Die Fliege (1986)

Inhalt:

Der Wissenschaftler Dr. Seth Brundle (Jeff Goldblum) hat es geschafft eine Teleportationsmaschine zu bauen. Bei einem Selbstversuch übersieht er eine Fliege die sich mit in der Maschine befindet. Die Gene vermischen sich und bald ist Brundle nicht mehr das, was er mal war.

Filmisches Feedback:

„Aber das, was David Cronenberg aus der ‚Fliege‘ gemacht hat, scheint mir eine neue Stufe krankhafter Phantasie. Hier ist eine Stufe erreicht, die mich nötigt, nach einem Verbot dieses und ähnlicher antimenschlicher Werke zu schreien. Wenn ich allein schon lese, daß Cronenberg für diesen Irrsinn alles in allem 15 Millionen Dollar zur Verfügung standen, wird mir speiübel.“ – Rolf “selbstverliebter Pinsel” Giesen, 1990

Tja mein lieber Rolf. Hättest du geahnt was heute so alles gezeigt wird, dann müsste dir den ganzen Tag schlecht werden. Aber was du vergessen hast dabei ist die Tatsache, dass Cronenberg hier einen morbiden Film über die (Ver-) Wandlungen der menschlichen Seele gedreht hat. Der “Bodyhorror” (ein strapaziöser Begriff im Werke David Cornenbergs) findet hier seine Perfektion. Natürlich hat der Film Splattereffekte und Elemente des Gores die man so noch nie sah. Und auch in ihrer Derb- und Direktheit nie wieder sehen wird.

Aber das macht Cronenberg ja nicht nur als Mittel zum Zweck des Zeigens. Es geht ihn hier um die bildliche Darstellung psychisch-seelischer Zustände. Die Umstülpung des Inneren nach außen. Die kranke Seele wird gezeigt ohne dies direkt zu tun. Die Maske, die SFX unterstützen den einsamen Menschen der sich nicht weiterhelfen kann. Es zeigt die Egozentrik des Maskulinen gegenüber allen und seine Demontage anhand des eigenen Körpers. Es ist die Vorwegnehmung der körperlichen Perfektion (wie sie in den 80er Jahren startete und bis heute anhält. Stichwort: Fitness und Bodybuilding) und die gleichzeitige seelische Verstumpfung. Es geht hier auch um die Gefahr der Genetik und seinen Auswirkungen. Zudem um den Wahnsinn der Forschung die mehr entmenschlicht als den Menschen hilft. Auch geht es  hier um Liebe bis in den Tod.


Der Film ist Horror in Reinkultur. Alle Beteiligten sind Könner ihres Fachs. Das fängt an bei Kameramann Mark Irwin, der schon einige grandiose Arbeiten gemacht hat wie z.B. DER BLOB(1988), ROBOCOP 2 (1990), FREDDYS NEW NIGHTMARE (1994) oder auch SCREAM (1996) über Howard Shore (SCANNERS, 1981, DER HERR DER RINGE, 2001 – 2003) bis hin zum Cutter Ronald Saunders (der so gut wie alle Cronenberg-Filme geschnitten hat).

Der Film ist jetzt 31 (in Worten einunddreizig!) Jahre alt. Aber viele Horrorfilme der Neuzeit können gegen den nicht anstinken. Hier ist noch alles handgemacht. Ein Paradebeispiel für animatronische, echte Effekte.