Die Langoliers – Die andere Dimension (1995)

Auf dem Flug von L.A. nach Boston erwacht eine kleine Gruppe von Leuten und stellt verwirrt fest, dass alle übrigen Passagiere der eigentlich voll ausgebuchten Maschine verschwunden sind. Noch unheimlicher ist es, dass aber von diesen verschwundenen Fluggästen alle Wertgegenstände, Schmuck, Zahnprothesen, ja sogar Herzschrittmacher noch da sind, nur eben deren Besitzer sind einfach nicht mehr da. Unruhe macht sich unter den Leuten breit. Was ist passiert? Zum Glück ist ein Pilot auf Urlaubsreise unter ihnen der das Flugzeug, das mit Autopilot fliegt, steuern kann. Ein Rätselraten beginnt und als sie aus den Fenstern schauen und nichts durch die dichte Wolkendecke erkennen können, was auf der Erdoberfläche los ist, macht sich zunehmendes Angst breit. Als sie sich entschließen auf einem kleinen Flughafen zu landen stellen sie entsetzt fest, dass auch hier alle Menschen verschwunden sind. Doch nicht nur das. Es gibt kein Echo, das Essen im Restaurant ist geschmacklos, das Dosenbier schal und auch sonst ist nichts wie es soll. Und dann ist da noch dieses fiese schmatzende Geräusch, das immer näher kommt. Der psychisch gestörte,  psychopathische Banker Toomey hat eine grausige Erklärung: Das widerliche Geräusch wird von den Langoliers verursacht, Wesen die nur aus einem Zähnen besetzen Mäulern bestehen. Und auch der Schriftsteller Jenkins beginnt eine These über das was geschehen ist aufzustellen: sie, die Überlebenden von Flug 29 sind in einer anderen Zeitlinie gefangen … vielleicht nur wenige Minuten in der Vergangenheit …

Obwohl es sich bei Die Langoliers – Die andere Dimension um einen fürs Fernsehen produzierten Film handelt, so möchte ich diesen Euch ans Herz legen, denn der Film, der auf der Vorlage des gleichnamigen Buches von Horror-Schriftsteller Stephen King basiert ist ein wunderbarer und fantastischer Grusel-Mystery-Thriller, der so empfinde ich es sich echt lohnt anzuschauen. Tom Holland, der Regisseur von Chucky – Die Mörderpuppe, Fright Night – Die rabenschwarze Nacht und auch Stephen Kings Thinner – Der Fluch schafft trotz der Optik einen TV-Filmes und vielleicht auch oft etwas aus heutiger physikalischer Sicht hanebüchener Ideen zum Thema Zeitreise und anderen Dimensionen einen spannenden und unterhaltsamen Mix aus Gruselfilm, Mystery und Science Fiction-Film zu kreieren.

Obwohl die Meinungen und Ansichten der Kritiker und auch der Zuschauer zu Die Langoliers – Die andere Dimension sehr unterschiedlich sind, so bin ich der persönlichen Auffassung, dass es sich bei diesem Film um eine durchaus gelungene Buchverfilmung handelt, in der die Elemente des Horrorfilmes erst gegen Ende eine Rolle spielen, denn hier in Die Langoliers – Die andere Dimension geht es zu Beginn erstmal darum, wie sich die Protagonisten mit dieser fremdartigen Situation auseinandersetzen und beginnen Mutmaßungen anzustellen, was mit ihnen oder der gesamten Welt passiert sein könnte.

Dazu kommt der für Spannungen und auch Befürchtungen sorgende Charakter des eines Nervenzusammenbruchs nahen Banker Craig Toomey, der hervorragend und überzeugend von Bronson Pinchot dargestellt wird, den einige noch wohl auch Quentin Tarantinos True Romance mit Christian Slater und Dennis Hopper kennen werden. Seine Darstellung als widerlicher Streithammel, der aber im Laufe des Filmes immer mehr als Opfer seines dominanten und furchteinflössenden Vaters gezeigt wird, der nicht einfach nur ein aggressiver Spinner ist, sondern schon fast an schizophrenen, paranoiden psychotischen Wahnvorstellungen leidet.

Wenn ich ehrlich sein soll, so empfinde ich die Figur des Craig Tommey in Die Langoliers – Die andere Dimension als wichtigsten und intensivsten Charakter, der alle anderen eher oberflächlich gezeichneten in den Schatten stellt, auch wenn sie von Bekanntheiten wie Dean Stockwell verkörpert werden, der einigen wohl noch aus der TV-Serie Zurück in die Vergangenheit von 1989 bis 1993 bekannt sein dürfte und in der neuen Battlestar Galactica – TV-Serie zu sehen ist.

Die übrigen Charaktere in Die Langoliers – Die andere Dimension sind meiner Ansicht nach eher nicht so wichtig, auch wenn viele meinen, dass das blinde Mädchen, das von der damals 13 jährigen Kate Maberly (Boogeyman 3) verkörpert wird, die wohl bedeutsamste Rolle in Die Langoliers – Die andere Dimension inne hat. Es ist schwer zu sagen, wer in diesem Film wichtig und nicht so wichtig ist, da alle Charaktere auf eine Art miteinander verbunden sind und für die Geschichte, deren Fortlauf und deren Ausgang erheblich sind.

Die Langoliers selbst, die eigentlich ein Produkt der Fantasie des Vaters von Toomey waren, um seinen armen Sohn schon im Kindesalter einzutrichtern, dass nur Leistung im Leben zählt und ihm damit Angst einzujagen, dass diese Fress-Maschinen kommen und ihn fressen werden, wenn er nicht die Leistung erbringt, die von ihm erwartet wird, werden in dem Film zwar erst zum Ende hin von Die Langoliers – Die andere Dimension eingebracht doch auch ich muss gestehen, dass ich von deren Darstellung enttäuscht wurde.

Die Wesen, die nur aus Zähnen bestehen wurden eher schlecht animiert, so wie man es noch heute von so manchen sehr unrealistischen Computeranimierten Monstern von Trashfilmen gewohnt ist, nur dass es sich bei diesen Wesen um eine Animationstechnik der Mitte 1990er handelt, die dazu noch recht kostengünstig gewesen sein muss, da es sich um eine Fernsehproduktion handelt. Aber dafür macht die gut und packend erzählte Geschichte von Die Langoliers – Die andere Dimensiuon diese miese Darstellung der Monster wieder weg und man verzeiht es dem Film vielleicht sogar gerne, dass diese Wesen nicht so sind, wie man es sich den ganzen Film über erhofft und vorstellt hatte.

Ansonsten empfinde ich Die Langoliers – Die andere Dimension als durchaus gut gelungen. Mit Sicherheit zählt Die Langoliers – Die andere Dimension nicht zu den besten Verfilmungen von Stephen King, aber meiner Meinung nach auch nicht unbedingt zu den ganz schlechten, wie ich es bei Misery oder Brennen muss Salem empfinde, die zwar durchaus auch ihren Reiz, aber mich von der Geschichte her nicht interessiert haben. Die Langoliers – Die andere Dimension ist vielleicht nicht der technisch aufwendigste, bietet aber meiner Meinung nach spannende und gute Unterhaltung für einen gemütlichen Sonntag-Nachmittag.

Auf VHS ist Die Langoliers – Die andere Dimension von Aacarde Video und Highlight erschienen, während er auf DVD von Laser Pardise und Paramount veröffentlicht wurde. Auf jeden Fall sollte man sich nicht davon abschrecken lassen, dass er anstelle fürs Kino für das TV produziert wurde und vielleicht nicht so spektakulär wie andere Stephen King-Verfilmungen ist, aber auf jeden Fall sehenswert.

 Wertung: 8/10 Punkten 

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