Die Anwältin (1989)

Als ein Selbstmörder von einer Brücke springen will, entdeckt er eine Leiche, die ihn – als er an ihr zieht – mit sich in den Abgrund reißt. Er überlebt, aber bei dem Toten handelt es sich um Farley, einen stadtbekannten Nachtclub-Besitzer, der ermordet wurde. Als Verdächtiger kommt für die Polizei nur Joe Paris (Burt Reynolds) in Frage, ein Ex-Polizist, der betrunken neben der Mordwaffe in seiner Wohnung aufgefunden wird. Ein scheinbar hoffnungsloser Fall, aber Jenny Hudson (Theresa Russel), eine ehrgeizige Rechtsanwältin, übernimmt die Verteidigung und gerät dabei selbst in Gefahr.

Kein geringener als Michael Crichton, der uns auch schon Westworld und Coma bescherte, war für die Anwäötin für die Regiearbeit beauftragt worden. Doch Crichton ist nicht nur ein Regisseur, sondern auch ein guter Drehbuchauthor, doch leider hatte er für die Anwältin es nicht geschrieben, und dies merkt man dem Film sehr gut an. Die Anwältin ist ein Justiz-Thriller wie er nur sein kann, der Hauptschwerpunkt sind die Verhandlungen und was sonst noch so an arbeit und Ermiitlungsarbeiten dazu gehört, diese Handlungen nehmen gute 80% des Films ein.

Die Anwältin ist ein biederer und geschwätziger Thriller, doch leider fehlt es dem Kernstück des  Films Dramatik, Tempo und Dynamik. Viele Szenen wirken als wenn man versucht hat Stoff der locker für zwei Filme gereicht hätte, in 90min zu verpacken, dies hemmt die Thematik in die Anwältin leider ungemein! Zwar sind in die Anwältin die üblichen Standards vertreten, wie Eröffnuungsplädoyer, Auswahl der Geschworenen und die Zeugenvernehmungen, doch dies kennt der Zuschauer schon aus diversen anderen Streifen und sogar TV-Serien, wie Matlock und Petrocelli.

Für den Zuschauer gibt es in die Anwältin leider keine Überraschungsmomente und kaum Spannung, zu gradlinig wird bei die Anwältin an allem festgehalten. Ein paar Polizeieinsätze und Polizeiarbeit hätten wahrscheinlich dem Film nur gut getan, dies hätte die Story in die Anwältin ein wenig Tempo gemacht und dem Zuschauer noch mehr interessantes fürs Auge als nur ein Gerichtssaal! Doch in der zweiten Hälfte bei die Anwäötin bekommt der Zuschauer endlich ein wenig Tempo gezeigt, durch die bekannten Darsteller, wozu Burt Reynolds auch gehört, sind die zwischenmenschlichen Kontakte gut mit Dramatik bestückt, hitzige Wortgefechte sind dann an der Tagesordnung wenn Angeklagter und die Anwältin zusammen arbeiten und Licht ins dunkle bringen wollen.

Die Anwältin ist gut gespielt, keine Frage, anfangs leider sehr lahm und eintönig, was den einen oder anderen Zuschauer dazu veranlässt den Film vorzeitig auszuschalten, doch die die dran bleiben, werden noch mit einem spannenden Finale versorgt. Doch vorsicht, an die Logik wurde nicht so ganz gedacht in die Anwältin, das abrupte Ende wirft auch ein paar Fragen auf, die leider ungeklärt bleiben. Die Anwältin bietet gute Unterhaltung wer eher auf die ruhigen Thriller steht, wo mehr die Justiz im Vorfeld tätig ist, alle anderen werden sich wahrscheinlich in die Anwältin langweilen.

Das Potenzial für einen Kinofilm bietet die Anwältin leider nicht, eher reicht alles aus für einen TV-Film. Die Anwältin gibt es auf VHS und DVD, und wird auch gelegentlich im Free TV ausgestrahlt. Die Anwältin ist nicht Burt Reynolds sein bester Film, aber auch nicht sein schlechtester. Die Anwältin ist nur was für wahre Justizthrillerfans!

Ich gebe dem Film die Anwältin 7 / 10 Punkten