Die Nacht der lebenden Toten (1968)

Gerade als die Geschwister Barbara und Johnny auf dem Friedhof das Grab ihrer Mutter besuchen schlägt das Grauen mit voller Härte zu:  Johnny wird von einem verunstalteten Mann angegriffen und während des Gerangels getötet. Panisch flieht Barbara und sucht Zuflucht in einem abgelegenen Farmhaus. Kurz darauf stößt ein Mann zu ihr, der sich als Ben vorstellt und erzählt, dass überall komische Gestalten aufgetaucht sind, die die Menschen anfallen und töten. Schon bald erscheinen auch vor dem Farmhaus diese unheimlich schwankenden, sich wie in Trance bewegenden Kreaturen und versuchen in dieses einzudringen. Kurz darauf merken Barbara und Ben, dass sie nicht die einzigen im hause sind, einige Leute darunter auch der jähzornige Mr. Cooper haben sich im Keller verschanzt. Um die Kreaturen, die laut eines Fernsehberichtes lebende Tote darstellen, am eindringen in das Haus zu hindern, beginnen die Eingeschlossenen Fenster und Türen zu verbarrikadieren… doch auch zwischen Cooper und Ben kommt es zum offenen Machtkampf, was die ohnehin schon grausige Situation nicht gerade leichter macht…

Die Nacht der lebenden Toten gehört ja mittlerweile schon zu einem der wohl berühmtesten Filme des ziemlich umstrittenen Zombiefilm-Genre des Regisseurs George A. Romero, dessen Filme wie Zombie von 1978 zum Leidwesen der Jugendschützer seit seinem Erscheinen im Kino bis heute als Kultfilm gilt. Die Nacht der lebenden Toten ist der Vorläufer zu Zombie und gilt inzwischen schon nicht mehr las plumper Horrorfilm sondern als ein Stück Filmkultur, so dass der Film selbst im Museum of Modern Art in New York seinen Platz gefunden hat.  

 Obwohl 1968 gedreht, drehte Romero Die Nacht der lebenden Toten in schwarzweiß, um somit ein bis heute noch beeindruckendes Zusammenspiel aus Licht und Schatten anwenden konnte, das dem Film seine unheimliche und verstörende Atmosphäre verleiht un diese auch im gewissem Sinn verstärkt, Nicht allein nur die Tatsache, dass der Film von lebenden Toten handelt, dessen Thema leider heute mehr als genug ausgereizt wurde und somit heute seinen Schrecken verloren hat, die Menschen auffressen machte den Film damals so einzigartig, sondern das Romeros Zombies eben ganz andere waren, als die herkömmlichen, die sonst immer in gewisser Weise Opfer dunkler Magie waren, die als Marionetten zu böse Zwecken missbraucht wurden. Romeros Untote sind tote, die weder Erinnerung noch Emotionen besitzen und somit auch keinen Halt vor ihre engsten Familienangehörigen machen. Ein schrecklicher Gedanke für alle von seinen geliebten Kindern, Eltern oder Geschwistern gnadenlos auf bestialischste Weise umgebracht zu werden, was die damaligen Zuschauer wohl am meisten schockierte und auch eine Art von tabubruch darstellte. 

 Aus heutiger Sicht eher harmlos in Sachen Blutgehalt und.Gewaltdarstellung galt Die Nacht der lebenden Toten vielen Kritikern damals als unappetitlicher Schocker, den man jegliche Form von Gesellschaftskritik und gar tieferem Sinn absprach. Was zudem für viel mehr Aufruhr sorgte und ich glaube ich verrate hier wohl niemanden mehr etwas neues, war dass ein Farbiger mitunter der Hauptcharakter war, der zum Schluss als einziger überlebte, dann doch noch erschossen wurde.Ob das aber einen politischen Hintergrund hatte, dass man es nicht vielleicht nicht akzeptiert hätte, dass ein Schwarzer so gesehen als Held als einziger überlebt, weiß ich natürlich nicht wirklich, da die Diskriminierung und Rassentrennung der Schwarzen in den USA ja schon 1948 durch Präsident Truman aufgehoben wurde.

Aber welche Hintergründe man dem Film nun andichtet oder nicht ändert nichts an der tatsache, dass die Nacht der lebenden Toten zu einem der gruseligsten Filme gehört, die das Subgenre des Zombiefilmes hervorbrachte. Romeros stetiger Begleiter Tom Savini, der für die grandiosen Make Up-FX in Zombie und weitern vielen bekannten Horrorfilmen zuständig war und heute mehr vor als hinter der Kamera agiert, drehte 1990 das Remake von Die Nacht der lebenden Toten, was trotz seines guten Gelingens meiner Ansicht nach nicht an den von 1968 herankommt. Obwohl der Inhalt sowie die Charaktere (natürlich mit anderen Schauspielern) fast identisch sind, so besitzt meiner Ansicht nach nur Romeros Film die unheimliche verstörende Atmosphäre. Aber das liegt vielleicht auch daran, dass die Neuverfilmung in Farbe ist, aber wohl auch daran, das man mittlerweile schon etliche Filme über Untote gesehen hat und somit Savinis Verfilmung in der Masse der Zombiefilme untergeht – obwohl auch er bewusst auf krasse Ekeleffekte verzichtete und mehr Wert auf Spannung und Atmosphäre legte. 

Das der Film Die Nacht der lebenden Toten beinahe eine Amateur und Low Budget Produktion ist und Crew eigentlich nur aus Bekannten von Romero bestanden haben soll ändert aber nichts an der Tatsache, dass genau dieser Film mitunter Zombie und Zombie 2 – das letzte Kapitel zu seinen besten Filmen gehörte, selbst wenn er versuchte seiner inzwischen sechs Filme umfassenden Geschichte über die Untoten 2009 mit Survival of the Dead einen Abschluss zu verpassen, der ihm meiner Ansicht nach leider völlig misslungen war. 

 Die Nacht der lebenden Toten ist seit langem von der FSK ab 16 in ungeschnittener Fassung freigegeben worden und es gibt auf DVD mittlerweile über 40 verschiedene Veröffentlichungen, wobei es auf BluRay vielleicht zum Glück nicht so viele (nur 13^^) gibt. Auf jeden Fall und da werden mir wohl nicht nur die Fans von Klassikern zustimmen, gehört die Nacht der lebenden Toten in jede Filmsammlung.

Wertung: 10/10 Punkten

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