Die Augen des Satans (1957)

Steve March ist ein Forscher der von seinen Freunden und seiner Frau als sympathischer, rücksichtsvoller und hilfsbereiter Mensch beschrieben wird. Das ändert sich als March eine ungewöhnliche Strahlung von dem Berg in der Nähe seines Hauses untersuchen will. Etwas fremdes und böses nimmt von dem Wissenschaftler Besitz; das außerirdische Riesengehirn Gor macht den ansonsten liebenswerten Ehemann und beliebten Doc zu einem fiesen bösartigen Psycho, der finstere Pläne verfolgt, auch über unglaubliche Kräfte verfügt, die schnell zur Gefahr für seine Mitmenschen werden… doch ein weiteres außerirdisches Riesengehirn eilt den Menschen zu Hilfe…

 Das Thema Besessenheit wurde ich den 1950ern eigentlich nicht so oft wie in den Horrorfilmen der 1970ern behandelt, wo man sich damals auch gerne die Besessenheit durch Dämonen bediente, dessen Paradebeispiel für solche Filme 1973 wohl der weltweit bekannte Der Exorzist sein dürfte. In den 1950ern jedoch fürchtete man sich aber um einiges mehr vor Außerirdischen und natürlich auf Grund des Kalten Krieges vor anderen finsteren Mächten. Die Augen des Satans ist ein Film, dem man auch unterschwellig damit vergleichen kann, dass die damaligen US-Amerikaner fürchteten, dass der Kommunismus auch das gute Wesen im Menschen veränderte und sie somit böse und ebenso finstere Absichten hatten die Welt zu beherrschen.

 Natürlich ist der Film Die Augen des Satans aus heutiger Sicht eher etwas amüsant anmutend, denn so übertrieben fies und wahnsinnig wurden Charakter nur damals dargestellt… nicht nur aggressiv sondern stets wahnsinnig lachend und darüber schwafelnd, wie unbesiegbar sie sind und dass sie vorhaben die Erde zu beherrschen. Meiner Meinung nach aber ist die Idee mit den außerirdischen Wesen, den gigantischen Gehirnen (vor allem ähneln sie menschlichen Gehirnen), die einfach so herum schweben können wieder einmal so herrlich naiv und unterhaltsam, dass die eigentliche 08/15-Story von Außerirdischen, die die Welt erobern wollen,  in Die Augen des Satans beinahe völlig neuartig erscheint.

 Einer der bekanntesten und wohl auch beliebtesten Schauspieler der damaligen Zeit, den man oft und gerne auch in Filmen wie Tarantula, Die Welt des Frauenplaneten und oder auch Attack of the Puppet People auf der Kinoleinwand sah, verkörpert hier gekonnt übertrieben die Verwandlung von normalen netten Menschen zu einem Wahnsinnigen, der alleine durch Blicke Menschen töten, Sachen zum Explodieren oder andere verheerende Untaten begehen kann. Ein wenig wie Superman oder die Krafte anderer Superhelden oder Schurken, die mit Augenstrahlen gutes oder böses bewerkstelligen konnten^^ 

Regisseur Nathan Juran, vielen müsste er durch Filme wie Die Erste Fahrt zum Mond oder auch Attack of the 50 Foot Women bekannt sein, vollbrachte hier einen Streifen, den wir aus heutiger Sicht in die B-Movie-Kategorie einordnen würden, der aber auf Grund seines Charmes und auch der irrwitzigen Kreativität nicht als solcher anmutet, auch wenn das Budget gerade einmal lustige 58,000 US-Dollar betrug. Es ist die Idee des Filmes von Die Augen des Satans, und auch die lustig anmutende Idee der Riesengehirne mit ihren hallenden Stimmen und funkelnden Augen, was den Film so sympathisch erscheinen lässt und obwohl in Die Augen des Satans nicht all zu viele Spezial Effekte zum Einsatz kommen, ist mehr als unterhaltend. 

 Die Musik stammt übrigens von Walter Greene, die eher im unterschwelligen Bereich den Film begleitet und ab und an ins übertrieben Dramatische abdriftet. Greene kam aus dem Kurzfilm-Genre, aber für den nun beinahe 70 Minuten dauernden Die Augen des Satans machte er eine durchaus sich gut integrierende Musik, die die Stimmung und den Flair des Filmes gut untermalt. Natürlich, die eigentliche Aufmerksamkeit gehört alleine John Agar, wie er ab und an böse ist und dann dazu neigt mit ausdrucksleere Mimik von seinem Heimatplaneten Arous  erzählt… ein wenig übertrieben emotionslos, aber so war das damals in den Filmen der 1950er… entweder es wirkte alles ein wenig zu dick aufgetragen oder von allem zu wenig, was aber nicht heißt, dass es dem Unterhaltungswert dieser Filme geschadet hätte.

 Im Grunde genommen ist Die Augen des Satans ein kleines feines und nettes Filmchen, das einfach gut unterhält, für einige unfreiwillige Komik sorgt und vielleicht auch grade deswegen, weil alles ein wenig konfus und kostengünstig wirkt, Spaß macht. Meiner Ansicht nach ist es sogar schade, dass heute solche Filme, auch in dieser Art selbst, gar nicht mehr gedreht werden. Heute kommt man eher schwer zur Sache, es gibt immer noch eine nebenher laufende, meistens öde Beziehungsgeschichte, in denen sich ex-Partner streiten und zum Schluss wieder zu einander finden.

In der damaligen zeit konnte man natürlich nichts in solchen Filmen von geschiedenen Partnern erzählen, hier wird viel mehr um das Aufrechterhalten von Beziehungen trotz Widrigkeiten wie Besessenheit oder Invasionen oder anderen monströsen Situationen gebangt, was mir persönlich auch viel besser gefällt, weil es auch viel sympathischer wirkt, anstelle die heutigen meist ihren eigenen egoistischen Zielen verfolgenden Charaktere, bei denen es einem als Zuschauer oft egal ist,ob sie nun wieder zusammen kommen, wirken diese Nebengeschichten bzw. Beziehungsdramen meistens eher nur noch nervend und als Lückenfüller.

 Wenn man Die Augen des Satans auch aus der Sicht eines Filmes sieht, indem es um Beziehungen geht, aus der Angst seinen/ihren Partner an etwas fremden zu verlieren, aus einer Zeit in der die Ehe noch heilig war, dann merkt man ganz schnell, wie sehr sich alles in den Filmen von heute verändert hat, was ja auch bekanntlich immer ein Spiegelbild der Gesellschaft darstellt, Aber das ist ach wie in anderen Fällen alles reine Interpretation, man kann politische und gesellschaftliche Parallelen ziehen, ob es sie nun gibt oder nicht. 

Die Augen des Satans ist wie ich schon schrieb, ein kleiner aber durchaus unterhaltsamer Film, der Gruselfilm mit Science Fiction kombiniert und vielleicht gerade weil er nicht so aufwendig ist auch so sympathisch ist. Warum es gerade Riesengehirne sein mussten, die hier die Außerirdischen darstellen ist mir nicht bekannt, allerdings könnte man es auch so definieren, dass all zu viel Wissen und Macht nicht immer auch heißt, dass man sie vernünftig einsetzt… so wie das böse Gehirn in seinem Wahnsinn versucht. Auf mich jedenfalls hat Die Augen des Satans trotz, oder vielleicht auch gerade wegen einiger Mängel einen positiven Eindruck gemacht.

Wertung: 9/10 Punkten