Die phantastische Reise (1966)

Mittels neuster Technik wird ein U-Boot ähnliches Gefährt auf Mikro-Größe geschrumpft und in die Blutbahn eines Sowjet-Diplomaten, der einem Attentat zum Opfer fiel, injiziert, damit die sorgfältig ausgesuchte Crew von Wissenschaftlern durch die Venen zum Gehirn taucht und dort ein lebensbedrohliches Blutgerinnsel mit Laser entfernt, um dem mann das Leben und somit auch geheime Informationen zu retten. Auf ihrer Abenteuerlichen Fahrt durch den menschlichen Körper tauchen sie in eine faszinierende Welt ein, die auch voller Gefahren wie Anti-Körper stecken, zudem müssen sie sich noch mit einem Saboteur auseinander setzen, die den Erfolg der Mission gefährdet…

 Die phantastische Reise ist ein kleiner, aber vor allem sehr ungewöhnlicher Science Fiction-Film, der soweit mir persönlich bekannt das erste Mal seine Handlung in den Körper eines Menschen hinein verlegt und dem Zuschauer eine bis Datum unbekannte Welt offenbart, die genauso faszinierend wie das Universum ist. 

Der 2005 verstorbene Regisseur von Filmen wie Amityville 3 und/oder Red Sonja, Richard Fleischer,  verfilmte hier in Die phantastische Reise das Drehbuch des Autors David Duncan und kreierte durch atemberaubende und dennoch sehr realistisch wirkende Bilder einen modernen Science Fiction-Klassiker, der so völlig anders als die seines Genres war, dass der Film für deine Spezial- und Visuellen Effekte und Kulissen mit dem Oscar belohnt wurde und für zahlreiche andere heiß begehrte Trophäen der Filmwelt nominiert wurde.

 Persönlich hat mir besonders gut Donald Pleasence gefallen und das nicht nur, weil er in John Carpenter-Filmen wie Halloween oder Die Fürsten der Dunkelheit mitwirkte, sondern weil Pleasence einfach weiß den Zuschauer durch sein eigentlich sympathisches Erscheinungsbild an der Nase herum zuführen und zudem meiner Ansicht nach nie übertrieben oder unnatürlich wirkt. Interessant fand ich auch, die überdimensionale Darstellung des Inneren des Körpers.

Man könnte meinen, da würde tatsächlich ein U-Boot durch die Venen tuckern und man vergisst allzu gern, dass es sich dabei um Kulissen handelt, die in den 20th Century Fox-Studios aufgebaut und unter anderem von Stuart A. Reiss und Walter M. Scott geschaffen wurden. Den Oscar hatten sie sich redlich verdient.

Eine tolle und sich perfekt anpassende Filmmusik stammte von Leonard Roseman, der auch den Soundtrack zu Ralph Bakshis Zeichentrickabenteuer Der Herr der Ringe komponierte. Die phantastische Reise hat aber auch nicht nur tolle Kulissen, sondern besticht auch durch seine realitätsnahe Darstellung von den Vorgängen im menschlichen Körper, so wird das Mini-U-Boot auch von Anti-Körpern angegriffen, die das Gefährt wie jeden Fremdkörper in der Realität auch versuchen zu absorbieren oder zu beseitigen. Auch Gefahren, die durch den Herzschlag verursachten Sog in der Blutbahn wird eindrucksvoll geschildert und die gesamte Reise entpuppt sich nicht wie vorerst angenommen als reine optisch schön anzusehende Vergnügungsfahrt sondern als eine Fahrt durch einen lebenden Organismus.

Joe Dante, dem Regisseur von Gremlins – Kleine Monster verfilmte den Stoff um das Abenteuer dann 1987 neu, ebenfalls mit eindrucksvollen Bildern, aber wesentlich mehr Humor in seiner  Science Fiction-Action Komödie Die Reise ins Ich mit Dennis Quaid als Pilot eines Einmann-U-Bootes im Körper von Komiker Martin Short.Mir persönlich gefällt aber Die phantastische Reise besser, weil so finde ich, hier alles ein wenig spannender und authentischer wirkt.

Natürlich gibt es Die phantastische Reise auf DVD von 20th Century Fox zu einem recht akzeptablen Preis und das Anschauen dieses Filmes eröffnet dem Zuschauer einen wirklich beeindruckenden Blick in den Kosmos Mensch^^

 

Wertung: 9/10 Punkten

 

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