Die grausamen Sieben (1968)

Die Stadt lag ruhig – wie vergessen – da. Plötzlich bricht eine Horde gewalttätiger Biker ein. Es herrscht das totale Chaos… erst als es die ersten Toten gibt und die Häuser in Flammen stehen, nimmt ein Mann das Gesetz in seine Hand…


Er zählt zu den zwanzig Lieblingsfilmen von Regisseur Quentin Tarantino DIE GRAUSAMEN SIEBEN (1968). Kenner dürften schnell erkennen, wieso es dieser Film auf seine Liste geschafft hat. Harte Kerle, fliegende Fäuste und dazu bissige Dialoge. Das Recht des Stärkeren rückt hier in den Vordergrund. Hier werden noch Auseinandersetzungen mit den Fäusten ausgetragen und nicht mit Waffen feige und heimlich vollzogen.

Regisseur Richard Rush, der auch als Drehbuchautor und Produzent in der Filmbranche tätig ist, inszenierte 1968 diesen spannenden und kritischen Beitrag im Sub-Genre der Biker-Streifen. Zu seinen weiteren Werken zählen Filme wie COLOR OF NIGHT (1994), DER SUPERSCHNÜFFLER (1974) und DER LANGE TOD DES STUNTMAN CAMERON (1980).
Schon zu Beginn des Films bekommt man vom Theme-Song “UNCONSCIOUS POWER” von der Gruppe IRON BUTTERFLYS einen Eindruck was einem im späteren Verlauf des Biker-Streifens erwartet. Der Charme der 60er ist nur optisch ein Genuss, auch musikalisch wird einem hier viel geboten.

Auch wenn der Deutsche Filmtitel, ähnlich klingt wie DIE GLORREICHEN SIEBEN, so ähneln sie sich Story-Technisch nur wenig. Zwar kommen hier auch Indianer in der Story vor, doch in erster Linie geht es um ganz andere Dinge. Kenner von Biker-Streifen dürften eher Gemeinsamkeiten vom Kultfilm EASY RIDER (1969) erkennen. Wobei man anmerken muss, das DIE GRAUSAMEN SIEBEN ein Jahr zuvor veröffentlicht wurde.

Schauspieler Robert Walker Jr. der hier einen Indianer mimt, schwang sich in EASY RIDER aufs Motorrad. Walker Jr. ist ein bekanntes, markantes Gesicht aus vielen erfolgreichen TV-Serien. Sei es DIE STRASSEN VON SAN FRANCISCO, DREI ENGEL FÜR CHARLIE oder auch CHIPS.

In DIE GRAUSAMEN SIEBEN geht es um einen Indianerstamm, die einst das Land was ihnen gehörte zurück erobern möchten. Doch wie in der Vergangenheit des Wilden Westens, steht der Weiße im Weg und denkt nur an seine Profitgier und seine Idealen. Doch da wäre noch die Biker-Truppe. Die Outlaws die nur nach ihren Regeln leben möchten, und sich niemanden unterstellen wollen haben auch noch ein Wörtchen mitzureden. Die Biker geraten ungewollt in den Konflikt zwischen den Indianern und den Weißen und entschliessen sich, die Machenschaften nicht zu dulden.
Der Film besitzt einen ernsten Grundton. Der Kampf zwischen einer Minderheit gegen die Großindustrie ist ein ernstes und zeitloses Thema. Den Indianern im Film wird der Lohn nicht ausbezahlt oder nur teilweise, obwohl sie ihren Teil des Vertrages vollends erfüllt haben. Die Story wird bis zum Ende des Films nicht außer Acht gelassen und mit zahlreichen Action-Sequenzen untermalt. Dazu gibt es fette Maschinen zu Gesicht, die zur Zeit des Drehs noch nagelneu waren und das Non Plus Ultra der Biker-Ära darstellten.

Aus heutiger Sicht wirkt vieles etwas angestaubt und Klischeehaft. Mit den Sehgewohnheiten die sich in den ganzen Jahrzehnten drastisch veränderten, kann dieser Film nur eingefleischten Biker-Fans ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Doch für einen Trip in die GOLDEN SIXTIES ist er sehr zu empfehlen.

Kritisch und Kompromisslos

DIE GRAUSAMEN SIEBEN ist in Deutschland auf VHS vom Label HEIMATFILM VIDEO in einer leicht gekürzten Version erschienen. Dieser Streifen hat es jedoch schon ungeschnitten auf DVD dank des Labels PIERROT LE FOU /ALIVE auf DVD geschafft. Wer sich nun für den Film interessiert, sollte etwas tiefer in die Tasche greifen. Denn die DVD ist OOP (Out of Print) und erzielt teilweise erhöhte Preise bei Sammlern.