Die Tigerin (1992)

Im verruchten Berlin der zwanziger Jahre treibt die laszive Pauline, genannt “Die Tigerin”, ihr Unwesen. Dank ihrer hoch-erotischen Ausstrahlung liegt ihr jeder Mann zu Füßen. Durch Zufall trifft Pauline auf den Hochstapler Andrei, der ihr in puncto Verführungskunst mindestens ebenbürtig ist. Die beiden fliehen vor dem gewalttätigen Ex-Lover der Tigerin ins mondäne Karlsbad, wo sie verbitterten Reichen das Leben versüßen und das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Doch hin- und her-gerissen zwischen sexuellen Obsessionen, rasender Eifersucht und ehrlichen Gefühlen bringt es das Ganoven-Paar nicht fertig, materiellen Nutzen aus der Zweckgemeinschaft, die längst keine mehr ist, zu ziehen.

 

Auf dem Poster steht groß “Im Stil des US-Krimis BASIC INSTINCT“. Doch erfüllt er die Qualitäten und Maßstäbe des amerikanischen Vorbildes? DIE TIGERIN ist ein Erotik-Drama-Krimi Mix von 1992 aus Deutschland. Sofort fällt einen der Unterschied in der Haarfarbe unserer Hauptdarstellerin Valentina Vargas auf. Sie ist dunkelhaarig und nicht blond wie einst Sharon Stone. Ebenso vermisst man eine bekannte Szene aus dem prüden Land über dem großen Teich. Stattdessen bekommt man hier oft nackte, blanke Busen und etwas Busch zu Gesicht.

Valentina Vargas ist keine Unbekannte. In DIE TIGERIN mimt sie eine Prostituierte, die es versteht, den Männern das Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne jedoch ihnen dafür ihren heiß begehrten Körper zur Verfügung zu stellen. FEMME FATALE – Made in Chile. Die aus Chile stammende Schauspielerin spielte schon in einigen bekannten Produktionen mit und machte filmisch auf sich aufmerksam. STRASSE OHNE WIEDERKEHR, HELLRAISER IV oder auch THE BABYSITTERS mit den Gebrüder Paul sind nur einige Titel aus ihrer Filmbiografie.

DIE TIGERIN versteift sich zu sehr auf die oft krampfhaft inszeniert wirkende Erotik. Den Krimi Elementen wird nur wenig Beachtung gedwidmet. Somit plätschert die Story, die recht interessant klingt lieblos vor sich hin. Highlights sind kaum zu vernehmen – es sei denn man zählt die freizügigen Momente der Damen im Film dazu.

“Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert” – wer diesen Satz kennt, liebt kann in DIE TIGERIN George Peppard in seiner letzten Filmrolle erleben. Er mimt einen reichen Texaner der ebenfalls an Pauline (DIE TIGERIN) sein Herz und vor allem sein Geld verliert. Als Ihr Zuhälter und Peiniger tritt Hannes Jaenicke in Erscheinung.

Den müden Versuch sich an einem Klassiker zu versuchen, ist der weiblichen Regisseurin Karin Howard misslungen. Von einer Frau hätte ich mehr knisternde Erotik erwartet und nicht ein träger, oft langweilig wirkender Streifen.

Man kann sich DIE TIGERIN auf VHS und DVD zulegen, wobei es ihn auch in einer schicken Box mit zwei anderen erotisch angehauchten Filmen gibt.