Die Rückkehr zum Planet der Affen (1970)

Inhalt:

Nachdem im ersten Teil der “Planet der Affen”-Reihe die „Ikarus“ auf einen entfernten Planeten notgelandet ist, macht sich ein weiteres Raumschiff auf, dieses zu suchen. Zwei Astronauten, Brent und der Kapitän fliegen los und stürzen im Jahr 4955 (im Original 3955) auf einen Planeten ab. Der Kapitän stirbt und Brent macht sich allein auf den Weg den Planeten zu erkunden. Eine Frau reitet auf einen Pferd auf ihn zu. Es ist Nova, die Frau mit der Taylor aus dem ersten Teil in die „verbotene Zone“ ritt. Brent bittet Nova ihn zu Taylor zu bringen (da er die Erkennungsmarke von Taylor erkennt). Nova bringt ihn allerdings in eine Affenstadt. Dort angekommen will General Ursus, ein Gorilla, in die „verbotene Zone“ einmarschieren um neuen Lebensraum für die Affen zu erlangen. Ursus sagt, dass nur die Affen zwischen gut und Böse unterscheiden könnten und nur ein toter Mensch ist ein guter Mensch. Brent und Nova suchen die beiden Menschenfreunde der Affen Zira und Cornelius auf, die den beiden helfen sollen. Sie werden aber verhaftet und als Zielscheibe für Schießübungen benutzt. Zira befreit die beiden und es gelingt ihnen die Flucht in die „verbotene Zone“. Dort angekommen entdecken sie in einer Höhle mutierte Menschen die allesamt per Telepathie kommunizieren und manipulieren können. Zudem beten diese Mutanten eine Atombombe an, die sie als heilige Waffe bezeichnen. Währenddessen kann Ursus eine Armee mobilisieren und ruft zum „heiligen Krieg“ gegen die Menschen auf. Obwohl pazifistische Affen sich der Armee in den Weg stellen beginnt die Schlacht in der verbotenen Zone. Brent entdeckt den noch lebenden Taylor der nun an den Tag des jüngsten Gerichts glaubt. Die Armee kommt in die Höhle und tötet Nova und Brent. Taylor wird schwer verletzt schafft es aber noch die Atombombe zu zünden und den gesamten Planeten, die Erde, zu zerstören.

Filmisches Feedback:

Nachdem der erste Teil sehr erfolgreich an den Kinokassen war wollte 20th Century Fox unbedingt eine Fortsetzung. Sie holten Rod Serling und Pierre Boulle (den Autor der Vorlage) und ließen sich von denen ein Drehbuch schreiben. Boulle schrieb ein Drehbuch, welches 14 Jahre nach den ersten Teil spielte und „Planet of the Men“ hieß. Hier ging es um eine Revolte der Menschen gegen die Affen welche sie wieder zurück in ihren „Primaten“-Status schicken sollte. Es gefiel aber nicht und so bekam Paul Dehn die Möglichkeit seine Vision zu vollenden. Unter den Arbeitstitel „Planet of the Apes revisited“ begann er das Drehbuch. Viele Autoren versuchten sich dann an ein Drehbuch. So auch der Schauspieler James Franciscus. Auch wenn einige Ideen von Dehn wegfielen (so u.a. die Idee ein Kind zwischen Affe und Mensch zu zeigen. Diese Idee wurde von den Produzenten verworfen, weil sie befürchteten, dass allein der Gedanke ein Kind zwischen Affe und Mensch zu zeigen eine andere Altersbeschränkung für den Film haben könnte) begannen am 10.04.1969 die Dreharbeiten. Als Regisseur wurde Ted Post gewählt. Wohl aufgrund dessen,  da er stets sparsam arbeitete. Es kam zu einen kleinen Eklat, als sich zunächst Heston weigerte mitzuspielen. So streikte auch Ted Post. Der Produzent Richard F. Zanuck überredete Heston mit dem Versprechen, dass seine Figur nur am Ende des Films wieder auftauchen sollte. Auch die Idee, dass Taylor am Ende des Films die Atombombe zündete war Hestons Idee. Heston spendete übrigens seine Gage später. Ted Post konnte das Budget auf ca. 2,5 Millionen Dollar drücken, obwohl anfangs knapp 4 Millionen veranschlagt wurden. So wurden u.a. Sets wiederverwendet der 20th Century Fox-Filme „Hello Dolly“. Auch die Masken waren diesmal weniger komfortabel. Statt Affen-Makeup mit Prothesen verwendete man hier häufig nur Gummimasken. Der Grund des Sparens waren Filme von Fox, die nicht den erwünschten Box-Office-Erfolg hatten wie „Hello Dolly“, „Tora! Tora! Tora!“ oder „Star“. Und auch wenn es später zu den Gerücht aufkam, aber kein Set wurde in den Film „Superman“ von 1978 verwendet. Denn dieser wurde im United Kingdom gedreht während die Dreharbeiten zur „Rückkehr“ in Amerika stattfand und zwar genauer gesagt in Kalifornien, im Canyon State Park und auf der Bühne 16 der 20th Century Fox Studios in Kalifornien.

Bei der Wahl der Schauspieler wollte man, neben Heston und anderen Schauspielern, die ebenfalls im ersten Teil mitwirkten, Orson Welles als General Ursus haben. Aber er lehnte ab. Auch Burt Reynolds wollte man als Hauptcharakter Brent besetzen. Den Zuschlag bekam aber James Franciscus aufgrund seiner Freundschaft zu Heston. Als Regisseur war auch Don Medford vorgesehen, der hauptsächlich TV-Serien drehte wie „FBI“ oder „Der Denver Clan“. Natalie Trundy, die Ehefrau des Produzenten Zanuck, machte hier ihr Filmdebüt und hatte seitdem in jeden folgenden Film der Reihe einen Auftritt. Roddy McDowall, der den Cornelius im ersten Teil spielte, ist hier zwar auch zu sehen, allerdings nur in Archivaufnahmen, da er zu dieser Zeit eine andere filmische Verpflichtung hatte (der Film „The Ballad of Tam Lin“ in Schottland).

Viele halten den zweiten Teil für ein wenig albern und ungenügend gut inszeniert. Wenn man aber bedenkt, wie (im Vergleich) wenig Ted Post zur Verfügung stand und wie viele Autoren sich daran versuchten, hat der Film doch das Beste rausgeholt. Letzten Endes schafft es aber der Film, auch hier wieder eine Allegorie auf die Menschheit bzw. dem gesellschaftlichen Bild während einer nicht existenten Bedrohung, anschaulich zu zeigen. Die Mobilisierung der Massen gegen andere, die zunächst unbekannt sind und deswegen bedrohlich gemacht werden, wird hier durchaus akzeptabel gezeigt. Man erkennt schnell die Zusammenhänge zwischen der Affengeschichte und dem menschlichen Gegenpart in der Realität zu der Zeit: pazifistische Schimpansen gegen militante Gorillas. Das alles eingepackt in das Korsett einer religiös blindgelaufenen Politik gegen Anderswirkende. Der Aufmarsch der „Friedvollen“ wird niedergeschlagen durch ängstliche und dadurch beeinflussbare Massen. Dies ist eine der beiden sozialkritischen Punkte die der Film hat. Und die ist durchaus gelungen. Der andere Punkt ist der, der pervertierten Religiosität zugunsten der reinen Vernichtung. Hier beten die überlebenden Menschen also eine Atombombe an. Es ist ihr Gott. Eine durchaus interessante Variante von interpretatorischer Tiefe. Was stört, und das muss man zugeben, ist, dass die überlebenden Menschen Mutanten sind. Das macht den ganzen Film (der in seinen Kontext natürlich ebenfalls im fantastischen anzusiedeln ist) an manchen Stellen sehr albern und unglaubwürdig. Das hätte man komplett weglassen können. Das bringt den Film überhaupt nicht weiter. Im Gegenteil. Aber der Film hat seinen Reiz. Das muss man ihn lassen. Auch wenn die gesellschaftlich-sozialkritischen Aspekte des ersten Teils wie z.B. die Einteilung der (Affen)gruppen in eine Art Kastensystem aufgrund ihrer Rasse, die Gleichschaltung der Gesellschaft zu Gunsten der herrschenden Klasse, die Haltung der Menschen als eine Art Haussklave mit Band um den Hals, wie zu Zeiten der Sklaverei in den Staaten oder des Kolonialismus, die Benutzung der Menschen zu Experimenten (ähnlich wie bei Tierversuchen), die Affengesellschaft als eine Art Theokratie aufzuzeigen (also die Legitimierung von staatlicher Gewalt aufgrund religiöser Dogmen), die Vermischung von Gewaltenteilung von Wissenschaft und Staat (Dr. Zaius ist gleichzeitig ein hoher Priester und ein Wissenschaftler) hier ein wenig verlorengeht, so ist der Film aber dennoch ein guter Teil der Reihe. Und mit den kommenden Filmen wird ja eine Art Zeitreiseparadox geschlossen. Es wird spannend.