Im Landhaus eines reichen Industriellen treffen sich eine Anzahl Leute zu einem fröhlichen Wochenende. Doch das Grauen schlägt sie bald in seinen Bann. Als die Nacht hereinbricht, kommt eine Horde schrecklicher Wesen aus der Dunkelheit: Zombies, die panische Furcht verbreiten und schauderhafte Verbrechen begehen. Die Gruppe versucht sich zu schützen … doch vergeblich. Mit unvorstellbarer Grausamkeit schlagen die lebenden Toten zu! Es gibt kein Entrinnen!

 

„When there’s no more room in HELL, the DEAD will walk the EARTH!“

Dieser fesche Satz hat Kultstatus, war er doch die Tagline zu George A. Romeros Horror-Meisterwerk „Dawn oft he Dead“ aus dem Jahr 1978. Ein stilbildender Film, der auch heute noch zu den großen Glanzleistungen des Genres gehört. Der Erfolg rief natürlich einige Trittbrettfahrer auf den Markt und besonders in Italien begannen Regisseure eigene, meist günstig produzierte, Zombiefilme auf den Markt zu werfen, die aber weit entfernt von der Finesse eines „Dawn of the Dead“ waren. Eines dieser Rip-Offs war der 1980 erschienene „Die Rückkehr der Zombies“, in dem sich Schmuddel-Auteur Andrea Bianchi auf das wesentliche konzentriert: Titten, Zombies und Gore!

Ach ja, die Italo Rip-Offs. Jedes populäre Genre bekam in den 70ern und 80ern Ableger aus dem Stiefelförmigen Mittelmeerland. Die Italiener sprangen auf jeden erdenklichen Zug im Horror, Action oder Sci-Fi Bereich auf, so auch auf die Zombiewelle, die sich durch „Dawn of the Dead“ im Jahr 1978 große Beliebtheit erfuhr. Zuerst schickte Lucio Fulci den Klassiker „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“ in Rennen, der ebenfalls ein großer Erfolg wurde und bevor Fulci weitere Werke in diesem Metier drehte, warfen viele Billig- und Exploitationfilmer ähnlich gelagerte Streifen auf die Leinwände der Bahnhofskinos. „Die Rückkehr der Zombies“ ist so ein Film. In nur wenigen Tagen abgedreht zieht Schmuddel-Maestro Andrea Bianchi alle Register und serviert einen schlecht gemachten Splatter-Film, der lediglich ein paar coole Effekte zu bieten hat. Eine Story ist quasi nicht vorhanden, denn der Exploitationfilm konzentriert sich lediglich auf Flucht- und Angriffsszenen. Die Ausgangssituation, in der ein Professor mit Zauselbart, der Steine ausgräbt, auf denen Smileys abgebildet sind, durch Unachtsamkeit die Toten erweckt ist unfassbar belanglos. Das es da irgend einen mystischen Hintergrund gibt, wird nie erwähnt und so lässt man Zombies aus der Erde kriechen. Auf diese Szenerie folgt dann die bereits erwähnte Handlung. Zombies greifen an, töten irgendjemanden, der Rest der Bagage rennt weg, Zombies kommen hinterher, verhackstücken den nächsten, die Verbliebenen rennen weg und so weiter, und so weiter bis dann schließlich alle tot sind, oh sorry jetzt hab ich aber gespoilert. Man muss schon sagen, dass der Streifen eine ziemliche Gurke und Italo-Schlock der effizientesten Sorte ist. Das ganze scheint auch beim Regisseur zu Hause gedreht worden zu sein, denn die Schauplätze beschränken sich lediglich auf ein Haus und dessen Garten. Auch die Darsteller scheinen nie etwas von Schauspiel gehört zu haben, aber wenn meine Theorie stimmt, werden das auch einfach Freunde des Regisseurs gewesen sein. Wahrscheinlich hat Bianchi ein paar Leute übers Wochenende eingeladen und nebenbei festgestellt, dass er Montags einen Zombie-Film liefern muss und einfach drauf los gedreht, so belanglos und uninspiriert wirkt der ganze Trubel. Die Krönung ist allerdings Peter Bark, ein 25-jähriger, der hier als 11 Jahre altes Kind auftritt und geil auf seine Mutter ist. Mit dieser Kenntnis macht das Ganze dann doch etwas Gaudi und ist auch ziemlich bizarr. Andrea Bianchi konzentriert sich derweil auf das Wesentliche: Modrige Zombies, viel Gekröse und etwas Sex! Für mehr scheint keine Zeit gewesen zu sein, meine Theorie wird irgendwie immer reeller, denn augenscheinlich scheint auch sämtliches Budget in die Effekte gegangen zu sein. Das Blut spritzt, Eingeweide werden herausgerissen und gefressen, Gliedmaßen werden abgetrennt und sogar eine weibliche Brust wird verspeist. Bianchi hat Niveau und Anstand tief im Keller eingesperrt und haut schön auf die Ekel-Kacke aber etwas anderes hab ich von einem Regisseur, der unsere filmische Welt mit solchen Klassikern, wie „Malabimba – Komm und mach’s mit mir“ oder „Nackt für den Killer“ bereichert hat nicht erwartet. Sleaze Deluxe so zu sagen. Jedenfalls können sich die Zombies und die Gore-Szenen durchaus sehen lassen und etwas anderes will man bei so einem hingerotzten Machwerk auch gar nicht sehen, weshalb sich das Ganze auch eher für Gorehounds eignet, als für den „normalen“ Horror-Gucker, denn, falls ihr es nicht schon ahnt, der Film kommt nicht unbedingt an Romeros Klassiker oder Fulcis Horror-Meisterstück heran. Auch Filme, wie „Hell oft he living Dead“ von Bruno Mattei würde ich klar vorziehen, da sie in ihrer Trashigkeit dann doch mehr Spaß machen.

„Die Rückkehr der Zombies“ ist ein extrem abgefuckter Versuch mit dem Trend zu schwimmen, um im Fahrwasser der großen Hits auch ein Stück vom Kuchen abzugreifen. Bianchi bietet zwar einige coole Gore-Szenen und eklig-modrige Zombies, schert sich aber ansonsten um den Rest einen Dreck. Die Schauspieler agieren von schlecht bis ziemlich weird und für Ausstattung scheint kein Geld mehr da gewesen zu sein. Im Endeffekt ein schludrig runtergewichstes Cash-In Produkt für die Bahnhofskinos, welches man nicht unbedingt gesehen haben muss.