Der Satan

Der Tagesablauf einer mehrköpfigen Sekte besteht aus Musik, Drogen und Sex. Die Mitglieder gehorchen ihrem Anführer Moon (Troy Donahue), der sich für den Messias hält, blind und können bis zum Äußersten gehen, wenn es sein muß. Ausgerechnet ihn hat sich die wohlbetuchte Sandra als besonderes Highlight für ihre anspruchsvolle Partygäste ausgesucht. Was zunächst wie ein Rausch aus Drogen und Sex ausschaut, entwickelt sich nach und nach in eine Orgie aus Blut und Gewalt.

 

Die 70er Jahre waren noch immer geprägt von den 60er Jahren. Die sexuelle Revolution und die Freizügigkeit in der Liebe prägten auch das Kino und zahlreiche Filmproduktionen. So nahm sich auch 1971 der Regisseur Robert L. Roberts das Skript von DER SATAN vor und inszenierte einen Mix aus Erotik, Krimi, Grusel und Trash. Wobei Trashig es erst durch die später erhaltene deutsche Synchronisation wurde. Es war Roberts sein erster und letzter Film, jedoch bemerkt man an seinem Stil das er sich gerne an James Franco, Erwin C. Dietrich und anderen inspirieren ließ. Für Deutschland wurde dem Film DER SATAN auch der Alternativtitel “Das Hollywood Massaker” verliehen.

Liest man sich die Filmbeschreibung durch, so bekommt man recht schnell den Eindruck das es sich um einen Thriller mit Drama Elementen handelt, doch DER SATAN schlägt schon nach kurzer Zeit einen anderen Weg ein. Recht schnell bekommt der Zuschauer einen Einblick darauf, was ihm im späteren Verlauf der Story noch erwartet und blüht. Das Genre wechselt schnell hin und her, und einen roten Faden verliert der Regisseur sowie der Zuschauer aus den Augen. Man bekommt einen dokumentarischen Einblick in die Geschichte und das Leben in der Sekte, dann wechselt das Geschehen in das Leben von reichen Bewohnern aus der Großstadt. Dazu bekommt man eine rotzfreche und oft vulgäre Aussprache der einzelnen Charakteren geboten. Sei es mit billigen Anmachen zwischen Männlein und Weiblein oder einfache Ausdrücke wie “Fick”, “Votze”, “Schwanz” und andere Bezeichnungen.

Auch wird das Thema Drogen ausgiebig in Szene gesetzt. Joints rauchen, Koks schniefen und LSD schlucken – die Hemmungen der Charaktere werden dadurch genommen und die wilden Orgien an unterschiedlichen Orten und mit wechselnden Partnern können starten. Somit wird die sexuelle Revolution der 60er Jahre und insbesondere die Hippie Ära gehörig aufgeputscht und gesteigert. Ein falscher Eindruck dieses Jahrzehnts geht damit verloren.

Die meiste Spielzeit bewegt man sich im Erotik Genre, kleinere Orgien, gleichgeschlechtliche Techtel Mechtel. Erst in den letzten Minuten wechselt man wieder ins Thriller / Krimi Fach, und man bekommt etwas Gewalt geboten. Hier werden die Gastgeber und andere Gäste der Party schlichtweg abgemurkst. Mit Gabeln und Messern massakriert und der rote Lebenssaft fließt ganz gut. Ab diesem Zeitpunkt wird auch die Musik etwas düsterer und wirrer um die Atmosphäre zu unterstützen.

Untermalt wird das Geschehen mit einem typischen Sound der 70er Jahre Musik. Die deutsche Synchronisation legt noch einen drauf. Oft hört man Dialoge und sieht aber das sich die Lippen kaum oder gar nicht bewegen. Aller Vermutung nach war die Original Fassung mit weniger Worten ausstaffiert, und man versuchte so der recht einfältigen Story mehr Tiefe und Ausdruck zu verleihen. Doch kann man DER SATAN damit eher ins Trash Genre einordnen.

Im Jahr 1990 wurde DER SATAN auf den Index gesetzt und im Jahr 2015 durch Zeitablauf wieder gestrichen. Das Label “Great Movies” brachte ihn nun auf DVD in den Handel. Zwar bewegt sich die Bildqualität eher auf guten VHS Niveau, aber man kann auch froh sein wenn es solche Exoten überhaupt schaffen digital verewigt zu werden. 

Für Trash Fans und Liebhaber von außergewöhnlichen Filmen aus den 70er Jahren ist DER SATAN genau richtig. Etwas sleazig, wirr, aber schaubar und ertragbar. Gibt weitaus schlechtere Filme aus dem Bereich.