Die Diamantenlady (1971)

Julie Harrison (Carroll Baker) hat Angst: Von ihrer im Ausland lebenden Zwillingsschwester Mary hat sie einen mysteriösen Hilferuf erhalten, und gleichzeitig stellt sie fest, dass fremde Männer sie verfolgen. Ihr Anwalt Dave Barton (Stephen Boyd) und dessen alter Freund Tony Shane (George Hilton) vermuten, dass man Julie mit ihrer Zwillingsschwester verwechselt – von der es heißt, dass sie einen Diamanten im Wert von einer Million Dollar entwendet habe…

 

Viele stecken den Film DIE DIAMANTENLADY in die Schublade der Giallos. Doch beinhaltet dieser Krimi nur recht wenig von Giallo Typischen Elementen, allen voran die beliebten schwarzen Handschuhe sind nicht vorzufinden. Regisseur Osvaldo Civirani inszenierte 1971 diesen Mix aus Krimi und Thriller. Ein paar Jahre zuvor stand er als Verantwortlicher für zwei weitere Django Western und drehte auch 1970 mit Steve McQueen den Film “Todespiste LeMans”. DIE DIAMANTENLADY ist auch unter dem Alternativtitel “Der Teufel mit den 7 Gesichtern” bekannt.

Für die Hauptrollen in DIE DIAMANTENLADY konnten zwei sehr bekannte Gesichter aus der Filmwelt gewonnen werden. Caroll Baker die zuvor in Hollywood als Schauspielerin engagiert war, zog es ins italienische Filmgeschäft und konnte da einige bekannte Rollen ergattern und erfolgreich umsetzen. Baker war das weibliche Aushängeschild des italienischen Kinos, bevor sie ein paar Jahre später durch die Ikone Edwige Fenech abgelöst wurde. An ihrer Seite steht George Hilton, schon zwei Jahre zuvor standen sie gemeinsam für “Der schöne Körper der Deborah” gemeinsam vor der Kamera. Hilton ein markantes und beliebtes Gesicht aus dem Western Genre, in einem waschechten Krimi. Hilton bekam später in seiner Filmkarriere die Ehre des öfteren mit Edwige Fenech gemeinsam vor der Kamera zu stehen.

In weiteren Rollen tauchen einige bekannte Namen aus dem italienischen Kino auf. Sei es Luciano Pigozzi und Franco Ressel, beide standen schon in “Blutige Seide” gemeinsam vor der Kamera.

Das Erzähltempo und die Erzählstruktur von DIE DIAMANTENLADY ist recht zügig und schnell. Man verliert keine Zeit sich zu Anfang ausgiebig mit den einzelnen Charakteren zu beschäftigen. Nach und nach durch die geschehenen Ereignisse bekommt der Zuschauer Informationen über die einzelnen Rollen zugespielt. Schritt für Schritt kommt Licht ins Dunkel. Doch diese schnelle Erzählweise beherbergt auch das Missgeschick das man an diversen Stellen oft abgelenkt wird und man den Überblick verliert. Doch Regisseur Civirani schafft es elegant einen wieder auf den richtigen Weg zu bringen. 

Die erste Hälfte des Films kommt recht blutleer aus und ohne nennenswerte Momente. Erst im letzten Part des Story wird mithilfe des Settings in den Niederlanden und den engen Straßen und den ländlichen Plätzen mehr Dramatik und vor allem Action hinzugefügt. Doch atmosphärisch bekommt man durchgehend etwas geboten. Auch wenn vieles Vorhersehbar ist, und man schon zur Hälfte der Spielzeit weiß welche Rolle welcher Charakter im Film spielt, wird man bestens unterhalten.

DIE DIAMANTENLADY bekommt man in Deutschland auf VHS und DVD. Die DVD Version vom Label “Simpel Movie” ist ungekürzt und in einer Hartbox mit verschiedenen Covermotiven erschienen und eine Passage ist mit schlechterer Bildqualität und mit deutschen Untertiteln versehen. Es handelt sich jedoch lediglich um eine Handlungsszene, einen kurzen Dialog. Die Version von “marketing” in der Hartbox ist ein Repack von “Simpel Movie”.