Die Teufelswolke von Monteville (1958)

Auf der Zugfahrt in das Schweizer Alpendorf Trollenberg lernt der UNO-Beauftragte Alan Brooks zwei attraktive junge Frauen, Anne und Sarah Pilgrim, die mit ihm das Abteil teilen, kennen. Während sie das beeindruckende Panorama der Berge bestaunen überkommt der telepathisch begabten Anne ein schreckliches Gefühl. Als sie zusammen in einem kleinen Hotel einchecken wird Anne immer wieder von Alptraumhaften Visionen heimgesucht, während Brooks seinen langjährigen Freund Professor Chevett im örtlichen Observatorium besucht, da dieser ungewöhnliche Vorgänge auf dem Berg Monteville beobachtet. Eine sich wie von Intelligenz gesteuerte Wolke macht dem Professor großes Kopfzerbrechen. Als zwei Bergsteiger sich trotz alle Warnungen auf den Monteville begeben und in das Antlitz des Grauens blicken beginnt der Horror erst richtig, denn die Wolke begibt sich ins Tal direkt zum Hotel und etwas Schreckliches lauert in der Wolke …

 Der britische Regisseur der 13 teiligen Catweazle-Fernsehserie von 1970, Quentin Lawrence, drehte 1958 diesen aus Horror – und Science Fiction-Elementen bestehenden vielleicht auch in Deutschland zumindest recht unbekannten Film in schwarzweiß, was aber für damalige Zeiten nicht im geringsten bedeutete, dass so ein schwarzweiß Film weniger spannend und faszinierender war als so mancher Farbfilm der gleichen Genres. Peter Key schrieb die Story zu Die Teufelswolke von Monteville, wobei er sich an seiner 6 Episoden kurzen TV-Serie The Trollenberg Terror, wie auch Die Teufelswolke von Monteville im Original heißt, von 1956 bis 1957 orientierte. 

 Trotz oder vielleicht auch gerade weil Die Teufelswolke von Monteville in schwarzweiß ist, besitzt dieser Streifen das Flair und den Charme der Filme der 1950er Jahre und zeigt noch heute ganz deutlich, dass die Filmemacher von einst, obwohl sie keine CGI-Effekte verwenden konnten, durchaus in der Lage waren mit viel Fantasie und Now How großartiges zu leisten.  

Gerade was die Fantasie angeht so waren die Drehbuchautoren und Regisseure der 50er des vergangenen Jahrhunderts meiner Meinung nach den heutigen in vielerlei Hinsicht um einiges voraus und trauten sich auch oftmals was das Konfuse und vielleicht Abstruse angeht wesentlich mehr. So interessierte es damals nicht so sehr, ob zum Beispiel die vielseitigen Kreaturen, die in den früheren Jahrzehnten wie die 1950er und 1960er anatomisch und rein wissenschaftlich überhaupt hätten existieren können. Auch in Die Teufelswolke von Monteville nahm man es nicht all zu genau damit, was rein spekulativ möglich wäre, ob solche Wesen irgendwo im Universum laut Exo- und Astrobiologen von heute lebensfähig wären oder sich hätten überhaupt entwickeln können. 

 In den früheren Science Fiction und Horrorfilmen wollten die Kinozuschauer erschreckt und fasziniert werden und dabei halfen ihn wahrlich die bizarren Schöpfungen der damaligen Spezial Effekt-Künstler, die so einiges Unglaubliche auf der Kinoleinwand zu Leben erweckten. In Die Teufelswolke von Monteville war unter anderem der 1979 verstorbene Les Bowie dafür verantwortlich die Monstrositäten auf die Zuschauer los zulassen, der zudem auch in Stanley Kubriks Kultklassiker 2001 – Odyssee im Weltraum mit anderen an den Spezial Effekten mitwirkte.

 Die Darsteller in Die Teufelswolke von Monteville machen trotz der ziemlich abstrusen, aber unterhaltsamen und spannenden Story eine sehr gute Figur und wirken sehr authentisch, falls das in einem Science Fiction- und Horrorfilm überhaupt wirklich möglich ist. Hauptdarsteller Forrest Tucker, der auch Jahre später in TV-Serien wie Fantasy Island, Love Boat, Columbo oder auch Rauchende Colts zu sehen war, verkörpert hier natürlich und charmant Alan Brooks, der zusammen mit anderen sich versucht gegen den Horror in Die Teufelswolke von Monteville zu behaupten. Janet Munro (nicht zu verwechseln mit Caroline Munro^^) spielt hier die telepathisch begabte Anne Pilgrim, während ihre stets um sie besorgte Filmschwester Sarah Pilgrim von Jennifer Jayne dargestellt wird, die unter anderem in den Grusel-TV-Serie Der Unsichtbare von 1958 bis 1960 und auch in Der Schrecken der Medusa mit Richard Burton zu sehen war.

 Aber wie es bei solchen Filmen ist, sind wieder einmal die Kreaturen und Monster die heimlichen Stars im Film. Auch wenn man diese erst in der letzten Hälfte des Filmes Die Teufelswolke von Monteville zu sehen bekommt, so machen sie wie ich vorhin schon anmerkte deutlich, dass der Kreativität der Filmemacher damals keine Grenzen gesetzt wurden. Bizarr und unglaublich beschreibt es wohl eher, was man sich bei diesen Monstern einfallen lassen hat. Ich will aber niemanden die Pointe vermasseln, sondern belasse die Beschreibung mit der Ungenauigkeit: riesiges Auge^^

Dazu kommt natürlich eine  dramatische Filmmusik, die Stanley Black mit einem großen Orchester zum Besten gab. sozusagen mit Pauken und Trompeten machte Black zu über 200 Filme, wie zum Beispiel auch für Der Dämon mit den blutigen Händen oder The City under the Sea mit Vincent Price, die Musik.

 Die Teufelswolke von Monteville, der auch den passenden aber leider vieles verratenden Titel: The Crawling Eye” trägt, ist meiner Ansicht das, was ich meine, wenn ich von einem Phantastischen Film der 1950er spreche. Spannend, gruselig und fantastisch – auch wenn heute natürlich die ganzen Monstren uns heute eher belustigen als erschrecken.  Was ich äußerst schade finde ist, dass gerade Die Teufelswolke von Monteville, die seit 2009 von dem Label Anolis, auch in der Galerie des Grauens, veröffentlicht wurde sehr kostspielig nur noch zu erwerben ist. Dennoch würde sich eine Anschaffung eines solchen tollen Klassikers lohnen, wenn man bereits ist mehr schon beinahe utopische Preise für eine DVD zu bezahlen.    

 

Wertung: 9/10 Punkten

 

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