Der Wächter (1984)

Ein Mord im Apartmenthaus löst eine Schockwelle aus. Die Gegend wird immer immer gefährlicher, die Verbrechen geschehen am helllichten Tag.
Auf Beschluss der Notgemeinschaft, soll John Mack, ein ex-Vietnam GI von jetzt an die Mieter vor kriminellen Typen schützen und für Sicherheit sorgen. Doch als der den Job übernimmt, häufen sich plötzlich die Verbrechen im Haus.
Als John dann einen Junkie erschießt, ohne Zeugen und hinter verschlossenen Türen, stellt Hyatt Nachforschungen über ihn an. Misstrauisch beobachtet er den “Wächter”, der schon einmal getötet hat, stellt ihn nach und landet in den Slums. Dort macht Hyatt eine überraschende und alles entscheidende Entdeckung…

 

Besonders in den amerikanischen Filmen tauchen sie sehr oft auf. DER WÄCHTER, ein Angestellter der Tag ein Tag aus, an einem Schreibtisch sitzt und die Eingangstür beobachtet. Er sorgt dafür das keine Unbefugten Personen sich Zutritt zum Haus verschaffen. Im Jahr 1984 nahm sich Regisseur David Greene das Skript zu DER WÄCHTER vor.

Ein eigens für das amerikanische TV produzierter Film. Eine Mischung aus Action und Krimi Anleihen. 

Der Film zeigt eindrucksvoll wie leichtsinnig die Bewohner eines Hauses sind. Sei es das die Tür aufgelassen wird. Ein Schaden an der selbigen nicht repariert wird. Oder auch das die nachgemachte Schlüssel in der Umgebung verteilt werden. Nur damit das eigene Leben einfacher wird, praktisch wenn der Postbote, Milchmann, Lieferant einen Schlüssel hat. Doch Konsequenzen kann das auch mit sich tragen. DER WÄCHTER befasst sich mit dieser realitätsnahen Tatsache.

Aufgrund vieler Vorfälle im Haus, Raub, Überfälle oder auch versuchte Vergewaltigungen wird ein WÄCHTER engagiert. Der nimmt erstmal das Haus unter Begutachtung, und stellt Vorkehrungen an. Da werden Spiegel montiert, Kamera platziert und ein kleines Wachmann Büro mit Feldbett eingerichtet.

In die Rolle des Wächters schlüpfte der charismatische und kühl wirkende Schauspieler Louis Gossett Jr. Seine Präzenz und Ausstrahlung wirkt gut ausgewählt für die Rolle. Mit ruhiger Stimme und einer inneren Ruhe befasst er sich ausgiebig mit den Problemen des Hauses. Auch nimmt er sich Zeit um die Bewohner besser kennen zu lernen und steht auch Freundschaftlich mit Rat und Tat zur Seite.

Als eine Art Gegenspieler fungiert Martin Sheen. Der Vater vom berühmten Macho Charlie Sheen. Seine anfängliche Skepsis gegenüber des Wächters ist authentisch. Wer lässt schon gerne fremde sein Hab und Gut bewachen. Wer weiß was für ein Mensch hinter der Fassade steckt. Doch die anfängliche Distanzierung legt sich im Verlauf des Films. Denn DER WÄCHTER kommt ihm in einer brenzligen Situation im Ghetto zur Hilfe.

Die Story wird ruhig und ausführlich dem Zuschauer nahe geführt. Ausgiebig werden die einzelnen Parteien im Hause vorgestellt. Auch werden einige Vorfälle im Haus gezeigt. Sei es der Versuch ins Haus zu gelangen, durch Junkies, Kleinkriminelle oder sonstigen Randgruppen. Oder auch Straftaten wie Raub, Überfall und Vergewaltigung werden bildlich in Szene gesetzt. Charakterliche Tiefe werden jedoch nur den beiden Hauptakteuren Gossett und Sheen zugeteilt.  

Trotz der ruhigen Erzählweise weiß der Film zu unterhalten und fesseln. Durch geschickte Kameraeinstellungen, die Leistung der Schauspieler und die realistische Story kann man dem Film den Zusatz “Filmperle” zusprechen. Leider ist er bislang in Deutschland nur auf VHS erschienen.