Die Totale Erinnerung – Total Recall (1990)

Bauarbeiter Douglas Quaid wünscht sich nichts sehnlicher als auf den Mars zu fliegen und den roten Planeten mit eigenen Augen zu sehen, auch wenn dort momentan ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Rebellen und dem Mars-Verwalter Cohagen herrscht. Die Gedankenmanipluationsfirma Recall verspricht ihren Klienten mittels Implantate Erinnerungen an Urlaube, die sich nicht von wirklichen Erinnerungen mehr unterscheiden lassen – auch vom Mars. Und Quaid will sich so einer Prozedur bei der Firma unterziehen, wählt zu dem noch die Option eines Abenteuerurlaubs, in dem er als Geheimagent gegen Bösewichter kämpfen muss. Doch irgendetwas geht schief… es scheint als währe Douglas Quaid schon mal mal manipuliert worden und sein ganzes bisheriges Leben einer dieser künstlichen Erinnerungen. Fortan versucht ihn nicht nur seine Frau zu töten, sondern auch die Schergen des Mars-Chefs Cohagen sind hinter ihm her. Auf dem Mars selbst kommt Quaid einer gigantischen Verschwörung auf die Spur…

Für mich persönlich gehört Die total Erinnerung – Total Recall zu den Filmen mit Arnold Schwarzenegger, die mir mitunter am besten gefallen. Die totale Erinnerung – Total Recall ist nicht nur ein plumper gewalttätiger Actionfilm, der in der Zukunft spielt, sondern besticht mit einer hervorragend ausgeklügelten und durchdachten Geschichte, die auf der Buchvorlage We Can Remember It For You Wholesale des Science Fiction-Schriftstellers Philip K. Dick basiert, der auch Stephen Spielberg die Vorlage zu dem 2002  erschienenen Minority Report mit Tom Cruise in der Hauptrolle lieferte und von Robocop-Regisseur Paul Verhoeven mit einem Budget von 65,000,000 US-Dollars in Szene gesetzt wurde.

Was an Die totale Erinnerung – Total Recall ebenfalls begeistert sind natürlich die damals sehr aufwendigen Spezial Effekte, die wohl jeden Film-Freund in Staunen versetzte. Nicht nur die beeindruckende Gestaltung des Mars und seiner Kolonie ließen wahrscheinlich das Herz des Schi-Fi-Filmfans höher schlagen, sondern auch die Ideen mit den Hologrammen und insbesondere den Mutanten, die zwar noch menschenähnlich sind, aber schon mehr wie außerirdische wirken, aber trotz ihrer Faszination eher auf einem tragischen Schicksal von Deformation durch Strahlung  zurück zu führen sind. Dazu kommt noch der wirklich grandiose Einfall um das Geheimnis des roten Planeten, dass der skrupellose Mars-Diktator Cohagen, der fantastisch und eigentlich auch recht überzeugend von Ronny Cox gespielt wird, der schon in Robocop drei Jahre zuvor den machtgierigen OCP-Konzernchef darstellte.  Ronny Cox’ Rolle des Verwalters des Mars ist deshalb auch so glaubwürdig, weil es eben der traurigen Wahrheit entspricht, dass viele Diktatoren glauben, alleine durch die totale Abhängigkeit ihr Volk kontrollieren zu können, während Verbesserungen der Lebenssituationen ihre Macht ins Wanken bringen können; der Gedanke wurde perfekt auch von Orson Wells in 1984 aufgegriffen und darsgestellt. 

  Es wäre natürlich gelogen, würde man behaupten, der Film sei in gewisser Hinsicht nicht vorhersehbar, schließlich spielt Arnold Schwarzenegger hier den Helden und man weiß natürlich dass der Held, der für das Gute kämpft – in dem Fall auch für die Freiheit der Marskolonisten – gewinnt. Aber trotzdem schafft es Verhoeven mit viel Spannung und natürlich Action das eigentlich von vornherein feststehende Happyend hinaus zu zögern und den Zuschauer auf einem atemberaubenden Trip mit zunehmen, der gleichermaßen von Vertrauen, Selbstbestimmung und der Möglichkeit zu wählen auf welcher Seite man steht, egal welche Vergangenheit man besitzt, handelt und natürlich auch von dem alt bewehrten Konzept der Liebe^^.

 Wer Anfang der 1990er in solchen Filmen wie Die totale Erinnerung – Total Recall nicht als Bösewicht fehlen durfte war Michael Ironside, der hier wie immer perfekt böse und fies den Schergen vom Marschef spielt. Ironside, der ein Jahr später also 1991 den Gegner von dem unsterblichen Connor MacLeod in Highlander 2 verkörperte schafft es alleine durch seine charismatische Ausstrahlung (wie sie zu letzt noch Ernest Borgnine, Jack Palance oder Charles Napier besaßen) der Rolle des Gegenspielers des Helden Glaubwürdigkeit aber auch diese gewisse Diabolik zu verleihen, die man gerade damals an den Bösen im Film so mochte. (Heute dagegen wirken Film-Bösewichter oder Helden beinahe gleich).

Auch Sharon Stone (Basic Instinkt) weiß in Die totale Erinnerung – Total Recall zu überzeugen, auch wenn manches nicht so ganz natürlich wirkt, wie ich es in der Szene um die Realitätskapsel empfinde. Da man nun weiß, dass sie zu den Bösen gehört, hat sie es nicht geschafft in der Szene mich als Zuschauer zu verwirren und mir glauben zu machen, dass Quaid eine Art von sich selbst weiter entwickelnder Psychose durchlebt und nur durch eine Pille in die Realität zurück kehren kann. Eigentlich schade, denn Stone macht in dem Film ansonsten eine gute Figur, auch wenn sie recht früh bzw. unüblich für einen Hollywood-Star in dem Film stirbt.

Die tolle Musik stammte von Jerry Goldsmith,  der wieder einmal perfekt die utopische Atmosphäre und auch oft packenden Actionszenen untermalte. Die totale Erinnerung – Total Recall kam beim Kinopublikum sehr gut an und wurde sogar in der Kategorie bester Sound für einen Oscar nominiert. Den Saturn Award wurde Erica Edell Phillips für die tollen Kostüme in Die totale Erinnerung – Total Recall verliehen sowie dem Film selbst als Bester Science Fiction Film. Nominierungen für den begehrten Filmpreis erhielten Jerry Goldsmith für die Musik, Paul Verhoeven als Regisseur und zahlreiche andere Mitwirkende, die den Film zu dem machten, was er heute  noch nach 23 Jahren ist: ein Blockbuster, der noch etliche andere Preise wie den Hugo ward, den Golden Reel oder auch den BAFTA Award erhielt Beziehungsweise für diese vorgeschlagen wurde – obwohl Die totale Erinnerung – Total Recall in vielen Szenen doch recht hart und blutig ist, was in Deutschland dazu führte, dass der Film eine Freigabe ab 18 erhielt. Selbst heute noch ist er ungeschnitten erst ab dieser Altersfreigabe erhältlich, auch wenn der Film hin und wieder nahezu uncut im TV ausgestrahlt wird.  

Meiner Meinung nach sollte man dieses aber nochmal überdenken, da es in der heutigen Zeit viel brutalere Filme gibt, die ab 16 freigegeben sind – zudem sind diese härten Szenen nicht das was man als Gewaltverherrlichend bezeichnen könnte oder bloße Einlagen von Gewaltdarstellungen um ihrer selbst wegen. Zudem besitzt Die totale Erinnerung – Total Recall ein gesundes ausgewogenes Verhältnis zwischen Dramaturgie und der etwas blutigeren Szenen, die aber aus heutiger Sicht nicht mehr so schockieren wie wohl damals.

Die totale Erinnerung – Total Recall gehört mit Sicherheit zu den ganz großen Filmen der Anfänge der 1990er, die man heute so gar nicht mehr zu sehen bekommt. Gerade die aus heutiger Sicht, in der alles mit dem Computer animiert wird, vielleicht eher einfacheren Effekte machen den Film zu einem wahren Augenschmaus und nicht nur eben für Freunde des Science Fiction-Filmes. Allerings lohnt es sich den Film wirklich nur ungeschnitten anzuschauen, was aber heute auch kein Problem mehr darstellt da er auf VIdeo von UFA, auf DVD und BluRay in etlichen Veröffentlichungen erhältlich ist und mit Sicherheit eine Bereicherung jeder Filmsammlung darstellt, da auch wenn man den Film auswendig kennt, ihn dennoch immer wieder anschauen kann. Zudem Reamke von 2012 kann ich nichts sagen, da ich es mir nicht angeschaut habe, weil auch Die totale Erinnerung – Total Recall mit Arnold Schwarzenegger einer der Filme darstellt, die ich persönlich als unantastbar ansehe und mich eine Neuverfilmung, egal welche neuartigen Effekte sie auch aufweisen kann, nicht reizt.

Wertung: 10/10 Punkten    

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