Die erste Fahrt zum Mond (1964)

Als der erste amerikanische Astronaut auf dem Mond landet und zu einer Exkursion startet, starrt er plötzlich wie gebannt auf eine britische Flagge und ein Manuskript aus dem Jahr 1899. Nach seiner Rückkehr beginnt eine fieberhafte Suche nach den Hintergründen dieser unglaublichen Weltraumexpedition am Ende des vorletzten Jahrhunderts. Und tatsächlich, Journalisten spüren einen alten Engländer auf, der bei dieser ersten Mondfahrt dabei war und seitdem versteckt lebt. Nicht ohne Grund. Denn was er zu erzählen hat, übersteigt die menschliche Phantasie


DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND basiert auf einen Roman von H. G. Wells und ist ein SciFi-Abenteuer aus dem Jahr 1964. Er entstand unter der Regie von Nathan Juran. Er ist nicht die erste gemeinsame Arbeit von Juran und Ray Harryhausen. Schon für SINDBADS 7. REISE arbeiteten beide erfolgreich zusammen. Produziert wurde der Film von Ray Harryhausen’s langjährigem Weggefährtem Charles H. Schneer  und der Columbia.  Die Columbia trennte sich allerdings nach diesem Film von Ray Harryhausen, da seine Filme nicht mehr genug Geld einspielten. 

Die erste Hälfte des Films spielt sich noch auf der Erde ab. Der Zuschauer bekommt erstmal in aller Ruhe alle Charaktere die für den Film und die Story wichtig sind, ausgiebig vorgestellt. Sei es der Professor der auch mal sein Haus mit seinen Experimenten in die Luft jagt oder das jung, verliebte Pärchen das von einer Heirat und einer gemeinsamen Zukunft träumt. Aber auch Nebencharaktere wie die Helfer des Professors werden ausgiebig ins Bild gerückt. Mit einigen kleinen Slapstick – Einlagen wird die anfänglich langweilig wirkende Geschichte gebürtig untermauert.

Die zweite Hälfte des Films spielt sich auf dem Mond ab. Die improvisierte Mondkapsel, die aus normalen Metall mit Jalousien versehen wurde gleicht schon einem Höllenkommando. Dazu die Innenausstattung mit Sitzen aus Seilen und lebendigen Futter bestehend aus Hühnern und dem dazu gehörigen Futter. Natürlich darf eine Elefantenbüchse nicht fehlen. Man weiß ja nicht was für Gestalten einem auf dem Mond so erwarten. 

Schon recht früh bemerkt man das sich die Geschichte nicht allzu Ernst nimmt. Mit viel Humor und allerlei Ausstattungsdetails versehen wird die Raumfahrt, die in den 60er Jahren im Wettstreit zwischen den Nationen sich befand gehörig aufs Korn genommen. Doch das tut dem Unterhaltungswert keinerlei Abbruch. Im Gegenteil somit bekommt man ein durchaus interessantes Abenteuer auf dem Silbertablett serviert.

Natürlich sollte man als Filmfreund etwas über die simplen Special Effekte hinweg sehen. In keinster Weise mit heute zu vergleichen, doch in den 60er Jahren waren sie das Non Plus Ultra und begeisterten tausende Zuschauer vor der Leinwand. Da werden schon mal Akteure an dünnen, fast durchsichtigen Seilen durchs Bild gezogen um eine Schwerelosigkeit zu simulieren. Noch dazu die niedlichen Kostüme der Mondbewohner. Anhand der Größe der Bewohner kann es durchaus sein, das sich in den Kostümen zur damaligen Zeit Kinder befanden. Oder auch Kleinwüchsige Menschen, was ja im Filmgeschäft auch keine Seltenheit war und ist.

Hinzu kommen aufwendig gebaute Kulissen die eine sehr tolle Atmosphäre erzeugen und die Story zunehmend unterstützen und stärken. Mit vielen bunten Farben und Abwechslungsreichen Drehorten kommt beim Zuschauer keinerlei Langeweile auf. 

Für Fans von Phantastischen Filmen aus den 60er kann ich DIE ERSTE FAHRT ZUM MOND nur empfehlen. Die Blu-ray Veröffentlichung ist sehr gut gelungen und kann mit einem satten Bild, Farben und einem glasklaren Ton punkten. Auch das Cover-Motiv ist sehr an dem damaligen VHS Cover angelehnt. Nicht für Ray Harryhausen Fans eine Sichtung und Erweiterung der Sammlung wert.