Die Katze auf dem heißen Blechdach

Zeitloser, intensiver Klassiker Die Katze auf dem heißen Blechdach

Paul Newman. Manchmal muss man nicht mehr sagen. Er zeigt mit der Performance eines wilden, unbändigen, missverstandenen jungen Mann, der durch seinen Blick und seiner zynischen Worte besticht, wie innerlich zerrissen ein Mensch dargestellt werden kann. Es sind hier die leichten Gesten, die Emotionen erwecken. Es ist aber vorallen dingen die Mimik von Newman, die hier seine innere Verlorenheit zeigt. Seine Verwundbarkeit. Seine Hassliebe zu seiner Frau und seinem Vater (grandios verkörpert von Burl Ives). Seine versteckte Liebe zu seinem Freund die er nicht ausleben darf. Denn hier geht es um die verlorene Liebe zu einem Mann. Auch wenn das im Film weniger zum Vorschein kommt wie in der Buchvorlage, so ist dieser Film einer der ersten der (wenn auch nur geringfügig gezeigten) Homosexualität und das Verstecken desselbigen aufgrund des gesellschaftlichem Korsett in dem der Mensch gezwungen wird.

Und hier ist auch das Hauptthema des Films: die Lüge als Wahrheit hinstellen zu müssen um zu überleben. Seelisch kaputt, weil man es anders nicht ertragen kann. Gier und Neid geht über Selbstbestimmung und seelische Freiheit. Hier dargestellt anhand des Bruders von Brick und seiner Sippschaft (speziell Madeleine Sherwood (vor kurzem verstorben) als nervige Ehefrau bringt das Blut zum Kochen!).

Auch der Übervater, der seinen Sohn liebt es aber nicht zeigen kann, weil er eben doch ihn zu sehr an sich selbst erinnert, versteckt sein Innerstes und seine Verletzbarkeit, weil er als familiärer Bewacher und gesellschaftlicher Vertreter der Upperclass dienen muss. Tiefbewegend sind hier die Szenen im Keller. Selten solch minimalistische Schauspielkunst gesehen, die so viel bewirken kann. Richard Brooks entzaubert hier das amerikanische Idyll der reichen Familie. Ein Gewitter zieht auf der das Gerüst zum Einsturz bringt. Herrlich inszeniert anhand des tatsächlich aufziehenden gewitters im Film. Einer der großen Schauspielensemblefilme die es jemals gab. Punkt. Danke dir Paul, das ich dich so erleben durfte.