Der Unbeugsame (1967)

Inhalt:

Der ehemalige hochdekorierte Soldat Luke Jackson (Paul Newman) wird wegen Vandalismus zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. In einen Gefängnis in den Südstaaten kommt der unbequeme Rebell zunächst mit dem Anführer der Insassen Dragline (George Kennedy) aneinander. Doch bald legen sich die Wellen und Luke, der nun aufgrund eines Bluffs beim Pokerspielen „Cool Hand Luke“ genannt wird, stellt sich immer mehr als kontroverser Revoluzzer dar. Sehr zum Missfallen der Aufseher Boss Godfrey (Morgan Woodward) und Boss Paul (Luke Askew). Es kommt immer wieder zu Ausbruchsversuchen. Bis die Sache eskaliert.

Filmisches Feedback:

Ganz großer Film!

Es gibt manchmal Filme, die kommen unspektakulär und leise daher. Und entfalten ihre immense Kraft erst nach dem Abspann. In einer Zeit gedreht, wo die Welt (und somit auch Hollywood) im Umbruch war, zeigt dieser Film genau das worum es im Leben gehen sollte: Das Aufbegehren gegen institutionelle Regeln und Preisung der eigenen Individualität. Auch unter den schwersten Umständen.


Das tut dieser Film anhand des Beispiels eines Überlebens im Gefängnis (im Übrigen brachte Regisseur Rosenberg eine ähnliche Thematik Jahre später im Film BRUBAKER (1980) ebenfalls unter). Die Regeln werden hintergangen und ironisch gebrochen damit der Mensch als Mensch überleben kann. Genau das tut Paul Newman hier in einer Rolle wie für ihn geschaffen. Die Regie ist klar und langsam. Keine überflüssige Effekthascherei. Die Atmosphäre schwangt zwischen Beklemmtheit, Freiheitsdrang und Südstaatenflair. Man fühlt die Hitze, den Trieb sich zu verwirklichen.


Die Schauspieler sind durch die Bank gut; sei es Paul Newman als “Unbeugsamer” mit einem starken Magen (wer wissen will welchen Film die “Jackass”-Jungs für ihr Eierwettessen als Vorbild hatten mögen sich diesen Film ansehen), George Kennedy als rauer Oberchef mit Kumpelherz (für diese Rolle gewann er zurecht den Oscar als bester Nebendarsteller) oder z.B. Harry Dean Stanton als singender Insasse. Auch der große Dennis Hopper ist in einer seiner ersten Rollen zu sehen. Ein wunderbarer Schauspielfilm mit einem großen Nachhall.
Das wichtigste sagt allerdings Jo van Fleet als Newmans Mutter:
“Sieh alles mit einem Lächeln, Luke.”

PS: Bitte nicht verwechseln mit dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1984 mit Robert Redford. In diesen Film geht es um die Geschichte des Baseballspielers Ray Hobbs.