Die letzte Kriegerin (1994)

Inhalt:

Neuseeland Mitte der 90er Jahre. Die Nachkommen der Maoris, Jake und Beth, leben zusammen mit ihren fünf Kindern in einer recht trostlosen Gegend in einer Großstadt. Der Alltag ist geprägt von Gewalt und Alkoholismus. Jake verbringt seine Zeit häufig in Kneipen. Seine exzessiven Gewaltausbrüche vollzieht er auch bei seiner Frau und seinen Kindern. Beth liebt ihn dennoch und versucht ihn wieder zurück ins gute Leben zu führen. Eines Tages, bei einer Feier in deren Eigenheim, vergewaltigt Bully eine Tochter von Jake und Beth. Dieses Ereignis setzt eine Gewaltlawine ins Rollen. Beth muss aus dieser Spirale raus und besinnt sich auf die Tugenden ihrer Vorfahren, der Maori.

Filmisches Feedback:

Schonungslos, Realitätsnah, Grandios!

Das ist “Once were Warriors”. Oder auf Deutsch “Die letzte Kriegerin”. Ein kurzer Einblick in das Leben einer, von ihren Wurzeln abgekommenen Familie die versucht aus ihren sozialem Moloch zu entfliehen. Dabei vergessen sie zwar nicht ihre kulturelle Abstammung, aber sie gehen an der Instabilität ihrer Durchführung seelisch zu Grunde. Negative Auswege sind dann vorprogrammiert: Diebstahl, innerfamiliäre Probleme, Vergewaltigung, Gewalt. Kurze Szenen des Glücks werden von der (verbalen) Brutalität zunichte gemacht. Trostlos ist das Wort, das alles beschreibt, aber es gibt Hoffnung. 


Dadurch erreicht der Film einen Realitätsstandard den er auch nicht loswerden will. Regisseur Lee Tamahori zeigt 3 Themen: 1. die Problematik der sozialen Unterschicht, 2. die Rückbesinnung auf Rituale und Kultur und 3. zeigt er den Weg einer starken Frau die ihren Weg sucht und geht. 
Der Film kontrastiert die kalte, tote Stadt und die Schönheit der Natur (und zeigt damit auch die innere Zerrissenheit der Familie). Er verschönt nichts und das gibt den Film dieses Faszinierende! Ein Muss. Ein Top-Drama.

Die Schauspieler spielen nicht ihre Rollen, sie erleben förmlich das was sie zeigen. Angefangen von Rena Owen (RAPA NUI, A.I.) über Temuera Morrison (BARB WIRE, SPEED 2, STAR WARS II: ANGRIFF DER KLONKRIEGER) bis hin zu Cliff Curtis (der heute in der AMC-Serie FEAR THE WALKING DEAD eine der Hauptrollen spielt). Sie alle zeigen Spitzenleistungen. Dieser Film ist Tamahoris Kinodebüt. Hiernach drehte er in Hollywood Filme wie NACH EIGENEN REGELN, AUF MESSERS SCHNEIDE oder JAMES BOND 007 – STIRB AN EINEN ANDEREN TAG.