Die Todeskarten des Dr. Schreck

Fünf Männer die sich allesamt fremd sind sitzen in einem Zugabteil und warten auf die Abfahrt in Richtung eines kleinen Städtchens. Im letzten Augenblick steigt noch ein mysteriöser Fremder (Peter Cushing) hinzu, der sich als Dr. Schreck vorstellt, und sogleich seine Tarotkarten zückt, um seinen Reisegefährten die Zukunft vorherzusagen. Es stellt sich heraus, dass alle Insassen ein schreckliches Geheimnis teilen.

1965 drehte die britische Filmschmiede AMICUS im Gegenzug zu den bekannten und beliebten HAMMER FILME den ersten Episodenhorrorfilm mit dem Titel DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK. Die Firma AMICUS blieb ihrem Weg der Episodenfilme noch lange treu. Für DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK nahm Regisseur Freddie Francis Platz. Francis blieb dem Horror Genre treu und drehte in seiner weiteren Laufbahn noch etliche Filme. Zu erwähnen sind vor allem folgende Titel aus seiner Laufbahn, “Der Foltergarten des Dr. Diablo” von 1967, “Nachts wenn das Skelett erwacht” aus dem Jahr 1973 und “Dämon des Grauens” von 1974. Doch er war nicht nur als Regisseur tätig, in seinen späteren Jahren war er ein erfolgreicher Kameramann für die HAMMER STUDIOS in England. Sei es für “Der Elefantenmensch” von 1980 oder auch “Dune – Der Wüstenplanet” von 1984 hielt er eindrucksvoll die Kamera in seinen Händen.

Während sich die Konkurrenz die HAMMER STUDIOS sich dem Sub-Genre des Gothic-Horrors verschrieben hatten, so ist der Film DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK in eine andere Schublade zu stecken. Man könnte dem Film eine gesunde und unterstützende Portion Trash zuordnen. Durch die Episodenhafte Inszenierung und Vermischung der einzelnen bekommt man teils realistische und auch kopfschüttelnde geboten. Alle Kurzgeschichten sind mit der Rahmenhandlung verknüpft. Die erste Episode beinhaltet ein wenig den typischen Gothic-Horror Touch wie Produktionen aus anderen Studios. Die restlichen sind eher im modernen der 60er Jahre angesiedelt.

Für den Film stand nur ein sehr geringes Budget zur Verfügung. Er wurde bis auf zwei Szenen ausschließlich im Studio gedreht. Dank der Kameraführung und den recht gut gelungenen Special Effects bekommt man hier ein ordentliches Werk präsentiert. Die Zugfahrt Szenen wurden mithilfe von Helfern inszeniert, die den Waggon zum schaukeln bringen. Lediglich eine spätere Szene mit einer Fledermaus wirken sehr laienhaft und stümperhaft gedreht. 

Für DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK konnten einige namenhafte Schauspieler gewonnen werden. Allen voran das Gespann Christopher Lee und Peter Cushing. Die beide wie gewohnt aus späteren Produktionen mit ihrem Talent und Ausstrahlung punkten. In den folgenden Jahren waren beide sehr oft gemeinsam vor der Kamera aktiv. 

Die einzelnen Episoden sind sehr unterhaltsam umgesetzt worden und dienen als Aufhänger der Rahmenhandlung. Der geneigte Horrorfilmfilm könnte schnell das Ende der Hauptgeschichte erahnen. Dennoch bietet es eine angenehme Überraschung und rundet das anderthalbstündige Unterhaltungsangebot deutlich ab. Ein ansprechendes Finale wird dem Zuschauer geboten.

DIE TODESKARTEN DES DR. SCHRECK gibt es auf DVD und Blu-ray. Von KOCH MEDIA ist bereits seit längerem eine DVD Umsetzung erhältlich. Sie bietet ein sehr gutes, klares Bild und beinhaltet zwei deutsche Tonspuren. Eine für die damalige Kino Synchronisation und eine beinhaltet die spätere TV Synchronisation. Desweiteren ist vor kurzem eine HD Auswertung des Films auf Blu-ray vom Label “Wicked Vision” erschienen. Man kann aus zwei verschiedenen Cover-Motiven im Mediabook wählen oder sich auch für eine Standard Amaray Variante entscheiden. Der Film wurde neu vom 35mm Negativ abgetastet.