschland bislang nur auf VHS, diese besitzt eine Freigabe von 16 und ist vom Label CIC / UNIVERSAL. Eine würdige Umsetzung hätte diese amüsante und unterhaltsame Komödie definitiv verdient. Gelegentlich ist DER RASENDE CHARLIE auch im Free TV zu erblicken.