Die Klasse von 1999 (1990)

Im Jahre 1999 herrscht das totale Chaos in den USA, bewaffnete Banden beherrschen ganze Stadtgebiete und auch die Schulen sind Horte der Gewalt und Bandenkriege. Doch die Regierung hat einen Plan und startet ein Experiment an einer dieser Highschools, in denen alles andere getan wird als zu lernen. Cyborgs, Maschinen mit dem aussehen von Menschen, eigentlich für das Militär entwickelt sollen in den Schulen die Lehrer ablösen und den Jugendlichen Disziplin und den Lehrstoff beibringen, wenn nötig auch mit Gewalt. Doch die Cyborgs geraten außer Kontrolle und beginnen einen Kleinkrieg gegen die Kids, den diese nur verlieren können…

Eigentlich soll Die Klasse von 1999 die Fortsetzung des Highschool-Thrillerdramas Die Klasse von 1984 des Filmemachers  Mark l. Lester sein, der den schockierenden Alttag an einer amerikanischen Highschool thematisierte und  einen Lehrer sich mit einer Schülergang anlegen ließ. Die Klasse von 1999 soll diese Geschichte weiterspinnen, allerdings auf eine höchst übertriebene Art. Deswegen um den Film nicht als miese Fortsetzung zu reviewn, betrachten wir ihn einfach als völlig eigenständigen Actionfilm mit Elementen eines Terminator-Filmes, denn im Grunde genommen ist er auch nichts anderes.

Cyborgs hatten in den 1980ern und 1990ern Hochkonjunktur und eine regelrechte Flut von Filmen über diese menschenähnlichen Killermaschinen überschwemmten die Videotheken, was dazu führte, dass man irgendwann gerade zu übersättigt von diesem Subgenre des Action- und Science Fiction-Filmes wurde. Die Klasse von 1999 stellt im Großen und Ganzen auch keine Ausnahme dar, außer dass nun diese Killerroboter in Menschengestalt in einer damals näheren Zukunft disziplinlose Jugendliche zur Strecke brachten, die in der Schule nicht artig auf ihren plätzen saßen.

Das Jahr 1999 ist in diesem Film, so kurz vor der Jahrtausendwende ein beliebtes Jahr, in dem viele Pessimisten davon ausgingen, dass gerade diese Wende der Beginn vom Ende darstellte. Ein gern gesehenes Endzeitszenario in dem alles vor die Hunde geht und mitunter die Gewalt und die ohnehin schon bestehende Drogenproblematik eskaliert und in der in typischer Wild West-Manier drauf regiert wird. Im Ansatz eine vielleicht nicht besonders originelle Idee, aber Die Klasse von 1999 kann dafür die hanebüchene Story mit viel Action und Effekten übertünchen und bietet somit leichte, niveaulose Unterhaltung, die aber gefallen kann.

In Die Klasse von 1999 sollte man vielleicht nicht so sehr auf die Geschichte an sich schauen, sondern dieses filmische Machwerk einfach nur ohne groß nachzudenken und zu hinterfragen genießen. Die Klasse von 1999 soll kein Drama sein, geschweige davon sich wirklich ernsthaft mit den darstellten Problemen befassen, sondern reines Actionkino verkörpern. Und auch ich bin der Meinung, dass man nicht jeden Film immer nur auf seinen qualitativen Anspruch hin bewerten muss. manchmal macht es auch Spaß sich einfach nur berieseln zu lassen und einen Film zu schauen bei dem man nicht groß nachdenken und hinterfragen muss.  Die Klasse von 1999 bietet viel Action, Geballere und vermischt dieses mit Cyborg-Film-Elementen und wartet mit so manchen “coolen” Effekten auf. 

Pam Grier (Coffy, Foxie Brown), Patrick Kilpatrick (Last Man Standing, Anthony II) sowie Malcolm McDowall (Uhrwerk Orange) und Stacey Keach (Cheech & Chongs heiße Träume) sind in Die Klasse von 1999 die Schauspieler, die man am ehesten noch kennt und denen man im Großen und Ganzen jeden Film verzeiht, sei er noch so mies, denn sie haben das Talent durch ihre Bekanntheit sowie durch ihre schauspielerische Leistung über miese Storys hinweg zu täuschen und auf ihre ganz eigene Art dennoch unterhaltsam zu sein, so das man einen miesen Film jedenfalls noch als kurzweiligen amüsanten Trash betrachten kann.

Dennoch kann Die Klasse von 1999 mit einigen guten Spezial Effekten unterhalten, auch wenn diese Cyborgs eher wie Plastik- und Sylikonroboter wirken. Doch haben sie Flair, nicht so grandios wie das Endoskelett ala Terminator, aber dennoch interessant, zudem jeder dieser Killermaschinen mit eigenen Waffen wie Flammenwerfer, Kreissäge etc. ausgestattet sind. Aber auch als vermeintliche Menschen können sie für einen Trashfilm überzeugen und haben so manch sarkastischen Spruch auf Lager. 

Den Rest von Die Klasse von 199 muss ich gestehen ist eher uninteressant, klischeehafte Charaktere, die ebenso uninteressant sind wie die an sich vorhersehbare Geschichte, bei der man von vornherein weiß, wie der Film ausgehen wird. Spannung stellt sich deswegen kaum ein und hält für den Zuschauer auch kaum Überraschungen bereit. Das einzige was den Film akzeptabel macht sind wirklich die Killer-Cyborgs und ihre Methoden, wie sie die abgedrehten Kids zur Strecke bringen. 

Fazit: Die Klasse von 1999 ist ein typischer Killer-Cyborgs-Film mit guten Spezial Effekts und schwacher Story, der aber ab und an mit schwarzen Humor einem zum schmunzeln bringen kann. Action gibt es genug, auch wenn er oft nur zum Selbstzweck eingesetzt wird… Man kann sich Die Klasse von 1999 anschauen, aber man muss es nicht. Wer es dennoch tun will, kann schauen, dass er die geschnittene VHS von Concorde oder die uncut-Fassung auf DVD von Dragon Entertainment ergattert.

Wertung: 6,5/10 Punkten

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