Die Uhr läuft ab (1975)

Bei einem Überfall auf die britische Botschaft in Stockholm befindet sich der Botschafter nun als Geisel in der Hand von Terroristen. Sie fordern die Freilassung von sechs gefangenen Mitstreitern und freies Geleit. Ihre Flucht mit einem gekaperten Flugzeug steht unter keinem guten Stern. Der Pilot beweist stählerne Nerven und landet die Maschine so unsanft, dass vor dem Weiterflug größere Reparaturen nötig werden. Colonel Nils Tahlvik, Chef des schwedischen Sicherheitsdienstes, gewinnt kostbare Zeit. Er versucht die Hintergründe des Komplotts aufzudecken – und stößt auf Erstaunliches. Fest entschlossen, nicht noch weitere Opfer des Geiseldrama heraufzubeschwören, geht er selbst an Bord.


In den 70er Jahren waren Flugzeug-Katastrophen oder Entführungen sehr weit verbreitet. Man denke da nur an die AIRPORT Filmreihe, die sich ausschließlich mit der Thematik von Katastrophen befasst. Im Jahr 1975 drehte Regisseur Casper Wrede den Film DIE UHR LÄUFT AB. Ein britischer Krimi der sich mit einer Flugzeug-Entführung beschäftigt. Es war Wrede sein letzter filmischer Beitrag seiner sehr kurzen Zeit als Regisseur.

Für die Rolle des Colonel Nils Tahlvik wurde der ehemalige James Bond Darsteller Sean Connery verpflichtet. Durch seine ruhige und beruhigende Ausstrahlung mimt er den Chef des schwedischen Sicherheitsdienstes gekonnt und überzeugend. Zwar wirkt die Rolle im weiteren Verlauf ohne Höhepunkte und Charakterentwicklung aber Connery deutet auf eine gute Wahl zur Besetzung der Rolle hin.

Der Titel des Films DIE UHR LÄUFT AB steht für Sprengsätze die die Entführer angeblich im Flugzeug deponiert haben. Mithilfe ihrer Armbanduhren können sie laut ihren Aussagen innerhalb von zwei Sekunden das Flugzeug sprengen. Ob es diese Sprengsätze an Bord der Maschine gibt bleibt nicht nur den Fluggästen und der Besatzung verborgen. Auch der Zuschauer kann nur anmuten das ein Fünkchen Wahrheit in der Aussage der Entführer steckt. Das sorgt unter anderem für Spannung. Aufmerksam verfolgt man die gradlinige Story des Films.

Interessant sind vor allem die Strategien die Colonel Tahlvik anwendet um den Entführern das Handwerk zu legen. Die Entdeckung von Spähern die für die Entführer an auserwählten Plätzen sitzen um das Treiben der Polizei und des Sicherheitsdienstes zu verhindern. In Bezug auf die Entführer die die Freilassung von Inhaftierten verlangen bekommt man nur wenig das Gefühl von Skrupellosigkeit und Ernsthaftigkeit ihrer Beweggründe. Angst verbreiten sieht anders aus. Die meiste Laufzeit des Films verläuft die Story in gewohnter Ablaufroutine ab. Lediglich der Schlusstwist sorgt für einige Aha und Überraschungseffekte beim Zuschauer. 

Zeitgleich der Entführung des Flugzeuges sind andere Zugehörige in einem Haus beim britischen Botschafter verschanzt. Dadurch ist Tahlvik gezwungen auf zwei Hochzeiten gleichzeitig zu agieren was die Spannung und Dramatik der Story etwas anhebt. Highlights, Überraschungen und Wendungen sind bis auf den Schlusstwist kaum bis gar nicht vorhanden. Zu routiniert verläuft die solide Story in festen Bahnen. Etwas mehr Dramatik, Boshaftigkeit der Entführer und vor allem etwas mehr Action als nur eine kleine Schießerei und Flugzeugverfolgung eines Spähers sind eindeutig zu wenig.

Die Story und die filmische Umsetzung hätte ordentlich Potenzial gehabt zu einem harten Krimi auf dem Rollfeld zu werden. Leider wird es nicht ausgeschöpft und auf wichtige Dinge nur zu wenig eingegangen. Sean Connery spielt solide und zeigt seine Qualitäten als Schauspieler in den unterschiedlichsten Rollen. DIE UHR LÄUFT AB gibt es auf VHS und DVD, auf DVD ist er von KINOWELT erschienen. Mittlerweile gibt es ihn in drei Auflagen. 


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