Des Teufels Saat (1977)

Inhalt:

Der Ingenieur Alex Harris (Fritz Weaver) entwickelt und baut einen Supercomputer namens „Proteus“. Dieser ist im Stande sein Wissen zu erweitern und zu denken. Er will immer mehr Input haben. Diese bekommt er auch durch eine List. Susan Harris (Julie Christie) ist Kinderpsychologin und die Frau von Alex. „Proteus“ schafft es Susan im eigenen Haus einzusperren und erpresst sie. Er möchte mit Susan sich fortpflanzen und zu diesen Zwecke entnimmt er ihr Zellen und schafft etwas Unglaubliches.

Filmisches Feedback:

Ungewöhnlich aktuell und sehr spannend

Selten so einen (positiv gemeint) schrecklichen Film gesehen. SF vermischt mit sadistischen Horrorelementen ist Terror pur, vor allem weil sich viele Geschehnisse nur im Kopf des Zuschauers abspielen. Regisseur Donald Cammell blendet dann geschickt weg, so wie bei der Vergewaltigungsszene (heutzutage hätte man das wohl in aller Deutlichkeit gezeigt). Und wenn der Terror dann zuschlägt, sind die Tricks unglaublich.
Der Film nimmt vieles vorweg. Das Computerzeitalter nimmt gravierende Fortschritte an. Der Mensch zählt nichts mehr und ist (wie der Schluss zeigt) nur noch ein Roboter seiner eigener geschaffenen technischen Umwelt. Wir machen uns selbst zu Sklaven unserer Zeit. Da der Computer Mensch sein will und es, welch Vorstellung, zum Ende auch wird ist der Name “Proteus” gut gewählt.

Dean Koontz schrieb die literarische Vorlage zu diesen Film. Koontz ist, obwohl er Massenware produziert, ein guter Geschichtenerzähler, der zwar nicht die Tiefe von Stephen King hat, aber sehr gute Ausgangslagen schafft. Kootnz Werke sind unter anderen “Phantoms” oder “Brandzeichen”. Letzterer wurde unter den Titel “Watchers” 1988 verfilmt. Koontz schrieb hier zusammen mit Ronald Jaffe („Nightflyer“, „Das Hotel zur Hölle“) das Drehbuch.

Der Film ist der zweite von nur vier Filmen des 1996 verstorbenen Malers Donald Cammell. Cammell erschoss sich nachdem er seinen letzten Film „Wild Side“ stark schneiden musste. Ich hätte gern mehr gesehen von ihn.
Oscarpreisträgerin Julie Christie („Wenn die Gondeln Trauer tragen“, „Fahrenheit 451“) und Fritz Weaver („Der Marathon Mann“, „Creepshow“) sind brillant, man spürt direkt den Schmerz bei Christie. Die Stimme von „Proteus“ wird übrigens von Robert Vaughan („Die glorreichen Sieben“, „Flammendes Inferno“) gesprochen. Die Musik komponierte Jerry Fielding, der häufiger mit Sam Peckinpah zusammenarbeitete wie in „The Wild Bunch“ oder „Wer Gewalt sät“.
Alles andere als langweilig ist dieser streckenweise hochspannende, aktuelle Film!