Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne (1977)

Die 14-jährige Marie wird im Wald beim Herumtollen mit ihrem Freund Christobal von Vater Vinzenz erwischt und bei ihrer Mutter angeschwärzt. Nur unter seiner Obhut, so erklärt der Geistliche der erschütterten Mutter, könne Marie wieder auf den rechten Weg gebracht werden. So erhält er die Erlaubnis und das nötige Kleingeld, um Marie, die verirrte Seele, mit ins Kloster Serreda Iris nehmen zu können. Bald jedoch erkennt Marie, dass Vater Vinzenz und die Mutter Oberin Alma mit dem Teufel im Bunde stehen. Leider zu spät, denn im Handumdrehen wird ihre Unschuld dem Höllenfürsten geopfert. Als sie damt an die Öffentlichkeit geht, wird sie vom Großinquisitor als vom Teufel besessene Hexe zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Am Tage vor ihrer Hinrichtung greift sie zu Feder und Tinte und schreibt einen Brief an Gott.

 

Ooookaaaay. Nach dem langweilig dauerpornorösen BDSM-Erguss “Frauengefängnis”, widme ich mich heute einem weiteren lasterhaften Jess Franco-Film. Gott vergieb mir, ich habe gesündigt und mir diesen Film angesehen! “Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne” ist einer der bekanntesten Vertreter des sogenannten “Nunsploitation”-Genres, einfach Nonnen-Filme mit viel Sex und Gewalt und unser lieber Jess Franco lieferte hier ein Paradebeispiel ab.


Die Geschichte um eine geschundene 16 Jährige, die wegen Unzucht ins Kloster muss und dort sexuell missbraucht und gefoltert wird ist ja nicht gerade das gelbe vom Ei. Ähnlich wie “Frauengefängnis” geizt man hier nicht mit nackten Tatsachen und bizarren Szenen. Ein lüsterner William Berger als Priester mit Verlangen nach Oralverkehr ist da noch nicht die Spitze des Eisbergs. Man könnte Franco hier Kritik an der katholischen Kirche zugestehen aber das kann nur ein Vorwand sein, so spekulativ ist der Film in Szene gesetzt. Ich mag Exploitationfilme und netten Sleaze aber mit solchen Dingen kann ich inhaltlich nicht viel anfangen. Es werden schonungslos Szenen aneinander gereiht, in denen unsere Hauptfigur diverse Erniedrigungen über sich ergehen lassen muss. Gewürzt wird das ganze mit lesbischen Auschweifungen und Teufelsanbetung. Das ist nicht nur bizarr, sondern auch schlichtweg nicht unterhaltend, für mich zumindestens. Nicht nur ist es umgemütlich, dass die Hauptfigur Maria noch minderjährig ist, sondern Darstellerin Susan Hemmingway war ebenfalls erst 16 während des Drehs. Danach legte sie noch Auftritte in Hardcore-Pornos hin, ebenfalls von Jess Franco inszeniert. Die Anhäufung von altertümlichen Eskapaden, sexueller Nötigung und Satanismus bereitet jedem Fan von solch zwielichtigen Sleaze-Werken bestimmt Freude. Höhepunkt ist sicherlich die Vergewaltigung von Maria, durch Herbert Fux in Gestalt des Satans, während um sie herum eine lesbische Orgie entbrennt. Bei all diesem frivolen Treiben muss man Jess Franco doch diverse Zugeständnisse machen. Rein filmisch ist der Streifen recht ansehnlich. Gute Kamera, mit einer durchaus guten Bildkomposition, die sehr schön die historischen Gebäude und die altertümliche Kunst einfängt, dazu gibt es noch nette Landschaftsaufnahmen. Die Musik ist ebenfalls gut komponiert und untermalt die Bilder sehr gekonnt. Auch Francos Inszenierung macht durchaus was her und gestaltet sich sehr opulent. Auch die Story ist an sich relativ koherent erzählt und hat einen netten Schluss. Die Darsteller agieren solide, da kann man nicht meckern. Ein wirklich ansehnlicher Film auf technischer Ebene. Dies wird die letzte Franco/Dietrich Produktion in dieser Reihe sein, nicht falsch verstehen aber ich muss mich mal anderen Filmen widmen, anstatt nur bizarren Sexfilmen des spanischen Trash-Filmers. Nächste Woche guck ich nur noch Disneyfilme! :D

“Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne” ist ein weiteres voyeuristisches und spekulatives Machwerk aus der Koorperation zwischen Jess Franco und Erwin C. DIetrich. Technisch sehr sauber und ansehnlich opulent inszeniert, mit Gespür für gute Bilder. Daran ist nichts auszusetzten. Jedoch ist das “Historien-Drama” eine anhäufung von Sleaze Szenen mit Folter, Lesbensex und kleinen Perversitäten.
Wirklich nur für wirkliche Exploitation-Fans!