Die brennenden Augen von Schloss Bartimore (1964)

Die kleine Ortschaft Vandorf irgendwo in Deutschland wird schon seit längerer Zeit von einer unheimlichen und äußerst mysteriösen Mordserie heimgesucht. Immer zu Vollmond sterben Menschen auf grauenvolle Weise und werden versteinert am nächsten Morgen aufgefunden. Das ruft Professor Julius Heitz aus Berlin auf den Plan, der den  Tod seines Vaters, der auf gleiche mysteriöse Weise ums Leben kam und anscheinend herausgefunden hatte, was in Vandorf für den Schrecken verantwortlich ist, untersuchen will. Doch die Bewohner des Ortes machen ihm schon bei seiner Ankunft klar, dass er nicht erwünscht ist und das sein Einmischen in die gruseligen Vorgänge nicht geduldet werden würde.Nur die junge Assistentin von dem ebenfalls sehr zurückweisenden, aber wohl mehr wissenden Dr. Namaroff, Carla Hoffmann scheint Heitz wohlgesonnen und beginnt mit ihm sogar eine heimliche Affäre. Doch trotz allen Widerstand und Drohungen der Bevölkerung sowie Irreführungen von Namaroff, lässt sich Heitz nicht einschüchtern.und findet heraus, dass man für all die Todesfälle die aus der griechischen Mythologie stammende Medusa verantwortlich macht, die so lautet die Legende, Menschen allein durch ihr bloßes Antlitz in Stein verwandelte. Zusammen mit seinem Lehrmeister Professor Meister, der ebenfalls extra aus Leipzig angereist kommt, versucht Heitz das Rätsel zu lüften, dass allem Anschein nach auf dem Schloss Bartimore, das im Ort als Quell allen Übels verrufen ist, der Ursprung des Grauens zu finden ist …

 Und wieder ein Hammer-Film, von denen wir ja nun gewohnt sind, dass sie uns in Sachen Grusel und Spannung gut unterhalten. Die Brennenden Augen von Schloss Bartimore ist da keine Ausnahme, auch wenn die Kritiken zu diesem Film nicht so gut wie sonst zu den vielen anderen Filmen des britischen Filmstudios ausfallen, da man hier die etwas billigen Spezial Effekte kritisiert und meint, man hätte ein wenig mehr aus dem Film heraus holen können.

 Zugegeben, Die brennenden Augen von Schloss Bartimore oder im englischen Original The Gorgon von Terence Fisher (Der Hund von Baskerville) hat seine kleinen Mängel, die aber durch die recht authentisch wirkenden Schauspieler wie Richard Pasco (Das Schwert von Robin Hood von 1960) als Professor Heitz, Christopher Lee diesmal in der Rolle des Guten, Professor Meister, Barbara Shelley als Carla Hofmann und Peter Cushing als undurchsichtiger Dr. Namaroff wieder gut gemacht werden.

 Ein großer Pluspunkt meiner Ansicht nach ist aber die durchaus gelungene sehr spannende und dennoch nicht zu übertrieben wirkende Atmosphäre, des Filmes Die brennenden Augen von Schloss Bartimore, die sich über den ganzen Film hinweg zieht. Was Kritiker oftmals als Langeweile bezeichnen würde ich eher als kleine Entspannungspausen bezeichnen, die den Zuschauer wieder wie auf einer Achterbahnfahrt etwas wie eine Verschnaufspause gönnen, damit er alle Gegebenheiten noch mal reflektieren- und selbst auch ein bisschen rätseln kann, um dann wieder aus der trügerischen Sicherheit in die schrecklichen Ereignisse einzutauchen. Zudem würde meiner Ansicht nach es dem Film auch nicht gut tun, hätte man ohne selbst ein wenig raten zu können alles vorgesetzt bekommen.   

 Okay, dass die vielen Kritiken, die sich auf das Make up und Maskenbuiding der Medusa beziehen, nicht wirklich eines Hammerfilmes würdig sind, kann ich im großen und ganzen nachvollziehen, das diese wirklich etwas zu plump und lieblos wirken, beinahe so, als hätte man keine Lust mehr gehabt, aber da diese nur einen winzigen Bruchteil von Die brennenden Augen von Schloss Bartimore ausmachen, ist diese Tatsache vielleicht schade, aber ändert nichts an der Tatsache, dass bis es soweit ist, der Film durchaus durch seine Spannung und Authentizität der Charaktere sowie durch die tollen Kulissen seinen Charme besitzt. 

 Die spannungsgeladene, auch oft dramatische Momente gekonnt untermalende Musik wurde wieder einmal von James Bernard,der auch zu Terence Fishers Der Hund von Baskerville musikalisch die Szenerie begleitete, zum Besten gegeben und verleihen dem Film seinen typischen Flair, der nur bei den Hammer-Filmen auf ihre höchst eigene Art wirkt – ich hoffe, man versteht, was und wie ich das meine.^^ 

       An sich ist Die brennenden Augen von Schloss Bartimore durchaus bis eben zu dem besagten eher enttäuschenden Schluss auf Grund der Darstellung der Medusa, von der man sich wesentlich mehr erhofft hatte, als schließlich zu sehen war,  ein gelungener Gruselfilm, der mit einer vielleicht etwas ungewöhnlichen Geschichte aufwartet, aber die durchaus interessant erzählt wird.

Mir zumindest hat er bis auf das besagte Ende gut gefallen, allerdings ist der Film mit Sicherheit eben nicht jedermanns Sache – eben wegen des Endes. Hätte man sich da ein wenig mehr an dem Feeling des Filmes gehalten und daran, dass er sonst eigentlich nicht so billig wirkt, wäre die Darstellung der Medusa – auf die ja schließlich letzten Endes alles abzielt nicht so… na ja… unpassend ausgefallen.

 Dennoch weiß der Film zu unterhalten und hat gute Momente sowie lässt er es zu, dass der Zuschauer sich mit an dem Rätselraten beteiligt, wird ihm nur zum Schluss verraten, was es mit dem Fluch um die Medusa auf sich hat. Ansonsten kann ich nur sagen, dass der Film im wesentlichen gut gelungen ist, aber das besagte Ende schon wie ein Schlag ins Gesicht wirkt – weniger des Inhaltes wegen, viel eher wegen der offensichtlichen Lieblosigkeit der Darstellung, was ja eher untypisch für einen Hammerfilm ist.

 

Wertung: 6,5/10 Punkten