Die Prophezeiung

Wer den Namen John Frankenheimer liest, wird sicherlich gleich an “Ronin” von 1998 oder auch “French Connection 2” aus dem Jahr 1975 denken. Doch Frankenheimer drehte noch weitaus mehr interessante Filme. Sei es “Wenn er in die Hölle gehen will, lass ihn gehen” von 1982, “Dead Bang – Kurzer Prozess” von 1989 mit Don Johnson und “52 PickUp” aus dem Jahr 1986. Doch nun geht es um DIE PROPHEZEIUNG von 1979, eine Mischung aus Horror, Thriller und Umwelt-Drama. Was diesen Film besonders auszeichnet ist die Aktualität, die Thematik des Films ist vollkommen zeitlos und kann in jedes Jahrzehnt interpretiert werden. Geldgierige Manager großer Firmen gehen oft über die Grenzen hinaus und respektieren in keinster Weise die Umwelt, der Profit steht an erster Stelle.

Die Geschichte beinhaltet einen guten Aufhänger, der Kampf zwischen der Papierfabrik und den Einheimischen Indianerstammes birgt viel Potenzial. Jedoch wird hier sehr viel davon verschenkt, das Tempo schreitet nur sehr langsam voran. Hinzu kommt das viele offene Fragen auftauchen, die entweder gar nicht oder nur Ansatzweise beantwortet werden. Da wäre zum einen die schwangere Frau, die einen vergifteten Fisch gegessen hat, was ist mit ihrem Kind? Kommt es gesund zur Welt oder leidet es wie die Tiere im Wald an den Qualen der Mutation. Als produktiv zu betrachten ist der Punkt, das anstatt wie in anderen Produktionen die Schuld auf atomaren Abfall zu setzen, wurde hier auf Quecksilber gesetzt. Zwar wurde die Wirkung etwas zu hoch angesetzt, wirkt jedoch realitischer und realitätsnaher.

Für DIE PROPHEZEIUNG wurden auch bekannte und beliebte Schauspieler gecastet. In den Hauptrollen tauchen Robert Foxworth und Talia Shire auf. Talia Shire dürften die Meisten als Adrian aus den Rocky Filmen mit Sylvester Stallone kennen, und nicht zu vergessen in DER PATE Trilogie. Sie mimt in DIE PROPHEZEIUNG die Ehefrau von Dr. Robert Verne, der widerrum von Robert Foxworth gespielt wird. Foxworth kennt man vor allem aus “Wolfsmond” und “Ameisen – Die Rache der schwarzen Königin”.

Ab der zweiten Hälfte des Films wandelt sich DIE PROPHEZEIUNG vom Horror – Thriller zum leichten Horrorfilm. Hier tauchen erstmalig die Tiere auf die durch das Quecksilber mutiert sind, bzw. sich optisch verändert haben. Dazu kommen noch ein paar heftigere Szenen von Tötungsszenen der Tiere. Allen voran eine Szene wo ein Kind in einem Schlafsack durch die Gegend gewirbelt wird. Die Einstellungen der Tiere wurden mithilfe von Puppen kreiert, was man dem Film leider deutlich ansieht, doch Regisseur Frankenheimer setzte auf kurze Einstellungen um die Puppen nicht allzu lange ins Bild zu rücken. 

Der Spannungsaufbau wandert während der Spielzeit vom Film auf verschiedenen Ebenen. Zu Anfang steigt sie stetig an und baut im mittleren Teil wieder deutlich ab, erst im langen Finale des Films erreicht sie wieder einen Höhepunkt. Unterstützt wird die Story durch das Setting des großen Waldes und den vielen Naturaufnahmen die die Atmosphäre der Hetzjagd gut bekräftigen.

Als DIE PROPHEZEIUNG damals auf Video veröffentlicht wurde, hatte der Film keine Freigabe, weil er keiner Behörde zur Sichtung vorgelegt wurde. Vertrieben wurde er damals von “CIC / TAURUS”, nun wurde er geprüft und bekam auf DVD eine FSK 16 Freigabe, und ist komplett ungeschnitten. Zuvor existierten zahlreiche Bootlegs, eins davon wurde sogar als PARAMOUNT Produkt deklariert, wies jedoch ein sehr gutes Bild auf.

DIE PROPHEZEIUNG zählt vielleicht nicht zu den besten Filmen von Regisseur Frankenheimer, jedoch zu seinen ausdrucksstärksten. Ein zeitloser Vertreter mit einer immer aktuellen Thematik bezüglich des Umweltschutzes.